Eisenberg Awo-Kreisverband Saale-Holzland-Kreis reagiert auf Rücktrittsforderung des Landesverbandes

Nach den Rücktrittsforderungen des Awo-Landesverbandes gegen zwei Vorstandsmitglieder des Kreisverbands Saale-Holzland werden nun deren Beschäftigungsverhältnisse beendet.

Vor einem Gelben Haus stehen mehrere Autos. - AWO Kreisverband Saale-Holzland
Der Awo-Kreisverband Saale-Holzland in Eisenberg. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Der Awo-Kreisverband Saale-Holzland-Kreis hat die Beschäftigungsverhältnisse zweier Vorstandsmitglieder beendet. So habe der Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Kunze seit Jahren als Sicherheitsfachkraft für den Kreisverband technische Einrichtungen und Spielplätze geprüft. 3.000 Euro im Monat habe er für diese Leistung erhalten, teilte der Rechtsanwalt des Verbandes am Freitag mit.

Auch Schatzmeister Hans-Peter Perschke erhielt 500 Euro im Monat im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung. Er habe Energiesparkonzepte für den Kreisverband erarbeitet, so der Anwalt. Dass beide für den Verband arbeiten, den sie im Ehrenamt als Vorstandsmitglieder führen, hatte der Awo-Landesverband kritisiert. Das entspreche nicht dem seit drei Jahren gültigen Unternehmenskodex erklärte Vorstandsmitglied Petra Rottschalk.

Beide geben Stimmrecht im Vorstand ab

Der Kreisverband hat diese Verträge nun zum Jahresende beziehungsweise zu Ende März gekündigt. Bis dahin sollen andere Dienstleister gefunden werden. So lange geben die Vorstandsmitglieder ihr Stimmrecht im Vorstand ab. Einen Rücktritt aus dem Vorstand, wie ihn der Awo-Landesverband gefordert hatte, schließen die beiden aber aus.

Dadurch würde der Kreisverband handlungsunfähig. Derzeit liefen Bauprojekte, die tägliche Entscheidungen verlangten. Ohne Vorstand würde ein finanzieller Schaden entstehen. Das gelte es zu verhindern.

Gehalt des Geschäftsführers soll angepasst werden

Auch das vom Landesverband kritisierte Gehalt des Geschäftsführers beim Awo-Kreisverband Ralf Batz soll angepasst werden. Er verdiene derzeit rund 200.000 Euro im Jahr, bestätigte der Rechtsanwalt. Das sei gesetzlich in Ordnung, entspräche aber nicht den Vorgaben des Awo-Unternehmenskodex. Zum Jahresende laufe der Vertrag aus und soll angepasst werden.

Der Awo-Landesverband will sich damit nicht zufriedne geben. Man halte weiter an einer wirtschaftlichen Überprüfung des Kreisverbandes fest. Derzeit werden alle Verträge geprüft. In zwei Wochen will der Landesvorstand die Situation bewerten. Der Kreisverband hingegen erklärt, der Landesverband habe in all den Jahren von den Beschäftigungsverhältnissen gewusst.

Seit Jahresbeginn erschüttern immer wieder Skandale die Awo Thüringen. Dabei geht es um hohe Gehälter, große Dienstwagen und finanzielle Bereicherung.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

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