Thüringen Einige Verletzte und kleinere Brände: Silvesternacht blieb laut Polizei recht ruhig

In Jena hat ein Mann in einer Wohnung randaliert und vier Polizisten verletzt, in Nordhausen ging ein Auto in Flammen auf und in Stadtilm wurde ein junger Mann vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen. Ansonsten war die Silvesternacht in Thüringen aus Sicht der Polizei und der Rettungsdienste relativ ruhig.

Die Silvesternacht ist in Thüringen aus Sicht der Polizei recht ruhig verlaufen. Mancherorts gab es kleinere Brände und Auseinandersetzungen zwischen Personen. Einen größeren Einsatz gab es am Samstagmorgen in Jena. Dort verletzte ein Mann fünf Polizisten, einen davon schwer. Die Mutter des Mannes hatte die Polizei gegen 8 Uhr morgens gerufen, weil er in seiner Wohnung randaliert habe, hieß es. Der 40-Jährige habe massiven Widerstand geleistet, so die Polizei weiter. Waffen seien nicht zum Einsatz gekommen.

Eine Leiter lehnt an einem offenen Fenster eines Wohnhauses in Jena.
Polizeibeamte verschafften sich Zugang zu der Wohnung, in der der Mann randalierte. Bildrechte: MDR/Johannes Krey

Jugendlichen in Gewahrsam genommen

In Stadtilm nahm die Polizei einen angetrunkenen 18-Jährigen vorübergehend in Gewahrsam. Der junge Mann habe sich polizeilichen Maßnahmen widersetzt, nachdem er beim Abbrennen von Feuerwerk in einer Straße ertappt wurde. Er habe zu einer Gruppe von etwa 50 Jugendlichen gehört, die sich zuvor auf dem Marktplatz zum Feiern getroffen hatte. Die Gruppe habe sich dann nach entsprechender Aufforderung der Polizei zerstreut, hieß es.

In Nordhausen ging ein geparktes Auto in der Silvesternacht in Flammen auf und brannte aus. Ob Feuerwerkskörper das Auto in Brand gesetzt haben, wird noch ermittelt. In Berlingerode im Eichsfeld sprengten Unbekannte einen Zigarettenautomaten aus seiner Verankerung. In Heiligenstadt warfen Unbekannte einen Böller durch ein offenes Fenster in ein Wohnzimmer. Dabei wurde laut Polizei ein Teppich beschädigt.

Feuerwerk am Nachthimmel 2 min
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2 min

MDR THÜRINGEN JOURNAL Sa 01.01.2022 19:00Uhr 02:15 min

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Böller an Gedenkstätte gezündet

Bei Weimar sorgte ein Paar aus Sömmerda für Irritationen. Die Beiden brannten am Glockenturm der KZ-Gedenkstätte Buchenwald eine Feuerwerksbatterie ab. Die Polizei erteilte einen Platzverweis bis zum Neujahrsmorgen. Das Paar habe angegeben, in völliger Unkenntnis der Bedeutung des Ortes gehandelt zu haben. Die Polizei geht nicht von einem politischen Motiv aus.

Rettungsleitstellen melden ebenfalls ruhige Silvesternacht

Auch für die Rettungsdienste in Thüringen ist der Jahreswechsel relativ ruhig verlaufen. Ein Sprecher der Leitstelle Gotha sagte MDR THÜRINGEN, die Silvesternacht sei entspannt gewesen. Eigentlich kenne man das aus den früheren Jahren anders. In mehreren Fällen habe der Rettungsdienst Menschen helfen müssen, die offenbar wegen des plötzlich milden Wetters Herz-Kreislauf-Beschwerden hatten. Typische Silvestereinsätze habe es dagegen kaum gegeben.

Die Leitstelle Gotha registrierte lediglich zwei Betrunkene, die sich bei Stürzen verletzt hatten. Von einer ähnlich ruhigen Silvesternacht berichteten die Leitstellen Gera, Suhl und Erfurt. In Erfurt musste die Feuerwehr zu acht Einsätzen ausrücken, vor allem wegen kleinerer Brände, die mit nur einem Löschfahrzeug unter Kontrolle gebracht werden konnten. Die Leitstelle Nordhausen meldete zu dem abgebrannten Auto auch einen Brand in einer Gartenlaube.


Hinweis der Redaktion vom 10. Januar 2022: Wir haben den Absatz zur Auseinandersetzung in Jena nach einem Nutzerhinweis und einer Rückfrage bei Polizei und Staatsanwaltschaft nachträglich geändert. Nicht die Lebensgefährtin hat die Polizei gerufen, sondern die Mutter des Mannes. Außerdem wurden nicht vier Beamte verletzt, sondern fünf. Ferner berichten wir in einem Folgebeitrag, dass der Mann drei Tage nach der Auseinandersetzung gestorben ist.

Quelle: MDR(dr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Januar 2022 | 12:00 Uhr

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