Stimmungstest vor der Bundestagswahl Landtagwahl in Sachsen-Anhalt: Reaktionen aus Thüringen

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gilt als Stimmungstest für die Bundestagswahlen im September. Nach den Hochrechnungen von Sonntagabend konnte die CDU in Sachsen-Anhalt deutlich hinzugewinnen. AfD, Linke und SPD mussten Verluste einstecken. So reagieren die Politiker in Thüringen auf die vorläufigen Ergebnisse.

Die Reaktionen auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, die als Stimmungstest für die Bundestagswahl im September gilt, fallen in Thüringen unterschiedlich aus. Die Reaktionen aus Thüringen im Einzelnen:

CDU-Fraktionschef Voigt: Rückenwind für die CDU

Thüringens CDU hat das Ergebnis der Wahl in Sachsen-Anhalt als großen Erfolg bezeichnet. CDU-Landtagsfraktionschef Mario Voigt sagt MDR THÜRINGEN, die Wahl sei auch ein Stimmungstest gewesen. Durch das Ergebnis bekomme die Union Rückenwind im Wahlkampf für die Landtagswahl in Thüringen und für die Bundestagswahl. Für die CDU gehe im Osten die Sonne auf, sagte Voigt dem MDR THÜRINGEN JOURNAL.

Mario Voigt im Foyer des Landesfunkhaus Thüringen
Für die CDU gehe im Osten die Sonne auf, sagte Thüringens CDU-Chef Voigt dem MDR THÜRINGEN JOURNAL. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

AfD-Co-Chef Möller: "Ergebnis gar nicht mal so schlecht"

Thüringens AfD-Co-Landeschef Stefan Möller nannte das Abschneiden der Sachsen-Anhalt-AfD "gar nicht mal so schlecht". Die Partei sei in Sachsen-Anhalt immer noch eine von zwei Volksparteien. Dieses Ergebnis habe man trotz Beobachtung durch den Verfassungsschutz und negativer Berichterstattung erreicht. Eine genaue Analyse des Ergebnisses müsse jetzt erfolgen.

Stefan Möller (AfD) im Foyer des Landesfunkhaus Thüringen
Der AfD-Chef Stefan Möller bezeichnet das Ergebnis als "gar nicht mal so schlecht". Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Kemmerich hofft auf stabilisierenden Effekt für Thüringer FDP

Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich erhofft sich durch das gute Abschneiden seiner Parteikollegen in Sachsen-Anhalt einen stabilisierenden Effekt für die Thüringer FDP. Erstmals seit zehn Jahren könnte die FDP in Sachsen-Anhalt den Einzug in den Magdeburger Landtag schaffen. Laut Kemmerich besteht die Chance, dass die FDP zusammen mit CDU und SPD eine Regierung in Magdeburg bildet.

Thomas Kemmerich (FDP) im Foyer des Landesfunkhaus Thüringen
Thomas Kemmerich sieht Chancen, dass die FDP gemeinsamt mit CDU und SPD in Sachsen-Anhalt die neue Regierung bilden könnte. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Grüne zufrieden Zugewinn

Thüringens Landessprecher der Grünen, Bernhard Stengele, äußerte sich zufrieden über den Stimmenzugewinn. Das Ergebnis sei etwas besser als bei der letzten Landtagswahl. Nach den Hochrechnungen von Sonntagabend konnten die Grünen in Sachsen-Anhalt rund ein Prozent dazu gewinnen, blieben aber im einstelligen Bereich.

Bernhard Stengele (Grüne) im Foyer des Landesfunkhaus Thüringen
Der Parteisprecher der Thüringer Grünen, Bernhard Stengele, ist zufrieden über das Stimmenplus. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Linke sieht andere Parteien im Vorteil

Die Linke verliert im Vergleich zur Landtagswahl 2016. Nach Angaben der kommissarischen Thüringer Landeschefin Heike Werner ist das darauf zurückzuführen, dass die Regierungsparteien bei einer Wahl grundsätzlich im Vorteil seien. Die Linke könne in Magdeburg aber gute Oppositionsarbeit machen, etwa in der Sozialpolitik.

Heike Werner (linke) im Foyer des Landesfunkhaus Thüringen
Heike Werner macht den Vorteil der Regierungsparteien für die Stimmverluste der Linken verantwortlich. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Thüringer SPD enttäuscht

Die Thüringer SPD hofft, dass die Parteifreunde in Sachsen-Anhalt weiter mitregieren können. Fraktionschef Matthias Hey zeigte sich dennoch enttäuscht über die 8,5 Prozent im Nachbar-Bundesland.

Matthias Hey (SPD) im Foyer des Landesfunkhaus Thüringen
SPD-Fraktionschef Matthias Hey ist enttäuscht über das Wahlergebnis seiner Parteikollegen in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

In Sachsen-Anhalt ist am Sonntag ein neuer Landtag gewählt worden. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis liegt die CDU mit 37 Prozent deutlich vorn, zweitstärkste Kraft ist die AFD mit 20,8 Prozent. Nach den Hochrechnungen von Sonntagabend haben die Linken mit knapp 11,2 Prozent das drittbeste Ergebnis. SPD, FDP und Grüne bleiben im einstelligen Prozentbereich.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis, the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. Juni 2021 | 19:00 Uhr

27 Kommentare

emlo vor 7 Wochen

Wie kommen Sie auf die absurde Idee, die AfD in einen Topf mit CDU und FDP zu stecken und die AfD zu allem Überfluss auch noch als "bürgerlich" zu bezeichnen? Die CDU und die FDP sind weder nationalistisch noch rechtsextremistisch, weite Teile der AfD schon. Kurz: Die von Ihnen herbei phantasierten Schnittmengen dieser Parteien gibt es so nicht!

Paul Johannes vor 7 Wochen

Erstaunlich ist die Verteilung der Bürgerstimmen.........
Für CDU,Afd und FDP haben ca. 63 Prozent der Wähler gestimmt........ Für das Rot-Rot-Grüne Lager haben circa 26 Prozent gestimmt. Und das jetzt mal ganz ohne Blockbrille und wer mit wem, zeigt wo die Sachsen-Anhaltiner hinwollen.Ein ganz klarer Wahlbeweis für eine bürgerliche Regierung ohne SPD,Grüne und Linke!!!Wenn die CDU jetzt trotz ihres Erfolges wieder Stützräder aus dem "Lager" der Verlierer also dem RRG-Lager holt um regieren zu können, dann ist das schon sehr fragwürdig!

emlo vor 7 Wochen

Was Sie da anführen ist sicher nicht falsch. Aber die desaströse Situation an den Schulen und der (mindestens gefühlte) Verlust an Sicherheit durch massive Einsparungen bei der Polizei, das Kaputtsparen im Gesundheitswesen, all das geht eben auch auf das Konto der CDU. Ob man da wirklich von "Wälder pflanzen" sprechen kann, wage ich zu bezweifeln.

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