Saalfeld-Rudolstadt Nach fast zwei Jahren: Zirkus Renz hat Gräfenthal verlassen

Zirkus Renz hat den Festplatz in Gräfenthal (Saalfeld-Rudolstadt) verlassen und ist nach Kahla weitergezogen. Fast zwei Jahre lang war die Zirkusfamilie gestrandet. Zuletzt hatte es auch Protest gegeben.

Anhänger des Zirkus Renz auf einer Wiese
Fast zwei jahre lang wohnte die Zirkusfamilie Renz auf dem Festplatz in Gräfenthal. Nun ist sie weitergezogen. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Zirkus Renz hat Gräfenthal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt verlassen. Wie Bürgermeister Wolfgang Wehr (parteilos) sagt, hat die Zirkusfamilie in den vergangenen Tagen den Festplatz geräumt - nachdem sie diesen fast zwei Jahre lang bewohnt hatte.

Die Tiere und ein Großteil ihres Fuhrparks seien nun nicht mehr da. Laut Wehr haben am Montag noch drei kleinere Wagen auf dem Festplatz gestanden. Der Zirkus sei ins Gewerbegebiet nach Kahla weitergezogen. Dort habe er einen Hüpfburgenpark eröffnet, so Wehr.

Zirkus-Wagen vom Zirkus Renz am Ringelteichplatz in Gräfenthal.
Der Zirkus ist von Gräfenthal wohl nach Kahla bei Jena gezogen-. Dort soll die Familie nun einen Hüpfburgenpark eröffnet haben. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Festplatz in Gräfenthal kann noch nicht genutzt werden

Nach Angaben des Bürgermeisters kann der Festplatz in Gräfenthal vorerst noch nicht wieder genutzt werden. Der Platz müsse erst saniert werden. Der Zirkus Renz war vor knapp zwei Jahren auf dem Platz gestrandet, weil das Geld für die Weiterfahrt und die Reparatur einer Zugmaschine gefehlt hatte.

Nachdem die Stadt die Zirkusfamilie im ersten Jahr unterstützt hatte, verlängerte sie im Herbst 2020 den Mietvertrag für den Festplatz nicht. Hintergrund waren Unstimmigkeiten mit der Zirkusfamilie. Zuletzt hatten Gräfenthaler dafür demonstriert, dass der Zirkus den Festplatz verlässt.

Zuerst hatte die Ostthüringer Zeitung über den Umzug der Zirkusfamilie nach Kahla berichtet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Juli 2021 | 08:30 Uhr

13 Kommentare

Erichs Rache vor 10 Wochen

@Peter Pan

Fragen Sie einfach einen Bundestagsabgeordneten Ihrer Wahl, wann er denn gedenkt irgendwann einmal zu arbeiten. Die Antwort dürfte gleichlautend sein! :-)

DZimmermann vor 10 Wochen

Die Zeit für reisende Attraktionen ist einfach überholt. Es seien ja Artisten (also Künstler) in der x-ten Generation. Mag ja auch alles sein. Letztlich sehe ich die gestrandeten Künstler etwas kostümiert unter Begleitung bemitleidenswerter Tiere vor den EDKAs der Republik betteln. Die zeigen aus lauter Angst, Frust und sozialer Verwahrlosung schon gar nichts mehr von Ihrer Kunst. Da wird nur noch auf die Spendenbüchse verwiesen. Man könnte ja auch ein bisschen jonglieren oder irgend ein Tier macht mal einen Salto oder man spuckt ein bisschen Feuer oder so. Aber Hauptsache die Zigarette des Zirkusbettlers glimmt. Keine Ideen, keine Innovation - die sind einfach fertig! Bleibt ne alte S-Klasse und Sprit für den Motor und die Kehle. Bringt die Tiere ins Heim, meldet das Gewebe ab und bezieht H4. Das ist würdevoller! Es gibt halt alte Berufe, die sind ausgestorben. Zirkuslünstler ist einer davon!

part vor 10 Wochen

Ich denke, das Zirkusgeschäft war schon immer ein hartes Geschäft, stets verbunden mit vielen Risiken der Eigenständigkeit und bürokratischen Hürden durch die Jahrhunderte, denn es galt etwas zu leisten, um Geld einzunehmen. Das Schatztellergewerbe wurde wie so viele andere Selbständige auch gezwungen sich den Hartz IV - Regelungen unterzuordnen. Es wurde prognostiziert, das bis zu einer halben Million Selbständige die Pandemie-Regularien nicht überleben werden wirtschaftlich. Zu klein um gerettet zu werden durch die Regierung...

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