Parasport Paralympics: Sechs Athleten aus Thüringen sind in Tokio dabei

Vom 24. August bis zum 5. September werden in Tokio die Paralympics ausgetragen. Auch sechs Athletinnen und Athleten aus Thüringen wollen Medaillen holen. Wir stellen vor, wer in Japan an den Start geht.

Kugelstoßer Daniel Scheil
Kugelstoßer Daniel Scheil holte 2016 in Rio de Janeiro die Goldmedaille. Auch in Tokio ist er in diesem Jahr dabei. Bildrechte: dpa

In Tokio werden am Dienstag die Paralympics eröffnet. Der Deutsche Behindertensportverband hat für die Spiele 134 Athletinnen und Athleten nominiert, die sich erstmals als Team Deutschland Paralympics auf den Weg zu den Spielen nach Japan machen. Zum Aufgebot gehören 58 Athletinnen und 76 Athleten, zwei Guides in der Para-Leichtathletik sowie ein Pilot im Para-Radsport.

Sechs davon kommen aus Thüringen. Begleitet werden die Sportlerinnen und Sportler von 119 Personen aus dem Funktionsteam, darunter Trainer, Ärzte und Betreuer. Insgesamt werden bei den verschobenen Paralympics in Tokio bis zu 4.400 Sportlerinnen und Sportler aus rund 160 Nationen erwartet, die um Medaillen und Bestleistungen kämpfen.

Drei Rollstuhlbasketballer der Thuringia Bulls dabei

Drei der sechs Thüringer kommen vom deutschen Rollstuhlbasketball-Meister Thuringia Bulls: Jens-Eike Albrecht, André Bienek und Aliaksandr Halouski. Kein Verein im Freistaat entsendet mehr Sportler nach Tokio. Für Albrecht sind es die ersten, für Halouski die zweiten und für Bienek die vierten Paralympics.

Auf die drei Athleten wartet mit Paralympics-Sieger USA, Weltmeister Großbritannien, dem WM-Dritten Australien, Afrikameister Algerien und dem WM-Vierten Iran eine Hammergruppe. Gleich im ersten Spiel gegen die USA treffen die Elxlebener auf zwei alte Bekannte. Matt Scott und Jake Williams, die früher auch bei den Thuringia Bulls spielten, gehören dem US-Team an, dem Topfavoriten des Turniers.

Um ins Viertelfinale einzuziehen, muss Deutschland mindestens Vierter in der Gruppe werden. Dabei wird es vor allem auf den eingebürgerten Aliaksandr Halouski ankommen. Der gebürtige Belaruse aus Minsk, der wegen eines Knieschadens Parasportler ist, war in der vergangenen Bundesliga-Saison Topscorer.

Jens-Eike Albrecht ist aufgeregt. Auch wenn er, wie alle anderen Athleten, das Olympische Dorf nur zum Training und Spiel verlassen darf, freut er sich auf das Erlebnis. Vor der Reise hat er auch ein paar japanische Vokabeln gelernt.

Sportlich gesehen ist es natürlich fantastisch. Wir konnten uns jetzt seit Jahren einspielen. Die Automatismen sind da. Aber es ist auch toll, mit den anderen zusammenzuspielen.

André Bienek

Tipps bekommt der Debütant von Bulls-Kapitän André Bienek. Der 35-Jährige sieht gute Chancen für die deutsche Mannschaft in Tokio. Gerade er und Halouski spielen seit Jahren zusammen. Insgesamt sind zwölf Spieler sowie sechs Trainer und Betreuer vom deutschen Team dabei. Stolz ist auch der Bulls-Teammanager Lutz Leßmann. Dass drei Spieler aus Elxleben dabei sind, sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit, so Leßmann. Er wird seine Spieler im Fernsehen verfolgen.

Para21 1 min
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Leichtathleten vom HSC Erfurt: Isabelle Foerder und Daniel Scheil

Für den Thüringer Behinderten- und Rehabilitationsportverband (TBRSV) gehen in Tokio die Sprinterin Isabelle Foerder und der Kugelstoßer Daniel Scheil an den Start. Begleitet werden sie von der Bundestrainerin Para-Leichtathletik Marion Peters. Alle drei gehören zum HSC (Handicap-Sports-Club) Erfurt.

Isabelle Foerderer im Suhaim Bin Hamad Stadium in Doha (Qatar).
Isabelle Foerder bei den IPC Athletics World Championships im Suhaim Bin Hamad Stadium in Doha (Katar). Bildrechte: dpa

Für die halbseitig gelähmte Sprinterin Isabelle Foerder ist es die siebte Teilnahme bei den Paralympics. Seit den Spielen 1996 in Atlanta ist die heute 42-Jährige bei allen Spielen am Start gewesen. Ihr Spezialität sind die 100 Meter, auf denen sie bei den Paralympics 2000 in Sydney und 2004 in Athen jeweils die Silbermedaille holte.

Für den durch eine spastische Tetraparese gehandicapten Daniel sind es nach Rio 2016 die zweiten Spiele. Damals holte er die Goldmedaille. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen, vor allem seine eigenen. "Die Konkurrenz schläft ja auch nicht", sagt der 48-Jährige.

Kugelstoßer Daniel Scheil schaut während eines Interviews zur Kamera. 1 min
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Bahnradfahrer vom SSV Gera 1990: Robert Förstemann

Im Bahnrad-Duo geht der gebürtige Greizer Robert Förstemann vom SSV Gera 1990 e.V. an den Start. Bereits mit 15 Jahren begann der heute 35-Jährige mit dem Radsport. Heute kann er auf eine lange Liste an Erfolgen zurückblicken, unter anderem den Welt- und Europameister-Titel im Teamsprint 2010 und Olympia-Bronze bei den Sommerspielen 2012 in London.

Seit 2019 geht Förstemann als Pilot im Paracycling an den Start. Nachdem er die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 verpasste, träumt er nun gemeinsam mit seinem sehgeschädigten Team-Partner Kai Kruse von einer paralympischen Medaille. Von der letzten Weltmeisterschaft in Kanada nahm das Duo Anfang 2020 schon Bronze mit nach Hause.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 24. August 2021 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

Lyn vor 14 Wochen

Viel Erfolg!

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