Studie Seit Rauchmelder-Pflicht in Thüringen: Deutlich weniger Tote bei Bränden

Seit Beginn der Rauchmelder-Pflicht in Thüringer Wohnungen hat sich die Zahl der Toten bei Wohnungsbränden fast halbiert. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Land Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hat. Wie ein Sprecher des Infrastrukturministeriums sagte, zeichnet sich der Trend auch bundesweit ab.

Einbau eines Rauchmelders
In allen Thüringer Wohnungen müssen spätestens seit 2019 Rauchmelder installiert sein. Laut einer Studie ist die Zahl der Toten bei Bränden dadurch reduziert worden. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Für Thüringen zeigt sich, dass vor der Einführung der Rauchmelder-Pflicht im Jahr 2019 im Schnitt 12 Menschen bei Wohnungsbränden starben. Danach waren es im Schnitt nur noch 6,6 pro Jahr.

Rauchmelder-Pflicht: Keine systematischen Kontrollen

Seit 2008 müssen in neu gebauten Thüringer Häusern Rauchmelder installiert sein. Seit 2019 müssen sie auch in Bestandsbauten angebracht sein. Systematisch kontrolliert wird das nach Angaben des Infrastrukturministeriums nicht. Die Bauaufsichtsbehörden werden demnach nur tätig, wenn es konkrete Hinweise auf Verstöße gibt.

Die Rauchmelder-Pflicht ist in allen Bundesländern bei Neu- und Umbauten Pflicht. In 15 von 16 Bundesländern gilt sie auch für Bestandsbauten - außer in Sachsen. Die sächsische Regierung hat eine Nachrüstpflicht auch für bestehende Wohngebäude bis Ende 2024 beschlossen. Der Landtag muss aber noch darüber abstimmen.

MDR (kag/fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Mai 2022 | 12:00 Uhr

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