Finanzierung Wiederaufbau der Linkenmühlenbrücke nicht vor 2023

Mittel für den Wiederaufbau der Linkenmühlenbrücke sind erst in den Landeshaushalten 2023 und 2024 eingeplant. Das Projekt an der Hohenwartetalsperre kostet etwa zwölf Millionen Euro. Über die Finanzierung soll Anfang November beraten werden. Im April 1945 wurde die Brücke von deutschen Soldaten gesprengt, um den Vormarsch US-amerikanischer Truppen aufzuhalten.

Der Wiederaufbau der Linkenmühlenbrücke beginnt frühestens 2023. Wie ein Sprecher der Staatskanzlei MDR THÜRINGEN sagte, soll die Finanzierung im Wesentlichen in den Landeshaushalten 2023 und 2024 berücksichtigt werden. Der Wiederaufbau sei ein wichtiges Vorhaben, das Land wolle sich maßgeblich an der Finanzierung beteiligen. Die Linkenmühlenbrücke am Stausee Hohenwarte war im April 1946 von deutschen Soldaten gesprengt worden, um den Vormarsch US-amerikanischer Truppen zu verzögern.

Luftbilder der Linkenmühlenbrücke aus dem Jahr 1945

Die Luftbilder wurden am 8. April und am 19. Juli 1945 aufgenommen. Sie zeigen die Linkenmühlenbrücke vor und nach der Sprengung am Ende des Zweiten Weltkrieges.

Luftbild von der Brücke Linkenmühle vom 08.04.1945. Die Brücke über die Saale ist unbeschädigt.
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo
Luftbild von der Brücke Linkenmühle vom 08.04.1945. Die Brücke über die Saale ist unbeschädigt.
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo
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Finanzierung noch ungeklärt

Die Kosten für die Brücke liegen nach ersten Planungen bei rund zwölf Millionen Euro. Anfang der Woche hatten die Landräte von Saale-Orla-Kreis und Saalfeld-Rudolstadt, Thomas Fügmann (CDU) und Marko Wolfram (SPD), Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Pläne vorgestellt. Das Bauwerk soll den Hohenwartestausee zwischen Altenroth (Gemeinde Altenbeuthen) und Linkenmühle (Gemeinde Gössitz) überspannen. Die Planungskosten in Höhe von 239.000 Euro hatte das Land zu 80 Prozent bezahlt. Den Rest übernahmen die beiden Landkreise je zur Hälfte.

Entwurf einer Brücke über den Hohewartstausee
Entwurf für die künftige Brücke: Das Bauwerk soll den Hohenwartestausee zwischen Altenroth (Gemeinde Altenbeuthen) und Linkenmühle (Gemeinde Gössitz) überspannen.  Bildrechte: Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt

Laut Wolfram fehlt beiden Landkreisen das Geld, um die Gesamtkosten für den Wiederaufbau der Brücke an der Hohenwartetalsperre zu tragen. Deshalb müsse jetzt geklärt werden, wie das Vorhaben finanziell zu stemmen sei. Anfang November soll es dazu einen weiteren Termin im Thüringer Landesamt für Bau- und Verkehr geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. Oktober 2021 | 11:30 Uhr

3 Kommentare

Erst denken - dann handeln vor 6 Wochen

Mich würde mal interessieren, ob man nicht günstiger käme, wenn man die Pfeiler, die sich noch unter wasser befinden müssten nutzen würden und eine konventionelle Brücke anstatt einer Freitragenden bauen würde. Könnte das der @MDR mal beleuchten bzw. journalistisch hinterfragen?
Alles in allem jedenfalls längst überfällig die Beseitigung dieses Kriegsschadens; es ist traurig, dass das erst jetzt passiert. Der Osten hat 1945 in Relation zum Westen sehr hohe Reparationen bezahlt, geschweige denn durch die Kommunisten wichtige Fachleute und Unternehmen an den Westen verloren (z.B. Audi, Siemens etc.) die aus vorher tristen Provinzkleinstädten boomende Großstädte gemacht haben (z.B. Ingolstadt). Ich denke da hätten wir es zur Wende bzgl. Infrastrukturmaßnahmen (oder wie hier einfach nur Wiederherstellungen der alten Infrastruktur) verdient besser weg zu kommen.

Jedimeister Joda vor 6 Wochen

Brücken verbinden hab ich mal gelesen. Das ist doch toll. Darüber müssen doch keine LKWs fahren. Es reicht doch wenn Pkws das Brücklein nutzen. So wie in Saalburg wo die Brücke technisch die 40 t schafft. Schilder hin und schon sind wir bei 15 t. Könnte man machen ohne allzugroße Investition. Und nun zu dem was wichtig ist. Stünde in einer Stadt eine solche Brücke nicht zur Verfügung, würde schnell Abhilfe geschaffen. Aber hier geht es um Dorfis, ums Outback, um unterentwickelte Ureinwohner und hier dauert es halt so 80 Jahre. Wenns klappt. Saalburgs Brücke über den Stausee war glaube ich 1966 wieder erichtet. Die Autobahnbrücke über die Saale bei Hirschberg war nach 21 Jahren wieder befahrbar. Also kein Vergleich. Da fragt man sich um wen gehts hier? Bestimmt nicht um o. g. Dorfis. Joda Dagobasystem

Harka2 vor 6 Wochen

Die Brücke wieder zu errichten ist aber nur der Anfang. Da damit der Durchgangsverkehr sprunghaft ansteigen wird, müssen auch sämtliche Zufahrtsstraßen ertüchtigt werden. Derzeit kommen dort LKW nur schwer aneinander vorbei und selbst für PKW wird es mitunter eng.

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