Freizeit Jena: Party machen nahe des Gewerbegebiets statt im Paradies

Der Landschaftspark Saalebogen am Rande des Gewerbegebiets Jena-Göschwitz.
Der Landschaftspark Saalebogen am Rande des Gewerbegebiets Jena-Göschwitz. Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Nach dem Ärger um nächtliche Partys im Jenaer Paradies hat sich die Situation nach Ansicht der Stadt etwas entspannt. Das sagte Ordnungsdezernent Benjamin Koppe (CDU) am Mittwoch nach dem zweiten Treffen eines im Juni gebildeten Arbeitskreises. In der "Lenkungsgruppe Paradies21" suchen Vertreter unter anderem von Polizei, Jugendamt, Straßensozialarbeit und dem Jugendparlament nach Lösungen. So sollen vier über das Stadtgebiet verteilte Flächen fernab von Wohngebäuden das Paradies entlasten.

Im Blick sind unter anderem der Saalebogen in Göschwitz nahe dem Gewerbegebiet und das begrünte Dach des Lobdeburgtunnels. Laut Koppe sind dort in den nächsten Wochen sieben Open-Air-Veranstaltungen geplant, bei denen es auch etwas lauter zugehen darf. Eine erste Techno-Party findet am Samstag im Jenaer Norden statt, organisiert von einem Verein der freien Kulturszene. Im künstlichen Park auf dem Lobdeburgtunnel über der A4 ist allerdings nur ein Blasmusikkonzert vorgesehen, das zudem nicht über Lautsprecher verstärkt werden soll.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Sa 10.07.2021 19:00Uhr 02:03 min

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Jugendliche reisen aus Umland an

Dem Müllproblem will die Stadt begegnen, indem die Mülleimer häufiger geleert und Pfandflaschenbehälter aufgestellt werden. Auch über zusätzliche Toilettenhäuschen werde nachgedacht. Zudem sind an den Wochenenden verstärkt Streetworker im Paradies-Park unterwegs. Sie sollen vermitteln und Auseinandersetzungen verhindern.

Wie Ordnungsdezernent Koppe sagte, sind die Probleme in dem von allen Generationen genutzten Park nicht neu. Durch die Corona-Krise hätten sie sich aber verschärft. Auch kämen nicht alle Feierfreudigen aus Jena. Viele reisten aus dem Umland an.

Der Versuch, mit den Jugendämtern der umliegenden Landkreise ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nach Alternativen zu suchen, sei bislang ins Leere gelaufen. Koppe kündigte an, dass sich der Arbeitskreis weiter regelmäßig abstimmen wird. Das nächste Treffen ist für den 15. September geplant.

Polizei mit Flaschen beworfen

Anfang Juni war die Situation im Paradies bei einer spontanen Party mit rund 2.000 Jugendlichen eskaliert. Bei Kontrollen bedrohten einige Feiernde Polizisten massiv und warfen Flaschen auf die Beamten. Zwei Polizeiautos wurden beschädigt. Die Stadt reagierte zunächst mit Verboten und strengeren Kontrollen.


Korrekturhinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung lautete die Überschrift dieses Beitrags "Jena: Party machen auf dem Autobahntunnel statt im Paradies". Weil dort aber nur ein Blasmusikkonzert geplant ist, haben wir die Überschrift korrigiert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 21. Juli 2021 | 20:30 Uhr

16 Kommentare

Luce vor 2 Tagen

Wie bereits erwähnt: auf Studenten bezogen habe ich bisher weder Zu laute Musik mitbekommen, wenn man sich von der Wiese wieder entfernt hat, noch Gewalt gegen Staatsbeamte. Ja, es wird viel patroulliert - was ich beruhigend finde als Frau - alles was drüber hinausgeht habe ich noch nicht miterlebt. Was andere Personengruppen angeht kann ich nichts sagen.
Wir reden, hören Musik, und spielen Trinkspiele. Thats it.
Einzig Vermüllung bleibt leider ein Thema.
Was andere Personen machen ist nicht die Schuld von uns Studenten.

wagen 131 vor 2 Tagen

Wir iobedaer wissen warum der Tunnel bebaut wurde. Der sollte als lärmsutz dienen von der Autobahn.aber unsere stadtplaner und Politiker haben das Wohl vergessen.es ist einfach traurig was mit den Menschen in lobeda Gemächt wird.

Luce vor 2 Tagen

Im folgenden beziehe ich mich nur auf die Studenten (18+), da unsere Wenigkeit auch immer stark im Para vertreten ist.
Der Grund warum der Para wieder so beliebt ist, liegt für mich auch ganz klar mit an Corona. Als junger Mensch konnte man in den letzten Monaten absolut nichts tun (in der schönsten Zeit des Lebens). Jede Art von Veranstaltungen waren unterbunden, mit Leuten treffen nahe zu unmöglich. Im Para gehen all diese Dinge wieder.
Partys sind der Ort, wo Studenten sich austauschen, neue Kontakte knüpfen (und nach Altklausuren fragen). Nicht der Hörsaal, die Bib oder Mensa.
Der Para ist beliebt bei Studenten, bietet genügend Platz, hat ein WC und liegt zentral, dass man gut heim kommt. Auch bei uns reisen Studis aus dem Umland an, weil sie in Jena nicht unterkamen.
Bzg. Musik nehme ich in der Regel nur 2 Boxen war (kleine)
Vermüllung ist allerdings auch bei uns ein Problem, was sehr schade ist.
Gewalttaten gegen Polizei etc. habe ich jedoch bei uns noch nicht miterlebt.

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