Justiz Nach Urteilen im Ballstädt-Prozess: Staatsanwaltschaft und Verteidigung legen Revision ein

Die Urteile aus dem Ballstädt-Prozess werden nicht alle rechtskräftig: Von den neun Verurteilten haben vier Revision eingelegt, darunter der Hauptangeklagte. Die Staatsanwaltschaft zog nach.

Mehrere Menschen sitzen hinter Bänken in einer Halle, die zum Gerichtssaal umgebaut wurde
Die Angeklagten während des Prozesses in der Messehalle in Erfurt. Bildrechte: MDR/Peter Sommer

Nach den Urteilen des Landgerichts Erfurt zum Überfall auf die Kirmesgesellschaft in Ballstädt 2014 haben vier der neun Angeklagten Revision eingelegt. Nach Angaben des Gerichts ist darunter der Hauptangeklagte. Die Staatsanwaltschaft habe ebenfalls Rechtsmittel gegen diese vier Urteile eingelegt. Am Montag endete die Frist, um Revision einzulegen.

Das Landgericht hatte die neun Angeklagten im Juli in einem zweiten Prozess wegen des Überfalls auf die Kirmesgesellschaft wegen gefährlicher Körperverletzung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Gegen sieben Angeklagte verhängte das Gericht jeweils eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zwei weitere Beschuldigte erhielten jeweils ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung. 

Prozess musste wiederholt werden

Bei einem Überfall von Rechtsextremen auf eine Feier des ortsansässigen Kirmesvereins in Ballstädt waren im Februar 2014 zehn Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Die in einem ersten Prozess im Jahr 2017 verhängten Freiheits- und Bewährungsstrafen hob der Bundesgerichtshof im vergangenen Jahr wegen Formfehlern auf, weshalb die Tat nun vor dem Landgericht Erfurt komplett neu verhandelt wurde.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gegen zwei Angeklagte wurde das Verfahren zuvor gegen Zahlung einer Geldsumme von 6.000 Euro beziehungsweise 3.000 Euro eingestellt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/seg/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Juli 2021 | 10:00 Uhr

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