Volle Klassenzimmer trotz Schulschließung Wie die Corona-Tests an den Schulen im Saale-Orla-Kreis laufen

Die Schulen im Saale-Orla-Kreis sind wegen der Corona-Pandemie eigentlich geschlossen. Doch gerade in den jüngeren Jahrgängen kommen viele Schüler zur Notbetreuung. Ein wenig Sicherheit sollen jetzt Corona-Tests liefern. Die Anwendung dieser ist dabei denkbar einfach.

Eine Pappverpackung mit Lolli-Tests
Mit diesen Lolli-Tests werden im Saale-Orla-Kreis Schulkinder in der Notbetreuung getestet. Bildrechte: MDR/ Uwe Kelm

Seit dieser Woche werden im Saale-Orla-Kreis Kinder, die in der Notbetreuung sind, auf Corona getestet. Das ist freiwillig, sagt Robert Steinäcker, der Schulleiter der Schlossschule in Neustadt an der Orla. Die Grundschüler bekommen sogenannte Lolli-Tests (Antigentest), die sie selbst durchführen. Dabei kommt das Teststäbchen für kurze Zeit unter die Zunge, dann wird der Test wieder zusammengebaut und nach rund 15 Minuten gibt es ein Ergebnis.

Sollte ein Test positiv sein, müssen die Eltern das Kind aus der Schule abholen und einen PCR-Test veranlassen, so Steinäcker. Zweimal pro Woche soll getestet werden – ob die Tests dafür reichen, weiß der Schulleiter noch nicht.

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Volle Klassen im Saale-Orla-Kreis

Obwohl die Schulen seit Mitte Dezember im Saale-Orla-Kreis geschlossen sind, kommen fast 80 Prozent der Schüler der ersten Klasse in die Notbetreuung der Gemeinschaftsschule in Neustadt. Grund ist meist, dass Eltern neben ihrer Arbeit keine Möglichkeit haben, die Kinder zu Hause zu betreuen, sagt Nicole Winter, die Schulelternsprecherin der Schlossschule.

Dazu kommt bei den Eltern die Angst um die Zukunft der Kinder durch versäumten Schulstoff. Es müsse nach Möglichkeiten gesucht werden, die Schulen wieder zu öffnen, Tests könnten da helfen. Dass allerdings nicht alle Eltern für die Corona-Selbsttests an den Schulen sind, bestätigen die Schulelternsprecherin und der Schulleiter.

Fernunterricht auch in der Schule

Auch in der Notbetreuung dürfen die Lehrer nicht unterrichten. Damit alle gleiche Chancen haben, bekommen die Kinder in der Schule dieselben Aufgaben wie die Kinder im Homeschooling. Dafür nimmt Grundschullehrerin Maria Ebbinghaus nachmittags kurze Erklärvideos auf, stellt Aufgaben online und spielt sie dann vormittags ihren Schülern in der Notbetreuung vor.

Von älteren Schülern, für die Prüfungen anstehen und die deshalb in die Schulen dürfen, heißt es: Die Situation ist kompliziert. Allerdings seien die Prüfungen schon angepasst worden und mit den Selbsttests sei es ein Stück sicherer, sich im Präsenzunterricht auf die Prüfungen vorzubereiten, so Schulsprecher Anton Bauersfeld. Für die älteren Schüler werden Tests verwendet, bei denen das Teststäbchen gut einen Zentimeter tief in die Nase gesteckt wird, um den Abstrich zu nehmen.

MDR/ Uwe Kelm, Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. April 2021 | 19:00 Uhr

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