29. Thüringer Schäfertag Nachwuchssorgen bei Schäfern in Thüringen

Thüringer Schäfern fehlt es an Auszubildenden. Heute trafen sie sich in Hohenfelden im Weimarer Land, um sich über die Lage in ihren Betrieben auszutauschen. Auch der Landesmeister im Schafehüten wurde ausgerichtet.

Schafe und Schäfer
Am Samstag wurde in Hohenfelden im Weimarer Land der 29. Thüringer Schäfertag ausgerichtet. Bildrechte: dpa

Dem Thüringer Schafzuchtverband fehlt es an Nachwuchsschäfern. Wie Uwe Erl, Zuchtleiter des Landesverbandes der Thüringer Schafzüchter, MDR THÜRINGEN sagte, gibt es in diesem Jahr nur zwei Auszubildende. Um den Generationswechsel in den Betrieben zu gewährleisten, müssten in den nächsten Jahren aber mindestens zehn Lehrlinge ihre Ausbildung zum Schäfer abschließen.

Sechs Euro Stundenlohn

Gründe für den Nachwuchsmangel sind laut Erl vor allem die hohe Arbeitsbelastung und die schlechte Entlohnung. Der Stundenlohn liege zwischen fünf und sechs Euro bei etwa 3.000 Arbeitsstunden pro Jahr. Thüringenweit gibt es rund 150 gewerbliche Schafhalter. Am Samstag haben sie sich zum 29. Thüringer Schäfertag in Hohenfelden im Weimarer Land getroffen, um sich über die Lage in den Betrieben auszutauschen.

Schafe und Schäfer
Schäfer Herbert Kind aus Königsee Bildrechte: dpa

Landesmeister im Schafehüten gekürt

Anlässlich des Schäfertages wurde auch die Landesmeisterschaft im Schafehüten ausgerichtet. Dabei schaffte es der Titelverteidiger, Herbert Kind aus Königsee, sich erneut gegen seine Konkurrenten durchzusetzen. Bei dem Wettbewerb mussten die Schäfer mit ihren eigenen Hunden und einer fremden Herde verschiedene Stationen absolvieren. Die Herde stellte die Schäferei Gerd Kößler.

MDR (cfr)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. August 2022 | 18:00 Uhr

10 Kommentare

martin vor 23 Stunden

@martinh: Nun, die meisten Großbetriebe jammern zwar auch - aber bei der Menge an Subventionen die ja überproportional an die Betriebe der industriellen Landwirtschaft fließen, finde ich das durchaus ein "bemerkenswertes" Niveau.

Und ja, die Frachtpreise sind meiner Meinung nach weiterhin zu niedrig - ein erheblicher Teil der realen Kosten der Seeschifffahrt oder gar der Fliegerei wird ja nicht in Rechnung gestellt sondern indirekt auf die Allgemeinheit umgelegt.

martinh Gestern

Eine große Unterstützung für ALLE Landwirte, egal ob Großbetrieb oder kleiner Schäfer, wäre eine ordentliche Bezahlung und Wertschöpfung ihrer Erzeugnisse.

Besonders bei Schäfern ist das große Problem die billige Konkurrenz aus dem teils fernen Ausland. Warum ist Fleisch und Wolle aus z.B. Australien oder Neuseeland billiger und besser als das hier produzierte?
Der Erlös der verkauften Wolle bringt hierzulande nicht mal mehr den Schurlohn ein, wenn man die Wolle überhaupt noch los wird.

Anni22 Gestern

@ martin Ist ein Ausbildungsberuf, genau wie Schweine- oder Rinderhirte. Solange Sie nicht Selbständiger Schafhalter sind, sind Sie doch wohl angestellt, z. Bsp bei einer Agrargenossenschaft. Aber vielleicht weiß ein Betroffener mehr dazu, alles sehr wage was man dazu im Internet findet.

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