Inhaberwechsel Kahla Porzellan: Großteil der Mitarbeiter soll bleiben

Nach dem Verkauf von Kahla/Thüringen Porzellan will der neue Geschäftsführer 175 der zuletzt noch etwa 200 Mitarbeiter übernehmen. Daniel Jeschonowski kündigte an, konsequent die "Made in Germany"-Strategie fortzusetzen. Er baue auch weiterhin auf die Geschäftsbereiche Haushalt, Hotellerie und Gastronomie, Werbemittel und Auftragsfertigung, hieß es in einer Mitteilung.

Jeschonowski ist bereits Geschäftsführender Gesellschafter des hessischen Werbeartikelherstellers Senator. Er hatte das Traditionsunternehmen mit ähnlich langer Geschichte wie die 1844 gegründete Porzellanfabrik in Kahla vor vier Jahren übernommen und saniert.

Das Kahlaer Unternehmen musste im März dieses Jahres Insolvenz anmelden. Nach einem missglückten Großauftrag war die Firma vor drei Jahren in die roten Zahlen gerutscht und konnte die Verluste nicht mehr ausgleichen. Die Insolvenz in Eigenverwaltung endete jetzt mit dem Verkauf des Unternehmens durch die Eigentümerfamilie Raithel, die sich nach eigenen Angaben komplett zurückziehen will. Der Porzellanhersteller firmiert nun als Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. September 2020 | 16:00 Uhr

3 Kommentare

Zeitgenosse2 vor 47 Wochen

Und immer wieder die Begründung, es wäre ein missglückter Großauftrag Schuld. Es kam anschließend so viel Interstützung, dass die Folgen des missglückten Großauftrages hätten abgewettert werden können. Aber man muss natürlich in der Lage sein, eigene Fehler einzugestehen!
Jetzt fehlt nur noch, dass die Familie die Verdienstmedaille des Landes Thüringen bekommt, und die rosarote Wolke um diese Pleite ist perfekt.

Otto Eckmann vor 47 Wochen

"Porzellanmanufaktur" Geht gleich mit einer Verbrauchertäuschung los, ja? Das ist ein halbautomatisiertes Industrieunternehmen. In der Gießerei, welche die Bezeichnung noch am ehesten verdient hätte, arbeiten noch zwei Leute... Ist doch ein Witz.. "Konsequente made in Germany Strategie" :D Wenn die Kunden wüssten, wie viel sich Kahla aus Tschechien oder Ungarn zuarbeiten lässt... Das Porzellan fährt mitunter vier mal durch Europa. Wird drüben gegossen, dann in Kahla gebrannt. Zum Dekorieren gehts wieder rüber und dann kommt es zum Dekorbrand wieder zurück. Ach und wenn noch "touch!" draufkommt, die ganze Fuhre nochmal... Schade um das ganze Wissen und Können der langjährigen Mitarbeiter die man entweder leichtsinnig hat ziehen lassen oder sogar ganz aktiv vergrault hat... 260 Jahre Thüringer Porzellan.. Whoop whoop

Critica vor 47 Wochen

Na dann ist ja schon die Schließung vorprogrammiert.

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