Kriminalität Thüringer Polizei warnt erneut vor Betrügern am Telefon

Immer wieder versuchen Telefonbetrüger, vor allem Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes zu bringen. Dabei setzen sie auf den Schockeffekt - und erzählen etwa von einer angeblichen Corona-Erkrankung eines Angehörigen.

Eine Frau steht vor einem Fenster und telefoniert.
Die Betrüger rufen gezielt ältere Menschen an und konfrontieren sie mit erlogenen schlechten Nachrichten, um an ihr Geld zu gelangen. Bildrechte: MDR/imago/Pressedienst Nord

Die Thüringer Polizei warnt erneut vor sogenannten Schockanrufen. Wie Patrick Martin, Sprecher der Landespolizeidirektion, MDR THÜRINGEN sagte, melden sich immer öfter ältere Menschen beim Notruf und berichten von solchen Anrufen.

Die Betrüger nutzen den Angaben zufolge besonders häufig zwei Maschen: Entweder behaupten sie als "falsche Polizisten", ein naher Angehöriger sei festgenommen worden und es werde eine Kaution benötigt - sonst müsste der Verwandte ins Gefängnis. Oder sie geben sich als Ärzte aus, berichten von einer schweren Corona-Infektion eines Angehörigen und behaupten, nur eine teure Spritze könnte das Familienmitglied retten.

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MDR um 4 Fr 30.07.2021 17:00Uhr 04:07 min

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Polizei: Misstrauisch bleiben und Verwandte informieren

Bei beiden Maschen versuchen die Betrüger, an mehrere tausend Euro Bargeld zu gelangen - etwa bei einer Übergabe direkt an der Haustür.

Die Thüringer Polizei rät, bei Anrufen dieser Art stets misstrauisch zu sein. Zweifelhafte Gespräche sollten abgebrochen werden, die angerufenen Personen sollen Familienmitglieder informieren - oder gleich die Polizei.

Polizeisprecher Patrick Martin sagte weiter, es werde immer versucht, eine glaubwürdige Geschichte zu erfinden. Wenn das gelinge, könne der Betrug schnell in die Zehntausende gehen. Es seien schon Fälle mit bis zu 50.000 Euro Schaden bekannt geworden.

Betrüger finden Namen und Nummern im Telefonbuch

Das Phänomen betrifft laut Polizei derzeit Regionen in ganz Thüringen. Dahinter steckten organisierte Banden. Sie suchen laut Martin gezielt ältere Menschen anhand der Vornamen im Telefonbuch heraus, um diese mit den vermeintlich schockierenden Nachrichten zu konfrontieren.

Eine 92-jährige Erfurterin sei bereits fünfmal angerufen worden. Vergangene Woche konnte in Weimar ein Verdächtiger festgenommen werden. Dort waren zuvor sieben Fälle gemeldet worden. Von den Angerufenen fiel jedoch niemand auf die Masche herein. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten die Betrüger allerdings mehrfach Erfolg - etwa in Dingelstädt, Erfurt, Schmalkalden, Kaulsdorf und Zeulenroda.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Oktober 2021 | 09:00 Uhr

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