Bauarbeiten Theater in Rudolstadt braucht neues Zuschauerhaus - Abriss droht

Seit Sommer 2020 ist ein Weimarer Planungsbüro mit der Sanierung des Theaters in Rudolstadt beauftragt. Nun wurden erhebliche statische Mängel entdeckt. Ob die Sanierung gelingen kann, sei nicht sicher. Pläne mit der Empfehlung für Abriss und Neubau wurden beim Landesamt für Bau und Verkehr eingereicht.

Die Baustelle des Theaters in Rudolstadt.
Die Sanierung des Theaters in Rudolstadt könnte noch einmal teurer werden. Von einer Viertelmillion Euro ist die Rede. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Dem Zuschauerhaus des Rudolstädter Theaters droht der Abriss. Ein Weimarer Planungsbüro hat das am Donnerstag dem Aufsichtsrat von Landestheater und Symphonikern empfohlen. Das Gebäude, an dem seit zwei Jahren gebaut wird, weise erhebliche statische Mängel auf, hieß es.

Es sei nicht sicher, ob eine Sanierung gelingen könne. Zudem könnten bei einem Neubau die Sicherheitsbestimmungen für öffentliche Gebäude besser umgesetzt werden. Das Büro sprach von Mehrkosten in Höhe von rund 250.000 Euro.

Pläne für Abriss und Neubau des Theaters in Rudolstadt

Wegen dieser zusätzlichen Kosten haben Theater-Geschäftsführer Steffen Mensching sowie die Chefs von Aufsichtsrat und Zweckverband, Jörg Reichl und Marko Wolfram, das Land um Hilfe gebeten. Ihr Vorschlag: Eine Hälfte der Mehrkosten könnte das Land übernehmen, die andere Hälfte der Zweckverband.

Parallel dazu wurden beim Landesamt für Bau und Verkehr die veränderten Baupläne mit der Empfehlung für Abriss und Neubau eingereicht. Dort solle es kurzfristig eine Plausibilitätsprüfung geben, hieß es.

Baurbeiten am Theater in Rudolstadt.
Ein Hochwasser hatte das Theater 2013 beschädigt, sodass Sanierungsarbeiten unumgänglich waren. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Kosten stiegen seit 2019 kontinuierlich

Das Hochwasser 2013 hatte dem Theater stark zugesetzt. Besonders betroffen waren die Kellerräume des Großen Hauses. Sanierungsarbeiten waren unumgänglich. Der Keller wurde durch eine sogenannte weiße Wanne abgedichtet und vergrößert.

Knapp ein Viertel der Bauarbeiten ist geschafft. Die Kosten steigen jedoch seit 2019 kontinuierlich an und machten das Projekt mittlerweile drei Millionen Euro teurer. Hinzu kam: Das Theater hatte 2019 dem damaligen Generalplaner wegen schwerer fachlicher Mängel gekündigt, seitdem läuft eine juristische Auseinandersetzung.

Das im Sommer 2020 beauftragte Weimarer Planungsbüro "Sigma Plan" schätzt den Aufwand deutlich höher ein als das Vorgänger-Büro. Unter anderem schlagen höhere Rohstoffpreise und teurere technische Ausstattungen zu Buche.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 11. Juni 2021 | 16:30 Uhr

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