Nachhaltigkeit Umweltministerin will Reparatur-Bonus für Elektrogeräte neu auflegen

Im vergangenen Jahr konnten Thüringer einen Zuschuss von 100 Euro beantragen, wenn sie ihre defekten Geräte reparieren ließen. Das in Deutschland einmalige Projekt soll nach dem Willen von Umweltministerin Siegesmund auch künftig wieder angeboten werden.

Anja Siegesmund
Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) will den sogenannten Reparatur-Bonus auch in diesem Jahr anbieten. Insgesamt 400.000 Euro sind im vergangenen Jahr dafür ausgezahlt worden, dass Menschen ihre Elektrogeräte reparieren lassen anstatt sie wegzuschmeißen. Wegen der hohen Nachfrage war der Etat zwischenzeitlich um 250.000 Euro aufgestockt worden.

Jeder volljährige Thüringer konnte für die Reparatur defekter Geräte wie Waschmaschinen, Staubsauger oder Laptops einen Zuschuss von 100 Euro pro Jahr beantragen. 6.000 Anträge wurden laut Ministerium bewilligt. Die Förderung soll neu aufgelegt werden, sobald der Haushalt steht, teilte Siegesmund mit. Wieviel Geld das Land dafür bereitstellen will, steht noch nicht fest.

Siegesmund sagte, "das Recht auf Reparatur ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu echter Nachhaltigkeit. Die meisten Menschen haben Einweg- und kurzlebige Produkte satt und wollen mehr Langlebigkeit". Sie sei überzeugt, dass auch das Bundesumweltministerium die Idee umsetzt.

Quelle: MDR(sar)

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Januar 2022 | 17:00 Uhr

6 Kommentare

Ilse vor 38 Wochen

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"Nur mit längeren gesetzlich garantierten Garantiezeiten"

Absolut das einzige wahre Mittel. Für viele Billiggeräte finden sie gar keine Ersatzteile, weil die nicht vom Gerätehersteller kommen, es sei denn sie zerlegen ein neues Billiggerät. Auch bei Markenhersteller werden Bauteilebezeichnungen gar nicht aufgedruckt, dann können sie gleich das halbe Gerät wechseln. Ich sehe den Reparaturbonus als Fake, die Grünen als wählbarer erscheinen zu lassen.

mattotaupa vor 38 Wochen

"...lange Garantiezeiten und ein Reperaturservice innerhalb von 7 Tagen vorgeschrieben..." also befürworten sie planwirtschaft und einstellung von modelwechseln ohne einsatz von revolutionärer neuer technik als grund? denn anders läßt sich keine logistik aufrecht erhalten, die wirklich jedes bauteil eines jeden gerätes innerhalb von 7 tagen vorhält. eine firmenübergreifende standardisierung von diversen schnittstellen zu universelleren nutzung von bauteilen scheitert in der marktwirtschaft, wo patente auf alles und jeden bestehen. schauen sie sich die vielfalt der handy-ladekabel oder die vielfalt der autobauteile an. standardisierung würde bei batterieautos auch den akkutausch anstatt ewiger ladezeiten ermöglichen, ist aber nicht gewollt. "LED Lampe kaputt, muss man die ganze Lampe entsorgen. Das gehört abgeschafft." korrekt.

mattotaupa vor 38 Wochen

"Es ginge also, wenn man wollte." richtig, nur will man das nicht. das aktuelle wirtschaftssystem ist auf dauernden umsatz ausgerichtet. ein markt läuft gefahr gesättigt zu sein, wenn nichts mehr nach der geplanten zeit kaputt ginge und auf einem gesättigten markt kann nichts mehr verkauft werden. im kapitalismus wird nachhaltigkeit also niemals funktionieren. es mag mal den ein oder anderen ausreißer geben aber auch sogenannte markenfirmen wollen ihre produkte nicht durchgängig so dauerhaft bauen, daß das nachfolgemodell absatzprobleme bekommt. einer marksättigung könnte man nur mit höherem preis entgegenwirken aber wer kauft nen aktuellen 99,95€-staubsauger für 1.999,95€, nur weil der bis ans lebensende hält?

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