Covid-19 Corona-Schnelltests in Apotheken: Sicherheit für 48 Stunden

Die ersten Apotheken in Thüringen bieten Corona-Schnelltests an. Die Nachfrage ist hoch. Für die Apotheken bedeuten die Tests aber auch einen hohen Aufwand. Mitarbeiter müssen geschult und Räume gemietet werden. Ein Beispiel: Die Böttger Apotheke in Schleiz im Saale-Orla-Kreis.

Apotheker nimmt Rachenabstrich
Jörg Wittig zeigt, wie der Schnelltest funktioniert. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Wenn in der Böttger Apotheke in Schleiz das Telefon klingelt, dann ist in diesen Tag oft jemand dran, der sich auf Corona testen lassen möchte. "Die Nachfrage ist hoch", sagt der Inhaber der Apotheke, Jörg Wittig. "Schon vor Weihnachten haben viele Menschen in der Apotheke nachgefragt." Doch erst seit dem 21. Dezember dürfen die Apotheken in Thüringen überhaupt testen.

Richtig losgehen konnte es aber erst später. Denn: In den Apotheken hatten die Mitarbeiter noch alle Hände voll zu tun, die FFP2-Masken auszugeben. "Allein wir haben hier rund 10.000 Masken ausgegeben", sagt Jörg Wittig. "Keine Chance, gleichzeitig noch Corona-Tests zu organisieren."

Bis zu 16 Schnelltests in einer Stunde

Seit dem 30. Dezember hat die Böttger Apotheke mehr als 60 Schnelltests gemacht. An drei Tagen in der Woche ziehen sich zwei Mitarbeiter Schutzanzug, Maske, Visier und Handschuhe über. Bis zu 16 Menschen testen sie abends in einer Stunde, machen Abstriche mit Wattestäbchen in Rachen und Nase. Ihr Einsatzort: Eine leerstehende Arztpraxis mit mehreren Behandlungsräumen. "Ideale Bedingungen, damit wir sicher testen können."

Dazu, sagt er, kommen viele Formulare, Datenschutz und Versicherungsrecht. "Das muss natürlich alles eingehalten werden." Und: die Mitarbeiter mussten geschult werden. Dafür hatte der Apotheker bei mehreren Ärzten angefragt. Jörg Wittig, der auch stellvertretender Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen ist, weiß, dass viele Apotheken diesen Aufwand nicht umsetzen können.

Das Ergebnis gibt es es nach etwa 15 Minuten

In der Böttger Apotheke machen den Schnelltest vor allem Menschen, deren Angehörige zur Risikogruppe gehören. Sogar Menschen aus bis zu 70 Kilometern Entfernung, sagt Wittig.

Apothekeschild
Bisher haben 64 Menschen den Test gemacht. Vier hatten ein positives Ergebnis. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Allerdings: Die Schnelltests sind sogenannte Antigentests. Sie zeigten, ob jemand ansteckend ist - oder nicht. "Da öffnet sich zum Beispiel für den Besuch eines Pflegeheims nur ein kleines Zeitfenster ", sagt Wittig, "nämlich von etwa 48 Stunden". Testen lassen dürfen sich nur Menschen, die keine Symptome haben. Vor dem Abstrich wird die Körpertemperatur gemessen. Nach etwa 15 Minuten steht das Ergebnis fest.

Das Ziel der Antigentests: Die Infektionsketten stoppen

Vier der mehr als 60 Schnelltests waren bei den Kunden der Böttger Apotheke bis jetzt positiv. Die Apotheke muss sie dem Gesundheitsamt melden. Die Getesteten müssen in Quarantäne und einen PCR-Test beim Arzt machen. Der Apotheker hat an den Tests nur einen geringen Verdienst. Die Preise in den Apotheken sind unterschiedlich - zwischen 30 und 150 Euro.

Laut Jörg Wittig liegt das an den unterschiedlich hohen Kosten, die die Apotheker zum Beispiel haben, wenn die extra Räume anmieten. In der Böttger Apotheke in Schleiz kostet der Schnelltest 38 Euro. Jörg Wittig geht es vor allem um darum:

Zu helfen und die Infektionsketten zu stoppen. Damit wir alle so schnell wie möglich zur Normalität zurückkehren können.

Jörg Wittig

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 11. Januar 2021 | 16:40 Uhr

12 Kommentare

Lyn vor 13 Wochen

Interessante Information.
Wenn ich also in absehbarer Zeit für den Antritt einer Flugreise einen Test brauche weiß ich wo ich den bekommen kann.
Im ländlichen Raum ist das schließlich nicht so einfach wie in der Stadt.

Grinch vor 13 Wochen

@Ekkehard Kohlfeld. ,,Laut den Aussagen in den Medien von Herstellern und Gesundheitspolitikern bei der
Coronaimpfung die Wahrscheinlichkeit eines Corona-Ausbruchs bei der geimpften
Person wesentlich geringer als bei Umgeimpften"...

Richtig, laut Aussagen derer. Aber auch da habe ich bereits das Gegenteil erlebt. So wurde vor 2 Wochen ein Pflegeheim Durchgimpft. 1,5 Wochen später wurde eine geimpfte Person positiv getestet. 🤦🏼‍

Grinch vor 13 Wochen

Da ich selber in einem medizinischen Beruf tätig bin, kann ich sagen, dass selten ein Test mit Schutzanzug gemacht wird. Mundschutz u. Handschuhe, fertig. Theoretisch müsste man im KH selbst bei einem MRSA Abstrich einen Schutzanzug etc. tragen. Macht aber auch keiner. 🤷

Mehr aus der Region Saalfeld - Pößneck - Schleiz - Eisenberg

Mehr aus Thüringen