Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Rund 80.000 Hektar Agrarfläche verpachtet die Evangelische Kriche in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

LandwirtschaftKleinbauern begrüßen neue Verpachtungs-Regeln der Evangelischen Kirche

von MDR THÜRINGEN

Stand: 02. Mai 2022, 05:00 Uhr

Geld allein genügt nicht mehr: Seit 2017 haben nachhaltig wirtschaftende Bauern aus der Region bessere Chancen, Äcker der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zu pachten. Kleinbauern begrüßen den Modus.

Öko- und Kleinbauern in Thüringen bescheinigen der Evangelischen Kirche einen nachhaltigeren Umgang mit ihren Agrarflächen. Hintergrund sind neue Regeln für die Vergabe von Pachtland der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Zugleich fordern die Kleinbauern noch mehr Schritte hin zu einer ökologischen Bewirtschaftung von Kirchenland.

Kleinbauern nun mit besseren Chancen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) als Interessenvertretung der Kleinbauern sieht nun bessere Chancen für ihre Mitgliedsbetriebe. Seit 2017 werden Pächter nach einem Punktesystem ausgewählt. Dabei erhielten Kriterien wie Kirchen-Zugehörigkeit, Ortsansässigkeit und Bio-Anbau mehr Gewicht. Bis dahin hatten die Öko- und Kleinbauern massiv kritisiert, dass sie bei Verpachtungen durch die Kirche kaum beachtet wurden, und dass der Kirche Geldeinnahmen wichtiger waren als Biodiversität.

Um die Flächen noch nachhaltiger und zukunftsorientierter zu bewirtschaften, fordern die Kleinbauern, dass Pächter dafür bereits im Vertrag in die Pflicht genommen werden - beispielsweise durch festgelegte Anteile an Blühstreifen, Beachten der Fruchtfolge oder dem Verzicht von chemischen Spritz- und Düngemitteln.

Nachhaltige Bewirtschaftung auch bei Wäldern der EKM

Das Prinzip der Nachhaltigkeit greift laut EKM bereits für ihre eigenen Waldflächen. Unter anderem ist geregelt, dass nicht mehr Holz geerntet werden darf, als auch wieder nachwächst. Geschädigte Waldgebiete können mit Geldern aus dem Forstausgleichsfonds der EKM wieder neu bepflanzt werden.

Dieser war 2012 ins Leben gerufen worden. Hier zahlen alle Eigentümer kirchlicher Flächen ein, um im Schadensfall möglichst schnell reagieren zu können. Nach Einschätzung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist die Kirche hier bereits auf einem guten Weg. Vor allem der eingerichtete Ausgleichsfonds zeige, dass die Kirche schon seit Jahren zukunftsorientiert arbeitet, so der Thüringer Geschäftsführer Tobias Söllner.

EKM besitzt große Agrarflächen in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Außerdem engagiert sich die EKM nach Angaben der Schutzgemeinschaft in zahlreichen Projekten der Umweltbildung. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland besitzt in Thüringen und Sachsen-Anhalt etwa 80.000 Hektar Pachtland und erwirtschaftet damit etwa 20 Millionen Euro jährlich. Hinzu kommen thüringenweit über 6.200 Hektar Waldfläche. Die Wälder werden durch hunderte Pfarreien und Kirchengemeinden jeweils in Klein-Flächen bewirtschaftet.

Mehr zur Landwirtschaft in Thüringen

MDR (ask)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Mai 2022 | 07:00 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen