Politik Thüringer Reaktionen auf Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, haben Thüringer Politiker am Sonntagabend das Abschneiden ihrer Parteien kommentiert.

 Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD, l-r), und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Bündnis90/Die Grünen), unterhalten sich am 28.01.2016 vor Beginn der Ministerpräsidentenkonferenz in der NRW-Landesvertretung in Berlin nebeneinander.
Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer (SPD) und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann (Grüne) Bildrechte: dpa

Siege für die beiden Amtsinhaber, Stimmenverluste für die CDU: Bei den Landtagswahlen zum Auftakt des Superwahljahrs haben sich die Grünen in Baden-Württemberg und die SPD in Rheinland-Pfalz klar als stärkste Kraft behauptet. Sechs Monate vor der Bundestagswahl stürzte die CDU auf historisch schlechte Ergebnisse ab. In beiden Ländern könnten SPD, FDP und Grüne Hochrechnungen zufolge nun ein Ampel-Bündnis schmieden - und die CDU als je zweitstärkste Kraft außen vor lassen. Die AfD musste in beiden Ländern Verluste einstecken. Die FDP konnte vor allem in Baden-Württemberg zulegen. Die Linke schaffte bei keiner Wahl den Einzug ins Parlament.

Christian Hirte (CDU): Historisch schlechtes und dramatisches Ergebnis

Thüringens CDU-Landeschef Christian Hirte hat das Abschneiden seiner Partei bei den Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg als extrem schmerzlich bezeichnet. Hirte sagte MDR THÜRINGEN, man müsse nicht drum herum reden, das sei ein historisch schlechtes und dramatisches Ergebnis. Hirte machte auch die sogenannte Maskenaffäre mehrerer CDU-Abgeordneter für das schlechte Abschneiden verantwortlich.

Georg Maier (SPD): Sensationelles Ergebnis in Rheinland-Pfalz

Der SPD-Landesvorsitzende Georg Maier nannte das Ergebnis seiner Partei in Rheinland-Pfalz sensationell. Dieses sei in erster Linie ein Erfolg von Malu Dreyer und ihrer Krisenpolitik. Auch die Prognose in Baden-Württemberg sei angesichts des Bundestrends ein achtbares Ergebnis. Es sei immer schwierig, aus der Opposition heraus Wahlkampf zu machen, noch dazu unter diesen schwierigen Bedingungen.

Bernhard Stengele (Die Grünen): Vertrauen in Pandemiezeit bewahrt

Der Grünen-Landessprecher Bernhard Stengele sagte, auch in der schwierigen Pandemiezeit habe Winfried Kretschmann das Vertrauen bewahrt. Das Ergebnis in Rheinland-Pfalz ist seinen Angaben nach besonders erfreulich, weil die Grünen als einzige Partei innerhalb der Regierung dazugewonnen haben. Seiner Ansicht nach werden nach der Corona-Pandemie die Themen Artenvielfalt und Klimaschutz nach vorne kommen.

Bernhard Stengele, Landessprecher Grüne Thüringen
Bernhard Stengele, Landessprecher der Grünen in Thüringen Bildrechte: dpa

Stefan Möller (AfD): Warnschuss für die AfD

AfD-Landessprecher Stefan Möller zeigte sich unzufrieden. Seine Partei gehöre leider zu den Wahlverlierern. Die AfD müsse die Ergebnisse der beiden Landtagswahlen als einen Warnschuss verstehen.

Stefan Möller (AfD)
Stefan Möller, AfD-Landessprecher in Thüringen Bildrechte: MDR/Stefan Möller

Steffen Dittes (Die Linke): Ziel verfehlt

Auch Linken-Fraktionschef Steffen Dittes sagte, die Partei habe das Ziel, in die Landtage einzuziehen, verfehlt. In Baden-Württemberg habe die Linke aber leicht zugelegt. Das zeigt laut Dittes, dass die Linke Potenzial habe, Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren, besonders in Hinblick auf die Bundestagswahl.

Steffen Dittes (Die Linke) in einer Plenarsitzung des Thüringer Landtags
Steffen Dittes, Vorsitzender Fraktion "Die Linke" im Thüringer Landtag Bildrechte: IMAGO / Jacob Schröter

Thomas Kemmerich (FDP): Zufrieden mit den Wahlergebnissen

Der Fraktionsvorsitzende der Thüringer FDP, Thomas Kemmerich, zeigt sich nach den Wahlprognosen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zufrieden. In beiden Ländern habe die Partei sehr erfolgreich abgeschnitten. Besonders zufrieden zeigte sich Kemmerich mit dem zweistelligen Ergebnis in Baden-Württemberg. Kemmerich führt das auf die konsequente Linie der FDP während der Corona-Pandemie zurück.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. März 2021 | 20:00 Uhr

49 Kommentare

Saxe vor 43 Wochen

Die CO2 Steuer wurde im Mai 2020 von der Bundesregierung beschlossen. Waren die Grünen da Bestandteil der Bundesregierung?
Und jetzt überdenken Sie bitte nochmal den Teil Ihres Kommentares, in dem Sie behaupten, die Wahrheit käme immer mehr unter die Räder.

Saxe vor 43 Wochen

Defintion Demokratie: "politisches Prinzip, nach dem das Volk durch freie Wahlen an der Machtausübung im Staat teilhat"
Nicht Wähler machen vom Prinzip der freien Wahl Gebrauch, denn dazu gehört auch das nicht wählen. Sie betätigen sich also schon im Sinne der Demokratie.
Warum sollten Sie also Demokratie wollen, wenn Sie diese schon haben und sogar nutzen?

AlexLeipzig vor 43 Wochen

Ernst678: "warum wohl?" Weil Ihre Aussage nicht stimmt! Die CO2-Steuer kommt nicht von den Grünen, sondern wurde von Schwarz-Rot beschlossen. Auch werden in BaWü nicht rücksichtslos die ärmeren Bevölkerungsschichten durch die Grünen belastet (sonst hätten die nach 10 Jahren nicht so gewählt!). Unter welche Räder ist Deutschland geraten? Das war für mich hier in Leipzig nicht zu merken... Und Ritter Runkel: ich sage Ihnen, daß ich anderer Meinung bin. Diskutieren wollte ich das auch schon mit Ihnen, als Sie diese Nachricht ("Die Gesellschaft kann sich die Grünen nicht leisten") schon zuvor kundgetan haben (ich glaube, mittlerweile 5 oder 6 Mal). Sie haben mir nur leider nicht geantwortet. Worin besteht jetzt aber die Diffamierung und Beleidigung?

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