Schleiz I Erfurt Saale-Orla-Kreis befürchtet Einkaufstouristen

In Sachsen werden ab Montag die meisten Geschäfte geschlossen. Benachbarte Thüringer Landkreise und Städte befürchten jetzt, dass die Menschen von dort zum Shoppen nach Thüringen kommen. Laut Regierungschef

Kunden mit Mundschutz in einem Karstadt-Kaufhaus
Die Behörden im Landkreis und Land Thüringen sorgen sich wegen eines Kundenansturms aus Sachsen. Die Einzelhändler dürften sich über zusätzliche Kundschaft eher freuen. Bildrechte: imago images / Udo Gottschalk

Der Saale-Orla-Kreis befürchtet Corona-Einkaufstouristen aus Sachsen. Dort werden ab Montag die meisten Geschäfte geschlossen. Bereits während des ersten Lockdown im Frühjahr wäre etwa in Baumärkten die Hälfte der Kunden aus benachbarten Bundesländern gekommen, teilte der Kreis mit. Eine konkrete Strategie, um solchen Einkaufstourismus zu verhindern, gebe es aber nicht, hieß es auf Anfrage von MDR THÜRINGEN. Im Saale-Orla-Kreis gilt zwar seit Mittwoch eine neue Allgemeinverfügung mit strengeren Regeln wie neuen Kontaktbeschränkungen, die Geschäfte aber sollen offen bleiben.

"Unsolidarisch und nicht akzeptabel"

Die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte, wer zum Einkaufen in benachbarte Landkreise reise, hätte den Ernst der Lage noch nicht verstanden. Sie nannte so ein Handeln unsolidarisch und nicht akzeptabel. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) forderte vom Land einen harten Lockdown, um "Verdrängungseffekte" zu vermeiden. Es dürfe nicht sein, dass Menschen aus Sachsen und Bayern jetzt nach Thüringen zum Einkaufen kommen und hier die Leute anstecken.

Jena nicht attraktiv für Einkaufstouristen

Andere Kreise und kreisfreien Städte, die nahe an Sachsen liegen, sehen dem dortigen Lockdown gelassener entgegen. So etwa der Kreis Greiz und die Stadt Jena. In Jena wird vor allem darauf gesetzt, dass die Stadt wegen der wenigen Einkaufszentren für Sachsen unattraktiv sei. Das hätte auch der Buß- und Bettag Ende November gezeigt, zu dem es kaum mehr Einkaufspublikum gegeben hätte als sonst. Im Altenburger Land dagegen steht noch nicht fest, ob die Geschäfte unter Umständen auch hier geschlossen werden. Es werde gerade an einer neuen Corona-Allgemeinverfügung gearbeitet.

Gera hofft auf Disziplin der Menschen in Sachsen

Die Stadtverwaltung Geras teilte mit, auf überall in Thüringen geltende flächendeckenden Einschränkungen zu setzen. Gleichzeitig wird dort auf die Disziplin der Betroffenen in Sachsen gehofft.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow verwies am Donnerstag darauf, dass Sachsens Sozialministerium eine neue Verordnung plane, nach der die Einwohner Sachsens die Landesgrenze nicht überschreiten dürfen. Wer das dann dennoch tue, würde ein Bußgeld riskieren. Thüringer Polizisten können dann im Verdachtsfall die Personalien aufnehmen und an die zuständige sächsische Behörde melden. Die neue Verordnung in Sachsen soll am Freitag in Kraft treten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Dezember 2020 | 05:00 Uhr

15 Kommentare

Atze1 vor 26 Wochen

@muellerchen:
Wenn Sie wie Feuerhexe Jemand beklagen müssten, was ich nicht hoffe, würden Sie anders reden. Ich habe auch dumm geschaut, als ich mit Anderen aus der Reha heimgeschickt wurde. Sehr bitter, wenn man operiert wurde. War nicht positiv getestet, musste aber trotzdem zu Hause in Quarantäne. Dringende Physiotherapie konnte ich vergessen. So sieht es aus.MfG

Knallerbse vor 26 Wochen

Weiss nicht, ob sich jemand erinnert. Vor Monaten hiess es noch, verbringen Sie Ihren Urlaub im Inland, da waren die indigenen Bergvölker in den Voralpen vergnatzt wegen des Ansturmes, oder Veranstaltungen nicht über 1000, dann nicht mehr als 500 Personen. Söder-Reden. Jetzt sind wir bei fünf Personen, je nach dem in welchem Fürstentum man wohnt.
Desweiteren. Wie will Sachsen die Landesgrenzen überwachen? Sind dann auf der Autobahn Schlagbäume aufgebaut, oder wird Sachsen mit Stacheldraht und Selbstschussanlagen oder Tretminen umzingelt.

muellerchen vor 26 Wochen

@Feuerhexe
sie machen es sich auch wieder besonders einfach. Da wird das nachgeblappert was die Medien seit Monaten vorgeben und gut. Die Bösen sind die Coronaleugner, Aluhutträger,Rechtsradikale usw. Ab nächster Woche sind es dann die Bösen Bürger aus Sachsen die unbedingt in den ach so tollen Einkaufskreis Saale Orla einfallen wollen. Wo sollte denn bitte der Dresdner einkaufen wollen, im schönen Schleiz vielleicht? Nur zur Info, bis heute hat das heilige RKI noch keine einzige verwendbare Zahl zum Infektionsrisiko bei Demonstrationen herausgegeben. Heißt im Klartext es gibt keinerlei Beweise für Infektionen während einer Demo. Das gilt im übrigen auch für die zahlreichen Gegendemonstrationen oder FfF und BLM. Aber diese Demonstration sind ja für einen guten Zweck. Ich empfehle Ihnen zur Abwechslung schalten Sie ihren Fernseher und das Radio einfach mal aus und gehen sie raus an die frische Luft, unterhalten sie sich mit Mitmenschen, vielleicht auch mal nicht über Corona.

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