Vandalismus Vermummte randalieren in Jenaer Innenstadt - Polizei prüft Bekennerschreiben

In Jena haben Randalierer in der Nacht zum Sonntag die Fenster zweier Bankfilialen zerstört. Die Unbekannten haben auch Farbbeutel geworfen und Parolen an die Gebäude gesprüht. Die Polizei ordnet sie dem linken Spektrum zu und prüft die Echtheit eines Bekennerschreibens, das online veröffentlicht wurde.

Unbekannte haben in Jena die Fensterscheiben eine Bankfilliale zerstört.
Unbekannte haben in Jena die Fensterscheiben einer Bankfiliale zerstört. Bildrechte: Alexander Reißland/MDR

In Jena haben Randalierer in der Nacht zum Sonntag die Fenster zweier Bankfilialen zerstört. Bei einer Filiale haben die Täter laut Polizei auf einer Länge von 25 Metern alle Fenster entglast. Gegen 3 Uhr morgens hatten Zeugen gemeldet, dass mehrere Vermummte unterwegs seien und randalierten. Die Unbekannten schlugen am Löbdergraben und am Leutragraben zu, warfen Farbbeutel und sprühten Parolen an die Gebäude.

Bekennerschreiben aufgetaucht

Die Polizei ordnet die Vermummten dem linken Spektrum zu und prüft derzeit die Echtheit eines Bekennerschreibens, das online veröffentlicht worden war. In diesem wird als Grund für den Anschlag die Investitionen von Banken in Rüstungskonzerne angegeben. Damit würden Kriege, unter anderem in der autonomen kurdischen Region Rojava, unterstützt.

Täter entkommen unerkannt

Obwohl mehrere Funkstreifen eingesetzt wurden, konnten die Täter entkommen. Die Kriminalpolizei Jena ermittelt und prüft mögliche Parallelen zu ähnlichen Taten, die Mitte März geschehen sind. Die Stadt Jena hatte damals schon mehrere tausend Euro für Hinweise ausgelobt. Die Polizei bittet um Hinweise.

Großer schwarzer Farbfleck an Deutschar Bank Filliale
Die Vermummten besprühten unter anderem eine Filiale der Deutschen Bank mit schwarzer Farbe. Bildrechte: Alexander Reißland/MDR

Bereits zweiter Vorfall dieser Art

Bereits Mitte März hatte eine Gruppe von rund 20 vermummten Personen die Scheiben vieler Geschäfte in der Jenaer Innenstadt eingeworfen und die Häuser mit Farbe besprüht. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch. Laut Innenministerium wurde eine Sonderkommission mit 14 Beamten gebildet.

Ordnungsdezernent spricht von politisch motivierter Gewalt

Jenas Ordnungsdezernent Benjamin Koppe verlangte, Innenministerium, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz müssten die Vorfälle mit höchster Priorität behandeln. Er sprach von politisch motivierter Gewalt. Koppe erklärte. "das Maß ist übervoll". Nach dem ersten Vorfall seien jetzt weitere 5000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise bereitgestellt worden. Bereits im März hatten die Stadt und die Sparkasse Jena-Saale-Holzland jeweils 5000 Euro ausgelobt.

Benjamin Koppe
Ordnungsdezernent Benjamin Koppe: "Das Maß ist übervoll." Bildrechte: imago images / Christoph Worsch

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Mai 2021 | 14:00 Uhr

74 Kommentare

Brigitte Schmidt vor 1 Wochen

@Eulenspiegel: So eine Antwort läßt sich leider nicht als Eulenspiegelei verbuchen, denn Eulenspiegeleien haben sehr viel Hintersinn und hätten sich nie auf die Seite von Gewalttätern gestellt resp. deren Tun mit Verständnis relativiert.
Und "hetzen" ...

loeli04 vor 1 Wochen

Suchen sie bitte im Artikel nach „20 Vermummte“, somit Menschenmenge und „25 m entglaste Fenster von 2 Bankfilialen, somit Schaden an individuellen Rechtsgütern (Eigentum). Das sind Tatbestände von Landfriedensbruch und keine lapidare Sachbeschädigung.

Leander vor 1 Wochen

Der Verdacht ist doch gegeben: Die Polizei ordnet sie dem linken Spektrum zu und prüft ein Bekennerschreiben. Das reicht beim anderen politischen Spektrum mindestens für eine Schlagzeile, und oft bereits für eine Verurteilung. Ich erinnere mich noch an Hanau, da waren die Schuldzuweisungen der Politiker schneller da als die Polizei ermitteln konnte. Oder an "Anschläge" auf Flüchtlingsheime, die bei näherer Betrachtung die Fahrlässigkeit der Bewohner zur Ursache hatten.

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