Herzens-Bauprojekt Hospiz in Saalfeld startet im Mai

Für Matthias Lander vom Verein Hospiz am Saalebogen in Saalfeld ist es ein Herzensprojekt: Ein Hospiz für die Stadt und die Region. Das gab es bisher nicht - sei aber dringend notwendig. Viele Menschen sahen das auch so. Sie haben in den vergangenen Jahren rund 500.000 Euro gespendet. Jetzt ist die Villa fertig. Im Mai werden die ersten Gäste in das Hospiz einziehen.

Auch Teil des Hospiz: Der große Garten mit dem Pavillon. Er wird künftig der „Ort der Stille“ sein. Der Garten hinter dem Hospiz soll öffentlich zugänglich sein. Damit die Menschen drinnen und draußen miteinander verbunden sind.
Für das Hospiz hat die Wohnungsbaugesellschaft Saalfeld eine rund hundert Jahre alte denkmalgeschützte Villa saniert – für rund 2,4 Millionen Euro. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Die Zimmer sind eingerichtet. Die Gemeinschaftsküche ist startklar. Jetzt muss noch das Klavier gestimmt werden. Für Matthias Lander, den Vorsitzenden des Vereins Hospiz am Saalebogen, ein bewegender Moment. "Wir sind den vielen Helfern wirklich sehr dankbar", sagt er.

Dass so viele für den Bau des Hospizes gespendet haben, für ihn ein Zeichen, wie die Situation für Sterbende in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern ist. "In diesen sensiblen Situationen, wenn jemand schwer krank ist und der Abschied bevorsteht, ist die Versorgung in den Krankenhäusern oder Pflegeheimen nicht immer so optimal ist, wie man sich das wünscht", sagt er.

Herzstück: die Gemeinschaftsküche. Rund 500.000 Euro haben die Menschen in der Region in vergangenen Jahren für das Hospiz gespendet.
Herzstück: die Gemeinschaftsküche. Rund 500.000 Euro haben die Menschen in der Region in vergangenen Jahren für das Hospiz gespendet. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Hospiz in Saalfeld als würdevoller Ort des Abschieds

Das hat Mathias Lander, der viele Jahre als Krankenpfleger im Krankenhaus gearbeitet hat, selbst erlebt. Seit 1980 hat er Sterbende begleitet, erzählt er. "Oft wurden die Menschen abgeschoben, zum Beispiel hinter Vorhänge", erinnert er sich. Im Hospiz in Saalfeld soll das ab Mai anders sein. "Das Hospiz soll ab Mai ein würdevoller Ort des Abschieds werden", sagt Lander. "Menschen, die in der Sterbephase keine Stimmen mehr haben, wollen wir helfen."

Das Hospiz soll ab Mai ein würdevoller Ort des Abschieds werden.

Mathias Lander

Sterbende werden im Hospiz Gäste genannt

Entstanden sind zehn Gästezimmer. Rund 400.000 Euro hat die Einrichtung gekostet. Der Verein hat die Kosten mit den Spenden bezahlt. Das übrige bisher gesammelte Geld wird für den Betrieb benötigt, daher werden auch weiterhin Spenden gebraucht. Betreut werden die Gäste, wie Sterbende im Hospiz genannt werden, rund um die Uhr. 22 Mitarbeiter werden im Mai anfangen, Betreiber ist der Verein Hospiz am Saalebogen.

Eigentümer des 100 Jahre alten denkmalgeschützten Hauses ist die Wohnungsbaugesellschaft Saalfeld. Sie hat das Gebäude saniert und neue Räume angebaut, für rund 2,4 Millionen Euro, sagt die Geschäftsführerin Cordula Wiegand. "Das Haus liegt mitten in der Stadt im Herzen von Saalfeld und wurde von den Anliegern und der Stadt sehr wohlwollend angenommen."

Die zehn Gästezimmer hat der Verein Hospiz am Saalebogen mithilfe von Spendengeldern eingerichtet. Von allen Zimmern aus geht es in den großen Garten.
Die zehn Gästezimmer hat der Verein Hospiz am Saalebogen mithilfe von Spendengeldern eingerichtet. Von allen Zimmern aus geht es in den großen Garten. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Aus allen Zimmern kann man durch die bodentiefen Fenster in den fast 9.000 Quadratmeter großen und denkmalgeschützten Garten schauen: auf Bäume, Blumenbeete, einen Pavillon und einen Springbrunnen. Zurzeit rollen hier noch die Bagger. Für rund 50.000 Euro stellt ihn die Wohnungsbaugesellschaft wieder her. "Der Garten hat ein sehr schönes Ambiente, das wir wieder aufbereiten." Durch ein Tor soll der Garten in Zukunft öffentlich zugänglich sein. Damit die Menschen drinnen und draußen miteinander verbunden bleiben.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 21. April 2021 | 19:00 Uhr

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