Wissenschaft Corona-Mutationen: Forscher in Jena untersuchen Virus-Genom

Um genetischen Veränderungen des Coronavirus festzustellen, sequenzieren Wissenschaftler am Universitätsklinikum Jena Proben aus ganz Thüringen - auch angesichts der angelaufenen Impfkampagne.

Ein Gerät zur Untersuchung des Coronavirus.
Bioinformatiker am Universitätsklinikum Jena untersuchten das Sars-Cov-2-Genom unter anderem mit diesem Gerät. Bildrechte: Michael Szabó/Universitätsklinikum Jena

Infektionsmediziner am Uniklinikum Jena haben in dieser Woche mit der Sequenzierung von Coronavirus-Proben aus verschiedenen Thüringer Regionen begonnen, um mutierte Varianten aufzuspüren. "Das Virus verändert sich, wie es statistisch zu erwarten ist", sagt Christian Brandt vom Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene.

Proben aus ganz Deutschland lassen sich den Angaben der Unikinik zufolge acht Virus-Hauptlinien zuordnen, von denen - bis Donnerstagvormittag - vier auch in Thüringen nachgewiesen wurden. Die in Brasilien oder Südafrika verbreiteten Mutationslinien, für die ein höheres Ansteckungspotenzial beziehungsweise schwächere Immunantworten vermutet werden, seien bislang nicht darunter.

Proben aus Thüringen für internationalen Datenpool

Die begonnene Impfkampagne erhöht laut Uniklinik Jena den sogenannten Selektionsdruck auf das Virus - in Richtung solcher Mutationsformen, die die Immunisierung unterlaufen können. Umso wichtiger sei "eine engmaschige molekulargenetische Überwachung  des Infektionsgeschehens", sagt Professor Mathias Pletz, der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene. Im Rahmen dieser Kontrolle sollen in Jena künftig mindestens 24 zufällig ausgewählte Proben aus ganz Thüringen wöchentlich sequenziert und zum internationalen Datenpool hinzugefügt werden.

Das Institut will in den kommenden Tagen eine täglich aktualisierte Übersicht über identifizierte Coronavirus-Varianten in Thüringen zur Verfügung stellen, zusätzlich zu den Ergebnissen des Robert Koch-Instituts.

Britische Mutation in Thüringen entdeckt

Die britische Mutation des Coronavirus wurde am Donnerstag erstmals in Thüringen nachgewiesen. Betroffen ist ein achtjähriges Mädchen aus Jena, das positiv auf die B.1.1.7 genannte Variante des Virus getestet wurde. Infektionsmediziner aus Jena hatten erwartet, dass Corona-Mutanten, die mit höheren Ansteckungszahlen in Verbindung gebracht werden, auch Thüringen erreichen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. Januar 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Stealer vor 10 Wochen

@Grinch: Vielleicht sollten Sie sich etwas näher mit der Spanischen Grippe befassen. Sie wurde zwar größtenteils von Soldaten über die Welt verbreitet, betraf aber nicht nur diese - die ungewöhnliche Mortalitätskurve zeigte sich auch bei der zivilen Bevölkerung. Zudem hatten die Ausbrüche keinen Bezug zur Jahreszeit.

Die Grippesaison 17/18 war in der Tat verhältnismäßig schwer, was zu einem guten Teil auf die geringe Wirksamkeit der saisonalen Impfung zurückging. Allerdings waren die Krankenhäuser nicht "an ihren Grenzen" und es gab auch keine Maßnahmen wie heute. Und es wurde sicherlich seit 2018 "eingespart", aber das wurde zuvor schon in einem deulich größerem Umfang betrieben - die Zahl der Betten und Krankenhäuser ist in den zwei Jahren nicht signifikant zurückgegangen.

Grinch vor 10 Wochen

Also 1. überlegen Sie mal bitte wann die spanische Grippe war. 1918-1920, am Ende des 1. Weltkrieges. Was gab es da? Viele geschwächte u. verletzte junge u. mittelalte Männer = Immunsystem bei null. Alte Männer zogen selten in d. Krieg. 2. war d spanische Grippe auch nur ein Abkömmling der Influenza. 2017/2018 scheint es auch eine schwere Mutation der Influenzaviren gegeben zu haben. Und da waren die Krankenhäuser mehr noch als jetzt an ihre Grenzen gekommen. Es wurde nur nicht in so einem Umfang wie jetzt darüber berichtet. Leider! Sonst gäbe es den ganzen Käse heute nicht. Nein, lieber wurde von unserer Obrigkeit dafür gesorgt das in der Zwischenzeit Krankenhäuser schliessen und Betten abgebaut werden. Und jetzt so tun als wäre es das schlimmste was es bisher gab auf der Welt. Sicher ist es nicht schön, aber da Viren immer mutieren, können wir nicht bis 2045 so weiter machen und von einem Lockdown in den nächsten gehen. Im Herbst/Winter sind virale Infekte nunmal an d. Tagesordnung.

Freies Moria vor 10 Wochen

Schön zu sehen, daß diese Maßnahme jetzt endlich anläuft!
Zur Erinnerung: Im September 2020 war die "schnelle" Mutation in Großbritannien amtlich festgestellt und damit auch in Deutschland bekannt - nur bei Medien und Politikern noch nicht.
Und warum hat man die Mutation in GB festgestellt? Richtig! Weil man dort die Standard-Prozedur für Grippe-Viren auch auf Corona-Tests angewendet hat und die Proben laufend auf Mutationen untersucht hat.
Deutschland hat stattdessen gespahnt: 4 Monate hat man in Berlin gebraucht, um diesen Kardinalfehler einzusehen.
Dann erst wollten Regierungsmitglieder mit naturwissenschaftlicher Ausbildung das "schnelle" Virus aus Deutschland draußen halten!
Das allerschlimmste daran: Niemand nimmt daran Anstoß. Keine Medien. Keine Opposition. Keine Mediziner. Keine Virologen. Keine Bürger von der Straße.
Liebe Mitbürger: Beschwert euch nicht über den Irrsinn und motzt nicht so rum. Seid froh, daß Ihr so kompetent regiert seid, denn Ihr seid es selber schuld!

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