Saale-Orla-Kreis Keine ganztägige Ausgangsbeschränkung trotz hoher Inzidenz

Der Saale-Orla-Kreis plant trotz des hohen Inzidenzwertes von mehr als 500 keine ganztägigen Ausgangsbeschränkungen. Aus Sicht von Landrat Thomas Fügmann (CDU) sind sie nicht verhältnismäßig und helfen nicht weiter. Solche Einschränkungen würden für Frust in der Bevölkerung sorgen, aber das Infektionsrisiko nicht senken, so Fügmann. Dafür gäbe es zu viele Ausnahmeregeln.

Laut Fügmann gibt es genügend Mittel, mit denen die Pandemie eingedämmt werden kann. Er appellierte erneut an die Menschen des Landkreises, die Regeln wie Mindestabstand, Maskenpflicht und regelmäßiges Lüften auch im privaten Bereich einzuhalten. Das sei nicht unzumutbar, sondern einfach und leicht umzusetzen.

Thomas Fügmann (CDU)
Landrat Thomas Fügmann (Archivbild) Bildrechte: dpa

Im Saale-Orla-Kreis liegt die Sieben-Tage-Inzidenz seit dem Wochenende bei mehr als 500. Laut Gesundheitsamtsleiter Torsten Bossert hängt der hohe Wert mit einem zeitweiligen Rückstau von nicht abgearbeiteten neuen Corona-Fällen zusammen. Laut Bossert war das Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen nicht mehr voll funktionsfähig. Unter den 50 Mitarbeitern habe es mehrere Krankheits- und Quarantänefälle gegeben. Viele würden seit November sieben Tage die Woche arbeiten und seien jetzt an ihrer Belastungsgrenze, so Bossert. Zahlreiche Mitarbeiter könnten schlicht einfach nicht mehr.

Täglich bis zu 400 Kontakte nachzuverfolgen

Zusätzlich mache die hohe Zahl an Neuinfektionen den Mitarbeitern zu schaffen. Bei rund 80 Neuinfektionen pro Tag müssten im Schnitt täglich bis zu 400 Kontakte nachverfolgt werden. Das bedeute, jeden Tag mehrere hundert Telefonate zu führen und mehrere hundert Quarantäne-Bescheide zu verschicken. Das sei einfach nicht machbar, so Bossert. Viele Kontaktpersonen hätten deshalb noch keine Quarantäne-Bescheide erhalten. Außerdem machen laut Bossert einige Bürger auf den entsprechenden Formularen bewusst falsche Angaben. Viele Kontaktpersonen würden deshalb gar nicht erreicht.

Inzwischen habe das Landratsamt Mitarbeiter aus der Verwaltung für die ausgefallenen Kollegen eingesetzt. Amtsarzt Torsten Bossert rechnet deshalb damit, dass die Zahl der Neuinfektionen in den kommenden Tagen wieder sinkt. Außerdem soll das Gesundheitsamt in Schleiz vom Robert-Koch-Institut drei "Mobile Containment Scouts" erhalten. Das sind zum Beispiel Medizinstudenten, die in den Gesundheitsämtern mithelfen, Kontaktpersonen schneller zu erreichen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 05. Mai 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Ritter Runkel vor 6 Wochen

Das Problem ist, dass in diesem Forum Leute unterwegs sind, denen das unabhängig von der Inzidenz immer noch viel zu locker wäre. Was haben Einzelne hier im Laufe der Zeit nicht schon alles gefordert, von Maskenpflicht in Privatwohnungen, Isolierzwang innerhalb der Kernfamilie, Kasernierung essenzieller Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bis hin zu Schießbefehl auf den Straßen.
Und man merkt immer noch, dass manche ein massives Problem mit sinkenden Zahlen haben.

Ritter Runkel vor 6 Wochen

Entscheidend ist immer noch:
1. Wieviele Erkrankte gibt es?
2. Wie schwer ist die Erkrankung, wie sind die Krankheitsverläufe?
3. Wieviele Neuinfizierte, wieviele Genesene gibt es?
4. Wie hoch ist die Dunkelziffer von Neuinfizierten und von Genesenen?
5. Wie sind die Infektionswege bzw. die Infektionsketten?

Ritter Runkel vor 6 Wochen

Zum Beispiel die Thüringer Landesregierung, eines muss sich diese in ihr Stammbuch schreiben lassen, sie trägt die Schuld und Verantwortung von Hunderten von Toten, denn keine der Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirates der Thüringer Landesregierung wurden bisher konsequent und zeitnah umgesetzt!

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