Geplantes Ferien-Resort Standort für umstrittenes Hotel im Schwarzatal wird geprüft

Im malerischen Schwarzatal soll ein Hotel-Resort für Familien, Wanderer, Fahrrad- und Motorradreisende entstehen. Die Gemeinde Schwarzburg unterstützt das Projekt, weil sie den Tourismus in der Region ankurbeln möchte. Bei einer Einwohnerversammlung am Freitagabend ging um den aktuellen Stand des Vorhabens - und um Bedenken der Beteiligten.

Blick auf Schwarzburg im Schwarzatal
Schwarzburg im Schwarzatal: In der Region gibt es einige Ausflugsziele zu erkunden. Eine Erfurter Architektin plant nun ein Hotel mit rund 400 Betten am Rande der Gemeinde. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Der Standort für den Bau eines Ferienhotels in Schwarzburg wird zurzeit geprüft. Wie die Projektentwicklerin Krista Blassy am Freitagabend bei einer Einwohnerversammlung sagte, werden bis Ende Oktober eine Standortanalyse und eine Machbarkeitsstudie erstellt. Damit soll laut Blassy geklärt werden, wo ein Hotel-Resort dieser Art und Größe am besten ins Schwarzatal passt. Ende Oktober werde es zudem einen Termin mit den zuständigen Behörden geben, bei dem offene Fragen des Natur-, Wald- und Hochwasserschutzes geklärt werden sollen.

Die Bürgermeisterin von Schwarzburg Heike Printz
Die Bürgermeisterin von Schwarzburg, Heike Printz: Das geplante Ferien-Resort soll vor allem ein Urlaubsort für Familien werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gemeinde bereitet Bebauungsplan für Hotelprojekt vor

Das Bauvorhaben befindet sich nach Angaben der Gemeinde aktuell noch in der ersten Planungsphase. Zurzeit werde ein möglicher Bebauungsplan vorbereitet. Die Gemeinde sieht das Hotelprojekt als wichtigen Impuls für den Tourismus in Schwarzburg und im gesamten Schwarzatal.

Bisher noch kein Investor

Die Architektin Krista Blassy aus Erfurt hatte im Mai im Gemeinderat die Pläne für den Bau auf dem Gelände der einstigen Jugendherberge in Schwarzburg vorgestellt. Die Idee: eine Ferien-Hotelanlage mit rund 400 Betten, Chalets und Hostel. Dazu zwei Swimmingpools und ein Wellnessbereich, alles im Wald an der Schwarza gelegen. Baukosten: rund 30 Millionen Euro. Einen Investor gibt es laut Blassy noch nicht, aber Interessenten.

Schwarzburg im Thüringer Wald 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Fr 07.05.2021 19:00Uhr 01:58 min

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Das Grundstück gehört der Gemeinde. Diese hatte für die Jugendherberge erfolglos nach einem neuen Betreiber gesucht, wie Bürgermeisterin Heike Printz (parteilos) sagte. Zurzeit stehe das in die Jahre gekommene Gebäude leer. Die Hoffnung der Gemeinde: das Hotel als Chance, das Gelände wieder zu beleben.

Computer-Modell eines Hotels am Fluss im Schwarzatal
Computer-Modell des geplanten Hotels im Schwarzatal: Teile der Anlage würden im Überschwemmungsgebiet des Flusses liegen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Probleme mit Umwelt- und Hochwasserschutz befürchtet

Anwohner und Umweltschützer kritisieren jedoch, dass durch den Hotelbau ein Biotop und ein Waldstück beeinträchtigt würden. Außerdem würden Teile des Hotels im Überschwemmungsgebiet des Flusses Schwarza liegen. Die Bürger forderten, die Infrastruktur für Touristen in der Region zu verbessern. So fehle es zum Beispiel an Gaststätten und Cafés. Leerstehende Gebäude müssten wieder belebt werden.

Familien, Wanderer, Fahrrad- und Motorradfahrer als Zielgruppe

Bei der Einwohnerversammlung am Freitagabend sagte die Projektentwicklerin, das Hotel solle vor allem Familien mit Kindern nach Schwarzburg locken. Außer den Ferienhäusern werde es auch ein Hostel und ein Tipi-Dorf für Gäste mit kleinem Budget geben. Zielgruppe seien Wanderer, Fahrrad- und Motorradfahrer. Der Sport-, Spa- und Wellnessbereich werde für die Menschen aus Schwarzburg öffentlich zugänglich sein.

Wanderweg im Schwarzatal
Das Schwarzatal bietet Wanderwege und Erholung im Grünen. Ein Familienhotel in Schwarzburg soll künftig dazu beitragen, dass noch mehr Gäste in die Region kommen. Bildrechte: MDR/Heike Opitz

Im Hauptgebäude des Ferienhotels ist demnach ein Informations- und Bildungszentrum für Wasserstofftechnologie vorgesehen. Der Hintergrund: Das Schwarzatal soll nach Plänen des Thüringer Umweltministerium zur Wasserstoff-Modellregion werden. Auf der Strecke der Schwarzatalbahn sollen einmal Wasserstoffzüge fahren. Laut Krista Blassy plant das Land Thüringen ein regionales Entwicklungskonzept für das Schwarzatal. Teil davon sei auch der Tourismus. Auch die LEG Thüringen habe ihre Unterstützung zugesagt. Der Tourismus war nach der Wende im Schwarzatal eingebrochen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 25. September 2021 | 08:40 Uhr

13 Kommentare

rene bertram vor 2 Wochen

Haben Sie sich mal kundig gemacht an welcher Stelle das Gebäude errichtet werden soll , lt. Vorabplanung? So wie dargestellt ist dies in der Ortslage bzw. wo schon einen vorhandene Bebauung ist, und nicht , wie mancher meint, irgendwo im Schwarzatal selbst. Somit ist dem Naturschutz sprich dem Biotop-/Artenschutzgebiet vollends genüge getan. Unbeachtet dessen werden sich damit eh Fachleute befassen, entweder das Projekt genehmigen oder versagen. PS: Natur verschandeln ? Dann schaun Sie mal was die Grünen schon länger im Plan haben, den Ausbau der Windkraftenergie, und dafür sollen Abstriche im Naturschutz gemacht werden. D.h., Neubau Windkraftanlagen, einschl. deren Zufahrten, E-Leitungen in diesen Gebieten. Da, genau da kann man nur mit dem Kopf schütteln.....

olav vor 2 Wochen

Das ist eine sehr schlechte Idee das Hotel dort ausgerechnet in einem als Naturschutz ausgewiesenen Gebiet zu bauen.

Hierdurch würde die Natur verschandelt werden.

Peter Mueller vor 2 Wochen

Man mag in der Region ja vieles bemängeln, aber bestimmt nicht den ÖPNV. Der ist wirklich vorbildlich. Er könnte nur mehr Nutzer gebrauchen. Dem Betreiber einer solchen Hotelanlage sollte in der Baugenehmigung auf jeden Fall mitgegeben werden, dass die kostenlose Freifahrt im Zimmerpreis enthalten ist.

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