Tarifkonflikt Streit um mehr Lohn in Thüringer Metall- und Elektrobranche geht in nächste Runde

Mit Plakaten und Bannern und einer Abseilaktion in Jena haben hunderte Mitarbeiter der Metall- und Elektrobranche mehr Lohn gefordert. Der Tarifkonflikt zwischen Arbeitgebern und Betrieben ist nach wie vor nicht geklärt.

Mitarbeiter von Vitesco Mühlhausen stehen mit Bannern vor dem Betreibsgebäude.
Mitarbeiter der Nordthüringer Metall- und Elektrobranche haben sich vor dem Werkstor des Automobilzulieferers Vitesco versammelt. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

In Thüringen haben am Montag hunderte Beschäftigte aus Metall- und Elektrobetrieben die Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Zu dem bundesweiten Aktionstag hatte die IG Metall aufgerufen, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Eine dritte Verhandlungsrunde, in der die Arbeitgeber u.a. um mehr Lohn gebeten wurden, war kürzlich gescheitert. Am Dienstag hat die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufgerufen.

Banner und Plakate in Mühlhausen

In Mühlhausen haben sich etwa 100 Mitarbeiter der Nordthüringer Metall- und Elektrobranche vor dem Werkstor des Automobilzulieferers Vitesco versammelt. Sie forderten, dass die bisher ergebnislosen Tarifgespräche fortgesetzt werden. Bernd Spitzbarth von der Industriegewerkschaft Metall kündigte für Dienstag erste Warnstreiks bei der NORMA GmbH in Gerbershausen im Eichsfeld an.

Vertreter von sieben Nordthüringer Firmen, die im Tarifstreit stehen, waren am Montag in Mühlhausen dabei. Der Mühlhäuser Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) informierte die Vitesco-Mitarbeiter über Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium und der Firmenleitung in Bebra. Demnach gebe es zwei finanzielle Angebote an das Unternehmen, das die Mühlhäuser Betriebsteil Ende 2022 schließen will. Das Land wolle eine Transformation des Unternehmens und auch eine neuen Investor mit Fördermitteln unterstützen. Mitte März werden die Gespräche zur Vitesco-Zukunft fortgesetzt, so Bruns.

Abseilaktion in Jena

In Jena seilte sich Gewerkschaftler Christoph Ellinghaus aus dem dritten Stock eines Hauses ab, entfaltete dabei ein riesiges Banner auf dem "Solidarisch in die Offensive" stand. Ellinghaus machte deutlich, dass die IG Metall u.a. vier Prozent mehr Lohn und Gehalt in der Metall-Elektroindustrie fordert. Alternativ sei aber auch eine geringere Arbeitszeit zur Stellensicherung möglich. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, soll am Montagnachmittag ein Fahrradkorso durch Jena ziehen, ab Mitternacht sind Warnstreiks angekündigt.

Zwei Männer bringen ein riesiges Banner an einer Hauswand an.
Gewerkschaftler seilen sich an einer Jenaer Hauswand ab und entfalten ein riesiges Banner. Bildrechte: MDR/Jürgen Kolarzik

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. März 2021 | 12:00 Uhr

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