"Fünfte Jahreszeit" Karnevalsauftakt im Freien: Wie Karnevalclubs mit der Corona-Lage umgehen

Seit Monaten haben die Narren in Thüringen darauf hingearbeitet: auf den Auftakt in die fünfte Jahreszeit am 11.11. Trotz hoher Corona-Zahlen: Die Narren wollen das Beste daraus machen. Denn: Die Vereine brauchen die Auftritte dringender denn je. Ein Beispiel: der Karnevalsclub Blau Gold in Bad Lobenstein im Saale-Orla-Kreis.

Ob Kindergarde, Männertanzrunde oder Faschingspolizei: Die rund 250 Karnevalisten in Bad Lobenstein sind gut organisiert. Insgesamt 30 Gruppen gibt es, sagt Vereinspräsident Karsten Anders. Von den Tänzern, über die Musikgruppen bis hin zu Büttenrednern und Aufbauteams. Schon seit Wochen haben sie auf Hochtouren geplant, geprobt und trainiert. Immer mit dem Ziel vor Augen, am 11. November endlich wieder in eine fünfte Jahreszeit zu starten. Allerdings: Die hohen Corona-Zahlen trüben die Stimmung.

"Versuchen, das Beste aus der Situation zu machen"

"Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge", sagt Karsten Anders mit Blick auf den Faschingsauftakt. Einerseits sind wir hochmotiviert, meint er. "Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen." Andererseits: Fast jeden Tag habe er die vergangenen Wochen verfolgt, wie sich die Auflagen für Veranstaltungen entwickeln. Immer wieder haben die Vereinsvorstände mit der Stadt, dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt gesprochen. Konzepte entwickelt und immer wieder neu gedacht. "Das hat viel Zeit und Energie gekostet", sagt Anders. Am wichtigsten nach der langen Auftrittspause ist ihm aber : "Wir wollen unsere Mitglieder motivieren."

Karneval lebt vom Zusammensein und Feiern

Denn: Proben, Auftreten, Zusammensein, Feiern - davon lebe nun mal ein Karnevalsverein. "Wir wollen zeigen: Wir sind noch da!", sagt er. "Wir versuchen, etwas zu machen!" Und betont: Ein Karnevalsclub ist nicht nur ein Gaudi-Verein. "Da hängt viel mehr dran, viel Herzblut, viele Ehrenamtsstunden", sagt er. Rund 140 Jugendliche tanzen und trainieren in Bad Lobenstein das ganze Jahr. "Das ist Tanzsport, das ist Engagement, das ist ein Stück Familie." Wenn so etwas wegbreche, wie jetzt in der Corona-Zeit, dann sei das besonders bitter. Es sei wichtig, gemeinsam zu lachen, sich zu begegnen, den anderen zuzuschauen. "Das spornt an, gerade die Jüngeren." Und: "In unserem Verein hat jeder die Chance, ein Stück weit Kultur auf dem Land mitzugestalten", sagt Anders. "Es ist auch einfach Beschäftigung!" Ein Aspekt, der gerade auf dem Land wichtig sei.

Tanzgruppen des Karnevalsclubs Blau Gold proben im Kulturhaus von Bad Lobenstein.
Tanzgruppen des Karnevalsclubs Blau Gold proben im Kulturhaus von Bad Lobenstein. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Damit die Mitglieder in der langen Corona-Pause dabei bleiben, hat der Verein einiges auf die Beine gestellt. Der Internetauftritt wurde ausgebaut. Ein Social-Media-Team wurde berufen, Video-Clips mit Tanz und Spaß ins Internet gestellt. Mit anderen Vereinen wurden Ideen gesucht, wie sich Fasching auch ohne Präsenz-Veranstaltungen gemeinsam feiern lässt. Damit so viele Mitglieder wie möglich am Faschingsauftakt teilnehmen können, ist ein Showabend geplant. Anders als sonst, im Kleinen. Vor allem sollen die Tanzgruppen, in denen junge Menschen mitmachen, auf der Bühne stehen.

Auftaktveranstaltung ins Freie verlegen

Wegen der hohen Corona-Zahlen allerdings greift wenige Tage vor der Show dann doch Plan B: Der Abend findet nicht wie geplant im Festsaal, sondern draußen im Freien vor dem Kulturhaus in Bad Lobenstein statt. Damit wollen sie den Auftakt hinbekommen, so Anders. Für den großen Fasching im Februar könne aber noch nicht viel geplant werden. Dafür sei die Lage einfach zu ungewiss. Würde die Saison aber wieder ins Wasser fallen - für den Verein, so Anders, wäre das ein herber Einschnitt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 11. November 2021 | 06:40 Uhr

3 Kommentare

Nico Walter vor 10 Wochen

Und wer meint, Freiheit ginge ohne Verantwortung, der weiß noch nicht einmal, was das ist. Der redet zwar (viel) von Freiheit und meint doch nur Egoismus.

Nico Walter vor 10 Wochen

Maßnahmen? Ja, welche Maßnahmen denn? Ich höre immer nur von Lockerungen. Das ist ja das Problem. Dabei wäre genau das Gegenteil nötig.

nasowas aber vor 10 Wochen

Am Anfang der Pandemie brauchten wir für 100.000 Infizierte 100 Tage.
Jetzt schaffen wir das in 3 Tagen.
Weiter so!!!

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