Hilfe für Bedürftige Saalfelder Abenteurer sammelt Spenden mit "Sofa-Reisen"

Der Saalfelder Abenteurer und Buch-Autor Axel Brümmer verdient sein Geld eigentlich mit Veranstaltungen, auf denen er von seinen Erlebnissen erzählt. Sein größtes Projekt: das Thüringer Weltsichtenfestival, das seit 23 Jahren immer im Februar mehrere Tausend Zuschauer nach Bad Blankenburg zieht. Doch dieses Jahr ist alles anders. Trotzdem macht Axel Brümmer das Beste aus der Krise. Seine Erfahrung aus fernen Ländern hilft ihm dabei.

Mann im Kajak auf der Saale
Axel Brümmer im Kajak auf der Saale: Der Weltreisende will das Beste aus der Krise machen und Bedürftigen helfen. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Die Saale bei Kaulsdorf im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sprudelt. Es hat getaut und viel geregnet. Mittendrin: Axel Brümmer. In einem Kajak lässt er sich mit der Strömung den Flusslauf hinabtreiben. Die Saale hier kennt er gut. Schon als Jugendlicher ist er auf dem Fluss mit dem Boot gefahren. Seit Beginn der Corona-Pandemie lässt er das Kajak fast täglich ins Wasser. "Das Jahr 2020 war kein leichtes Jahr", sagt der Abenteurer und Buch-Autor.

Nach dem Weltsichtenfestival im vergangenen Februar wollte er eigentlich im März 2020 mit seinen Live-Reportagen durchstarten. Also: Veranstaltungen, auf denen er von seinen Erlebnissen aus rund 30 Jahren Weltreisen erzählt. Termine deutschlandweit hatte er geplant. Wegen Corona konnte das alles nicht stattfinden.

Abenteuer zu Hause: Die Saale wie in Alaska

Die Fahrt auf dem Fluss bringt den Weltreisenden auf andere Gedanken. "Ich bin dann einfach weg", sagt er. "Und auch die Sorgen und Probleme nimmt die Strömung irgendwie einfach mit." Die Landschaft am Ufer, die hohen Steilwände des Thüringer Schiefergebirges und die Saaleaue bringen ihn auf andere Gedanken. "Im Winter erinnert mich die Saale an Alaska", sagt der 53-Jährige, "Im Sommer ist es fast wie in Südamerika."

Mit Online-Vorträgen 40.000 Euro Spenden gesammelt

Die Erinnerungen helfen ihm dabei, das Beste aus der Krise zu machen. Zum Beispiel hat er "Sofareisen" gegründet. Ein Online-Format, bei dem Reisende, Abenteuer und Fotografen im Internet von ihren Erlebnissen erzählen. Zum Beispiel von der Reise um die Welt mit dem Kleinbus. Rund 40 Online-Vorträge hat es seit Beginn der Corona-Pandemie schon gegeben, sagt Brümmer. Die Vorträge sind kostenlos. Die Zuschauer bittet er um Spenden. "Rund 40.000 Euro sind so schon zusammengekommen", sagt er.

Mann geht im Winter barfuß durch die Saale
Da Axel Brümmer gerade keine Abenteuer in fernen Ländern erleben kann, zieht es ihn an die Saale. Hier prüft er den Weg fürs Umsetzen seines Kajaks. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

In der Pandemie sammelt er für Hilfsprojekte

Das Geld fließt in seine "Herzensprojekte", wie er sagte. Damit will er hilfsbedürftige Menschen in Südamerika, Afrika und Indonesien unterstützen. "Hilfe zur Selbsthilfe", betont er, stehe bei diesen Hilfsprojekten im Vordergrund. Die Kontakte hat er auf seinen Reisen geknüpft. Sein größtes Projekt: Hilfe für Straßenkinder in Bolivien. Seit den 1990er-Jahren fährt er dazu jedes Jahr nach Bolivien, 1997 hat er dafür gemeinsam mit seinem Weltumradler-Kollegen  Peter Glöckner den Verein Saalfeld-Samaipata gegründet.

"Eine Maske verletzt nicht meine Grundrechte"

Wie es den Menschen dort in der Corona-Pandemie gerade geht, lässt ihn nicht los. "Wenn ich daran denke, dann weiß ich: Mir geht es eigentlich gut", sagt er. "Eine Maske zu tragen, das verletzt nicht meine Grundrechte", sagt Brümmer. "Es ist vielmehr mein Beitrag, andere Menschen zu schützen." Durch den Lockdown kam er bisher mit Ersparnissen. Finanzielle Hilfen habe er bis jetzt nicht gebraucht. Doch: Etwas Novemberhilfe werde er wohl jetzt bekommen, sagt er. "Ich kann mich nicht beschweren. Verhungern muss ich nicht."

Weltsichtenfestival für Ende Mai geplant

Sein 23. Weltsichtenfestival will er unter Corona-Auflagen an Pfingsten ausrichten. Darauf hofft er. Das treibt ihn an. Wie immer in der Stadthalle in Bad Blankenburg, an drei Tagen. Aber: "Im kleineren Rahmen mit weniger Zuschauern, weniger Referenten und weniger Vorträgen", sagt er. Vor allem soll es ein Mutmacher-Festival werden. Nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für all die, die vor Corona immer mitgemacht haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag | 31. Januar 2021 | 10:15 Uhr

1 Kommentar

nophi vor 43 Wochen

Tolle Aktion 👍

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