Landgericht Gera Mordprozess: Gutachten kann Schuld des Ex-Partners nicht beweisen

Im Prozess um den Tod einer jungen Frau aus Neustadt an der Orla gibt es neue Erkenntnisse. Das Gutachten eines Gerichtsmediziners stellt den Vorwurf des Mordes in Frage - somit könnte die Mord-Anklage kippen. Der 43-jährige Ex-Partner des Opfers muss sich seit März vor dem Landgericht Gera verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und gefährliche Körperverletzung vor.

Landgericht Gera von außen
Der Angeklagte muss sich seit März diesen Jahres vor dem Landgericht Gera verantworten.(Archivbild) Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Im Prozess um den Tod einer jungen Frau aus Neustadt an der Orla (Saale-Orla-Kreis) stellt ein Gutachten nun den Vorwurf des Mordes in Frage. Die Lungenembolie der 32-Jährigen sei zwar tödlich gewesen, ließe sich aber nicht mehr sicher auf die massiven Verletzungen der 32-Jährigen zurückführen, erklärte ein Rechtsmediziner am Donnerstag vor dem Landgericht Gera.

Rechtsmediziner: Blutgerinnsel nicht eindeutig auf Verletzungen zurückzuführen

Dass das Blutgerinnsel der Frau nicht anders ausgelöst worden war, lasse sich nach Rücksprache mit behandelnden Ärzten der Frau nicht sicher ausschließen. "Ich halte das für wenig wahrscheinlich, aber die Möglichkeit besteht", so der Rechtsmediziner am fünften Verhandlungstag.

Als Lungenembolie bezeichnet man den Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien oft aufgrund eines eingeschwemmten Blutgerinnsels. Dieses stammt meist aus den Bein- oder Beckenvenen, wo sich eine Thrombose gebildet hat.

Opfer wegen Blutgerinnsel vor dem Tod in ärztlicher Behandlung

Das Opfer war, kurz bevor es massiv verprügelt wurde, wegen des Verdachts auf ein Blutgerinnsel in den Beinen in ärztlicher Behandlung gewesen. Der 43-jährige Ex-Partner der Frau muss sich seit Ende März vor dem Landgericht Gera verantworten, weil er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seine Partnerin im Juni 2020 brutal zu Tode geprügelt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Die rechtsmedizinische Einordnung könnte trotz aller dokumentierten Brutalität des mutmaßlichen Täters die Mord-Anklage der Staatsanwaltschaft kippen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 29. April 2021 | 13:30 Uhr

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