Verkehr Höllentalbahn: Bund will Lückenschluss nicht direkt fördern

Für die stillgelegte Höllentalbahn bei Blankenstein ist keine direkte Hilfe des Bundes in Aussicht gestellt. Vielmehr müssten der Saale-Orla-Kreis und der benachbarte Landkreis Hof selbst aktiv werden und entsprechende Fördermittel beantragen.

Eine Gruppe Männer läuft auf Schienen entlang.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Michael Theurer (2. vorne v.l.) bei seinem Besuch in Blankenstein. Bildrechte: MDR/ Uwe Kelm

Für die stillgelegte Höllentalbahn ist keine direkte Hilfe des Bundes in Aussicht gestellt, obwohl die Strecke schon einmal als Projekt mit Vorrang eingestuft wurde. Vielmehr müssten der Saale-Orla-Kreis und der benachbarte Landkreis Hof in Bayern selbst zusammen aktiv werden und entsprechende Fördermittel beantragen. Das sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Michael Theurer (FDP) bei einem Besuch in Blankenstein am Mittwoch.

Laut Theurer wären dabei dann Förderraten von bis zu 90 Prozent möglich. Damit das passiert, müsste auf der Höllentalbahn aber auch mehr Personenverkehr stattfinden, als Fahrgäste zu erwarten sind, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Verwaiste Gleise liegen vor dem früheren Start- und Zielbahnhof der Höllentalbahn die seit Jahren stillgelegt ist.
Verwaiste Gleise liegen vor dem früheren Start- und Zielbahnhof der Höllentalbahn, die seit Jahren stillgelegt ist. Bildrechte: dpa

Jahrelanger Streit

Die ehemalige Bahnlinie durch das Höllental im Landkreis Hof wurde durch die deutsch-deutsche Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg stillgelegt. Die Pläne für eine Reaktivierung ins nahegelegene Blankenstein in Thüringen sind aber seit Jahren umstritten.

So hatte unter anderem ein Gutachten ergeben, dass im Höllental gleich mehrere Naturschutzgebiete zusammenlaufen. Auch ein Hersteller von Mineralwasser hatte sich gegen eine Wiederaufnahme des Bahnbetriebes ausgesprochen. Und mehr Lärm durch Züge fürchten Anwohner der Strecke.

Wirtschaft pocht auf Erneuerung

Dagegen werben die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal in Blankenstein und das Sägewerk für die Höllentalbahn. Sie wollen einen Großteil der täglichen 300 Lkw-Ladungen auf die Schiene verlagern. Vor allem Holztransporte aus dem tschechischen Aš könnten dann direkt über eine Strecke von gut 60 Kilometern an den Rennsteig fahren.

Blick auf Zellstoff- und Papierfabrik Blankenstein
Blick auf die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal. Bildrechte: MDR/Kathleen Bernhardt

Zur Zeit ist der Umweg über Weida und Saalfeld rund 270 Kilometer lang und für Güterzüge nur in drei Arbeitsschichten zu realisieren. Die Zahl der zu erwartenden Güterzüge durch das Höllental ist laut Papierfabrik Rosenthal bei höchstens drei Zugpaaren am Tag.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 09. Juni 2022 | 18:15 Uhr

1 Kommentar

Harka2 vor 3 Wochen

30 Jahre wird da nur drüber rumgelabert, aber nichts passiert. Typisch und entlarvend für die wahren Absichten der Parteien, die angeblich den Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern wollen. Mehr als Theaterdonner ist nicht drin.

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