Greiz | Saale-Orla-Kreis Verkauf von Krankenhaus in Schleiz nun möglich

Der Saale-Orla-Kreis verzichtet auf sein Vorkaufsrecht für das Schleizer Krankenhaus. Das habe die Mehrheit des Kreistages am Montagabend entschieden, hieß es nach den Beratungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Montag. Damit ist der Verkauf des Krankenhauses an die Sternbach-Kliniken möglich. Vor knapp zwei Wochen hatte bereits der Landkreis Greiz auf sein Vorkaufsrecht verzichtet.

Ein Wegweiser mit der Aufschrift Radiologie etc zeigt auf ein helles Gebäude mit vielen Fenstern
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie der zukünftige Krankenhaus-Geschäftsführer Arne Ballies MDR THÜRINGEN sagte, wird das Krankenhaus damit ab dem 1. Juli von den Sternbach-Kliniken geführt. Die Sternbach-Kliniken wollen demnach mit dem Schleizer Krankenhaus die Grundversorgung mit rund 100 Betten sichern. Laut Ballies sind dafür Investitionen von vier bis sechs Millionen Euro geplant. Das Geld komme von privaten Investoren.

Kaufangebot aus Hessen

Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Wiesbaden hatte Medienberichten zufolge dem bisherigen Eigentümer, der Krankenhaus Greiz GmbH, 1,8 Millionen Euro für die Schleizer Klinik geboten. Seit mehr als einem Jahr war über eine mögliche Schließung oder den Verkauf des Schleizer Krankenhauses diskutiert und gestritten worden. Beschäftigte in Schleiz hatten mehrfach gegen eine Schließung des Hauses demonstriert. Hintergrund der Verkaufspläne ist die schwierige wirtschaftliche Situation der Muttergesellschaft in Greiz.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. Juni 2021 | 19:00 Uhr

15 Kommentare

Frau Sauer vor 1 Wochen

Frau K,

natürlich hat das Land Personalprobleme und vermutlich ist die Uni Jena attraktiver, als ein Krankenhaus in Schleiz. Trotzdem hat auch die Landbevölkerung ein Recht auf medizinische Versorgung und Bildung. Gerade für Lehrer kann man über Stipendien versuchen dagegen zu halten. An das Stipendium wäre zB eine gewisse Zeit die Tätigkeit im ländlichen Raum gebunden. Ein weiteres Problem sind auch flüchtende niedergelassene Ärzte im ländlichen Raum. Da müssen Lösungsvorschläge her, warten bis nichts mehr geht ist keine Option.

Frau K. vor 1 Wochen

Die haben doch schon lange ein Personalproblem in Schleiz. Niemand will dort hinziehen. Es ist einfach zu unatraktiv. Das selbe Problem bei den Lehrern.
Und dazu gibt es noch viele Einheimische, die sich niemals freiwillig in diesem Krankenhaus behandeln lassen würden.
Die Probleme sind also vielfältig.
Das skandinavische System wurde unten angesprochen, erscheint mir auch als gute Alternative.
Und wenn die Linke die Gemeindeschwestern installieren könnte und die Hebammen endlich gute Bezahlung bekommen, wäre es gut machbar, behaupte ich mal so ins Blaue...

Taus RanderS vor 1 Wochen

Leider muss ich Ihnen aus medizinischer Sicht nochmals widersprechen. Was will man z.B. mit einem Herzinfarkt in Schleiz? Die besten Überlebenschancen und geringsten Langzeitfolgen haben Patienten, die binnen 120 Minuten ab Symptombeginn die Wiedereröffnung des Herzkranzgefäßes in einem Herzkatheterlabor erhalten. Macht nach meiner Erfahrung (als Notarzt) maximal 45 min Anfahrt zu einem passenden Klinikum. Dagegen können Sie die Zeit für Anfahrt Schleiz + Warten & Diagnostik + Weiterverlegung ins passende Klinikum rechnen. Was ist wohl schneller? Real haben Sie auch nicht so viel Zeit, da Patienten unterschiedlich lange warten, ehe sie den Arzt rufen.

Unisono ist die Situation für zahlreiche andere schwere Krankheitsbilder wie Schlaganfall/ Polytrauma/ Geburtskomplikationen. Die medizinischen Standards sind anders als vor 30 Jahren. Selbst ohne Geldnot: so viele Experten gibt's nirgends, um sie auch in Schleiz zu positionieren.

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