Jena: Tagung zu NSU-Terror Runder Tisch fordert mehr Engagement gegen Rechts

Der Runde Tisch für Demokratie in Jena fordert konkrete Schlussfolgerungen aus der Arbeit der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse zum rechtsextremen Terror-Trio NSU. Es reiche nicht, nur festzustellen, was an einem bestimmten Tag an welchem Ort passierte, sagte Christoph Ellinghaus vom Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus am Sonnabend am Rande einer Tagung zu dem Thema. Stattdessen müsse deutlich werden, wie sich Politik und Gesellschaft künftig rechtsextremen Aktivitäten entgegenstellen wollten.

Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) erklärte, die Forderung nach einer kritischen Aufarbeitung von Versäumnissen gelte für die Zivilgesellschaft ebenso wie für die Arbeit des Verfassungsschutzes. Rechtsextremismus sei zwar kein spezifisches Problem von Jena oder Ostdeutschland. Die Stadt habe jedoch unter dem Eindruck des Rechtsterrorismus für die Aufarbeitung seines Entstehens und seiner Verbreitung eine besondere Verantwortung. Das gebiete auch der Respekt vor den Opfern der Neonazis.

Dem rechtsextremen Terro-Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe werden zehn Morde und eine Reihe von Banküberfällen zur Last gelegt. Die Drei stammten aus Jena, tauchten Anfang 1998 in die Illegalität unter und lebten jahrelang unentdeckt in Zwickau. Am 4. November 2011 brachten sich Mundlos und Böhnhardt in Eisenach in einem Wohnmobil um, als sich Polizeibeamte ihrem Fahrzeug näherten. Zschäpe stellte sich einige Tage später der Polizei.

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