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Das Gelände mit Mauer, Grenzzaun und Beobachtungsturm soll neu gestaltet werden. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Saale-Orla-Kreis/Landkreis HofSanierung des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth beginnt

von MDR THÜRINGEN

Stand: 08. Februar 2022, 21:46 Uhr

Das Ausstellungsgelände im Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth soll saniert werden. Besucher sollen künftig erkennen können, was originalgetreu erhalten und was nach 1989 auf das Gelände gestellt wurde.

Im Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth (Saale-Orla-Kreis/Landkreis Hof) beginnen die Umbau- und Erweiterungsarbeiten. Wie der Direktor des Grenzmuseums, Robert Lebegern, am Dienstag sagte, wird zuerst das Ausstellungsgelände im Freien erneuert. Das Gelände mit Mauer, Grenzzaun und Beobachtungsturm werde so gestaltet, dass Besucher klar erkennen können, was originalgetreu erhalten ist - und was nach 1989 aus umliegenden Orten auf das Museumsgelände gestellt wurde.

Damit soll auch das Alleinstellungsmerkmal von Mödlareuth deutlicher werden: Nämlich ein Stück erhaltene Grenze: die rund hundert Meter lange erhaltene Mauer und ein etwa 600 Meter langer Grenzzaun.

In Mödlareuth sind etwa 600 Meter Grenzzaun und 100 Meter Mauer original erhalten. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Thüringen fördert Bau mit 800.000 Euro

Angrenzend an das original erhaltene rund hundert Meter lange Stück der Mauer werden weiße Kacheln am Boden den Verlauf der Mauer nachzeichnen. Außerdem werden neue Themenstationen entstehen, die Ereignisse aufgreifen, die bisher kaum im Mittelpunkt standen. Zum Beispiel über die Geschichte des einzigen geglückten Fluchtversuchs im Oktober 1987.

Erneuert werden auch Parkflächen, Wege und die Fußgängerbrücken über den Tannbach. Das Konzept hat eine Gruppe von Wissenschaftlern gemeinsam mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung entworfen.

Wie der Landrat des Landkreises Hof, Oliver Bär (CSU), sagte, sollen die Arbeiten am Außengelände im November 2022 fertig sein. Die Baukosten liegen laut Bär bei rund 2,8 Millionen Euro. Das Land Thüringen fördert den Bau mit 800.000 Euro. Ein Teil des Außengeländes liegt auf Thüringer Seite.

Besucherzahlen wegen Corona-Pandemie gesunken

Der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), sagte, dass das Museum in Mödlareuth die Geschichte der innerdeutschen Teilung bis heute sichtbar mache. Der Umbau trage dazu bei, dass die Geschichte aufgearbeitet wird und sich hoffentlich nicht wiederhole. Mödlareuth sei der nahezu einzige Ort, an dem Besucher die Grenze heute noch so detailliert sehen können.

In den Jahren vor der Corona-Pandemie hatten bis zu 95.000 Menschen das Grenzmuseum pro Jahr besucht. Wegen der Pandemie waren die Besucherzahlen im vergangenen Jahr gesunken. Wenn das neue Außengelände Ende 2022 fertig ist, soll bis 2025 der Museumsneubau gebaut werden.

Träger des Museums ist ein Zweckverband, dessen Mitglieder der Landkreis Hof und der Saale-Orla-Kreis sowie der Gemeinden Töpen und Gefell. Sie hoffen, dass mit dem Neubau künftig etwa 100.000 Besucher pro Jahr kommen. Vor allem Schulklassen, Familien und junge Menschen wollen sie künftig die Geschichte der innerdeutschen Teilung nahebringen.

Vor der Corona-Pandemie kamen bis zu 95.000 Menschen pro Jahr in das Grenzmuseum. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Mehr zum Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 08. Februar 2022 | 19:30 Uhr

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