Welt-Sepsis-Tag Jede dritte Blutvergiftung endet tödlich

Sepsis ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Um über die wenig bekannte aber schwerwiegende Erkrankung zu informieren und aufzuklären, veranstalten Jenaer Organisationen und Institutionen aus Forschung und Medizin jedes Jahr gemeinschaftlich lokale Aktionen zum Welt-Sepsis-Tag.

Bein mit Schürfwunde
Selbst kleinste Infektionen können dramatische Folgen haben. Bildrechte: imago/Manfred Segerer

Mediziner haben die hohe Sterblichkeit bei Blutvergiftung in Deutschland als unnötig bezeichnet. Wie die Sepsis-Stiftung in Jena mitteilte, sterben jedes Jahr 75.000 Menschen an Blutvergiftung. Rund 20.000 von ihnen hätten nach Angaben der Jenaer Stiftung überleben können, wenn die Erkrankung früher erkannt und behandelt worden wäre.

Schnelles Erkennen einer Blutvergiftung kann Leben retten

Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September soll helfen, die Krankheit bekannter zu machen und so frühe Erkennung und erfolgreichere Behandlung zu ermöglichen. Wird eine Sepsis zu spät erkannt, kann sie zu Schock, Multiorganversagen und zum Tode führen.

Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen (Center for Sepsis Control & Care, kurz CSCC) ist am Universitätsklinikum Jena angesiedelt und widmet sich der Erforschung von Sepsis und deren Folgeerkrankungen.

Aufmerksamkeit auch für kleine Infektionen

Bei einer Sepsis vermehren sich Keime im Körper explosionsartig und können binnen kürzester Zeit Organe oder Gewebe stark schädigen. Die Folge sind dann häufig Amputationen oder sogar der Tod.

Symbolbild Bakterien im Blut
Eine Sepsis kann sehr verschiedene Ursachen haben. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Niemand ist vor einer Sepsis gefeit. Mediziner wie der Neurologe Klaus-Ulrich Oehler fordern daher ihre Kollegen auf, auch kleinen Infektionen Aufmerksamkeit zu schenken. Selbst wenn eine Sepsis erfolgreich behandelt wird, bleiben bei Dreiviertel der Patienten Spätfolgen wie chronische Ermüdung, Muskelschwäche oder Gedächtnisprobleme. Experten fordern daher auch eine bessere Sepsis-Nachsorge.

Unterschiedliche Ursachen, schwere Folgen

Weltweit sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr rund elf Millionen Menschen an Sepsis, darunter fast drei Millionen Kinder. Das Syndrom, das früher vereinfachend als Blutvergiftung bekannt war, entstehe in vielen Fällen im Krankenhaus.

Sepsis kann nicht nur durch eine Blutinfektion ausgelöst werden, sondern häufig auch durch Durchfall, Lungenerkrankungen oder Tropenkrankheiten. Wenn das Immunsystem dann überreagiert, kann das zu multiplem Organversagen und damit zum Tod führen. Auch wer an einer schlimmen Form von Covid-19 leidet, hat laut WHO ein höheres Risiko, eine Sepsis zu bekommen. Selbst wer sie überstehe, müsse mit lebenslangen Folgen rechnen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. September 2020 | 14:00 Uhr

3 Kommentare

Critica vor 30 Wochen

Endlich mal eine andere Erkrankung in den Medien, wenn auch keine gute. Wenn man sich die Hintergründe und die Zahlen dieser Erkrankung anschaut, ist "Corona" ein Klacks - und wird so "verehrt", ja fast heilig gesprochen. Da stimmt doch was nicht. Oder?

part vor 30 Wochen

All dies müsste nicht sein, wenn da Bundes- Gesundheitsministerium, örtliche Ministerien, Ärzte und Amtspersonen nicht dem schnöden Mamon der Gesundheitsindustrie fröhnen würden. An alle unbedarften jungen MDR- Redakteure, die DDR- Medizin setzte auf die Anwendung von natürlichen Heimmitteln, ohne natürliche Inhaltsstoffe künstlich nachzubilden um mit dem Patent Milliarden zu verdienen. Rechtzeitige Erkennung von Sympthomen beim Fehlen einer ärtztlichen Grundversorgung mit eingeschränkten ÖPNV lassen dann natürlich die statistischenZahlen nach oben treiben. Genügend und gut ausgebildete Hausärzte in den Regionen, Fehlanzeige- denn gute Mediziner folgen dem Prinzip der Profiterwirtschafttung. Nicht immer aber immer öfter. leider...

Elke vor 30 Wochen

Für diese Problematik müssen viel mehr Beteiligte im Rettungsdienst und in den Krankenhäusern sensibilisiert werden. Mein Bruder hat im vergangenen Jahr seine Frau durch diese Krankheit verloren. Nach überlebten Aortenriss und dem monatelangem Kampf der Ärzte in Uniklinikum Jena zur Stabilisierung ihrer Gesundheit durfte sie nach Hause. Bei einem Notfall Ende November hat es der Rettungsdienst abgelehnt, sie in die Uniklinik nach Jena zu fahren. So hat man mehrere Tage in Gera an ihr rumgedoktert. Nachdem sie auf Bitte meines Bruders mit dem RH nach Jena verlegt wurde, ist sie am nächsten Tag verstorben - Diagnose Sepsis. So viel Leid für die Familie durch die Unfähigkeit der Beteiligten zum Wohl der Patienten zu denken.

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