Gera Investor kauft Stadtwerke-Anteile an Wohnungsgesellschaft

Die Anteile der Geraer Stadtwerke an der Wohnungsbaugesellschaft (GWB) "Elstertal" sind verkauft. Das teilte der Insolvenzverwalter am Montag mit. Nach einer EU-weiten Ausschreibung habe die Immobiliengesellschaft Benson Elliot die 74,9 Prozent Anteile der Stadtwerke an der GWB erworben. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Für Mitarbeiter und Mieter soll sich nichts ändern

Der Sitz der Stadtwerke Gera AG in der De-Smit-Straße in Gera.
Nun nicht mehr Mehrheitseigner der GWB: Stadtwerke Gera Bildrechte: MDR/Franziska Trogisch

Der Sprecher des Insolvenzverwalters, Sebastian Brunner, nannte den Verkauf einen Meilenstein. Für die Mitarbeiter ändere sich mit dem Einstieg des neuen Investors nichts, ihre Arbeitsverträge blieben unverändert bestehen. Auch die Mietverträge mit der GWB behielten ihre Gültigkeit. Laut Brunner hält die Stadt zudem unverändert die übrigen 25,1 Prozent an dem Wohnungsunternehmen. Damit  blieben für die Stadt Mitbestimmungsrechte bei der Wohnungsbaugesellschaft erhalten.

Die GWB "Elstertal" ist ein kommunales Wohnungsbauunternehmen und verfügt aktuell über mehr als 6.700 Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie viele unbebaute Flächen in Gera. Damit ist die GWB einer der Marktführer in Gera. Sie beschäftigt derzeit 47 Mitarbeiter.

Streit um Stadtwerke-Anteile führte zu Insolvenz

Der Streit um die Stadtwerke-Anteile an der Wohnungsgesellschaft hatten vor zwei Jahren zur Insolvenz des kommunalen Versorgungsunternehmen geführt. Damals hatte die Stadtverwaltung versucht, mit dem Verkauf der Beteiligung ihrer Stadtwerke-Holding frisches Geld zu beschaffen. Das scheiterte aber am Veto des Stadtrates. Dieser beschloss stattdessen, die Kommune solle die Wohnungsgesellschaft vollständig zu übernehmen. Dafür sollte Gera einen Kredit über 30,5 Millionen Euro aufnehmen, was jedoch vom Landesverwaltungsamt unter Verweis auf die ohnehin schon desolate Haushaltslage der Stadt untersagt wurde. Am 27. Juni 2014 meldete die Stadtwerke AG dann Insolvenz an.

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