Erlebnis- und Wissenschaftszentrum 42 Millionen Euro: Ausbau des Optischen Museums Jena teurer als geplant

Der umfangreiche Umbau des Optischen Museums in Jena zur Erlebniswelt soll wesentlich teurer werden, als zunächst angenommen. Unter anderem stehen aufwändige Sanierungen für den Brandschutz an. Das Museum erwartet Kosten von bis zu 42 Millionen Euro - doppelt so viel wie angesetzt.

Optisches Museum Jena
Das Optische Museum Jena soll nach gegenwärtigem Stand 2025 wiedereröffnet werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Ausbau des Deutschen Optischen Museums (D.O.M.) in Jena zum modernen Erlebnis- und Wissenschaftszentrum wird deutlich teurer als geplant. Er soll nach Museumsangaben nun 42 Millionen Euro kosten - rund doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt. Begründet werden die Mehrkosten mit neuen Plänen, zusätzlichen Anforderungen und gestiegenen Baukosten.

Brandschutzvorgaben machen Sanierung unausweichlich

Unter anderem soll die denkmalgerechte Sanierung des historischen Gebäudes am Carl-Zeiss-Platz einige Millionen Euro mehr kosten als geplant. Sämtliche Decken im Haus genügen der aktuellen Brandschutzverordnung nicht und müssen ausgebaut und ersetzt werden, sagte Museumsdirektor Timo Mappes MDR THÜRINGEN. Hinzu käme der rund zwölf Millionen Euro teure Neubau zwischen dem Volkshaus und dem Museumsgebäude.

Napoleons Schmuckfernglas 5 min
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5 min

Mo 23.12.2019 12:33Uhr 05:26 min

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Jena: Stiftung soll Bauherrschaft übernehmen

Ursprünglich wollten ihn demnach die Ernst-Abbe-Stiftung als Grundstücks- und Gebäude-Eigentümerin stemmen. Neuesten Plänen zufolge übernimmt nun die Stiftung Deutsches Optisches Museum selbst die Bauherrschaft. Dafür will Museumsdirektor Mappes unter anderem zusammen mit der Stadt Fördermittel aus einem Bundesprogramm einwerben. Der Stadtrat hatte dem unlängst zugestimmt.

Neueröffnung nach Umbau planmäßig 2025

Das Deutsche Optische Museum soll im Rahmen des Umbaus zur interaktiven Erlebniswelt werden. In der geplanten Ausstellung über vier Etagen soll auf einer dann fast dreimal so großen Ausstellungsfläche mit Linsen und lichtleitenden Flüssigkeiten experimentiert werden können. Auch historische Filme und Einblicke in die aktuelle Forschung soll es dann geben. Seit Sommer 2019 sind die Ausstellungsräume in Jena geschlossen - 2025 sollen die Arbeiten beendet sein und das Museum in neuer Aufmachung wiedereröffnet werden.

Quelle: MDR(ls)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 19. Dezember 2021 | 10:30 Uhr

2 Kommentare

Lobedaer vor 27 Wochen

Am Besten begräbt man das Projekt. Wer sich um glatt 100 % bei den Kosten verrechnet, ist entweder unfähig oder ein Betrüger nach dem Motto: erst einmal mit 21 Mio. anfüttern, alle kirre machen, bis Fördermittel und Zustimmung da sind. Danach die wahren Kosten, wobei zukünftige Überraschungen und Preiserhöhungen nicht eingepreist sind, bekanntgeben, da sich in diesem Zustand niemand traut, das Projekt zu beerdigen. Aber genau das wäre notwendig. Land wie Stadtrat sollten ihre Entscheidungen wegen Täuschung widerrufen. Einem 42-Mio.-Projekt hätte man wohl niemals zugestimmt. Dann gibt es halt kein optisches Museum mehr, oder eines in der alten Art. Wer Visionen hat, sollte zum Arzt, meinte schon Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt.

MrsR vor 27 Wochen

Es ist unfassbar, dass eine lebensnotwendige, hervorragend aufgebaute Institution wie das Jenaer Geburtshaus weichen muss, wenn vorab nicht einmal klar ist, wie wahnsinnig teuer der Ausbau des Museums wird!

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