Corona-Auflagen Ramelow will Bewegungsfreiheit in ganz Thüringen begrenzen

In Thüringen soll es vorerst keine Lockerung der Corona-Auflagen geben. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow am Sonntag in einer Videoübertragung an. Stattdessen plädiert Ramelow für weitere Verschärfungen.

Bodo Ramelow mit Mundschutz
Verschärfungen statt Lockerungen. Bodo Ramelow möchte den Bewegungsradius der Thüringer auf 15 Kilometer beschränken. Bildrechte: dpa

In Thüringen wird es im Januar keine Lockerung der Corona-Auflagen geben. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow in einer Video-Konferenz an. Das bedeute, dass auch Schulen und Kindergärten weitgehend geschlossen bleiben.

Ab Februar: Eingeschränkter Regelbetrieb für Schulen

Im Februar sollten dann die Schulen in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen. Es seien zwar noch keine offiziellen Beschlüsse gefasst worden, aber man sei sich einig, dass das Infektionsgeschehen verringert werden müsse. Derzeit sei es zu früh, um Lockerungen zu beschließen. Das Virus habe auch über die Feiertage Krankenhäuser und Pflegeheime auf Trab gehalten, so Ramelow.

Screenshot Bodo Ramelow in einer Videoboschaft auf dem YouTube-Kanal des Freistaats Thüringen
Bodo Ramelow in einer Videoschalte am 3. Januar 2021. Bildrechte: Screenshot Youtube-Kanal Freistaat Thüringen

Die derzeitge Corona-Verordnung des Landes Thüringen ist bis zum 10. Januar gültig. Für die Zeit danach muss eine neue Verordnung beschlossen werden.

Bewegungsradius für alle Thüringer beschränken

Darüber hinaus hält Ramelow eine Verschärfung der bisherigen Corona-Regeln für nötig. Er habe dem Kabinett vorgeschlagen, nach dem Beispiel von Sachsen, den Bewegungsradius der Menschen im Freistaat auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken.

Ramelow reagierte damit auch auf den Ansturm, den es am Wochenende auf die Wintersportgebiete im Thüringer Wald gab, wo sich entgegen den Kontaktbeschränkungen Menschen aus verschiedenen Landesteilen sowie aus Franken begegneten.

Haus nur mit triftigen Grund verlassen

Ramelow appelierte an die Thüringer und Thüringerinnen, Menschenansammlungen zu vermeiden. Das gelte auch für beliebte Winterurlaubsgebiete im Thüringer Wald. Dort komme es derzeit zu einem Geschehen, das in den Städten bereits untersagt sei. Das könne man nicht so laufen lassen, so Ramelow. Er appelliert erneut daran, Masken zu tragen und Abstand zu halten, vor allem zu Menschen, mit denen man nicht zusammen wohne.

Außerdem sollten gemeinsam in der Öffentlichkeit nur Personen unterwegs sein, wenn sie aus einem Haushalt seien, maximal fünf. Man sollte immer einen triftigen Grund haben, sein Haus verlassen. Ramelow empfahl für Erfurt, die städtischen Parks und den Steiger zu benutzen, anstatt dass alle in den Thüringer Wald fahren.

Hohes Infektionsgeschehen in Thüringen

In Thüringen und Sachsen gebe es derzeit das höchste Infektionsgeschehen. Am kommenden Dienstag werden die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen beraten. Sein Kabinett sei sich jedoch einig, dass die Corona-Einschränkungen beibehalten werden sollen, so Ramelow.

In den vergangenen Tagen ist die Zahl der mit dem Corona-Virus Infizierten weiter gestiegen. Nach Angaben der Gesundheitsämter wurden am 2. Januar 13.429 Fälle verzeichnet. Das sind 1.667 mehr als vor zwei Wochen. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Virus infiziert waren, ist um weitere 19 auf insgesamt 1.053 gestiegen. (Stand 2. Januar).

Die höchsten Infektionsraten haben der Wartburgkreis, Hildburghausen und Eisenach. Die niedrigsten Raten gibt es im Kyffhäuserkreis, in Erfurt und in Nordhausen. Auf Intensivstationen werden derzeit 215 Patienten mit Corona-Virus behandelt. 121 davon werden beatmet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. Januar 2021 | 17:00 Uhr

420 Kommentare

beyer vor 42 Wochen

Warmduscher sind wohl eher die, welche mit dem Auto ohne eigene Verpflegung in der Pandemie zur Rodelbahn fahren. Natürlich ist es gesund sich draußen zu bewegen - dazu zählt aber nicht das Autofahren mit offenen Fenster.

Micky Maus vor 42 Wochen

"Der Corona-Shutdown wird verschärft: Kanzlerin Merkel und die Länderchefs haben beschlossen, dass in Landkreisen mit Inzidenzwerten über 200 der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt werden soll. "

Quelle: spiegel

das hat ja nun Sachsen schon lange Dank Herrn Kretschmer.
Aber nützen tut das nix!!!

Breakpoint vor 42 Wochen

@Ritter Runkel --- Hatten Sie schon eine SARS-CoV-2-Infektion? --- Nein? --- Na dann wäre es doch möglich, dass Ihr ständiges "mit dem Finger in der Nase bohren" tatsächlich einen gewissen Schutz bewirkt. 😎

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