"Flockdown" Weiter massive Verkehrsbehinderungen in Thüringen wegen Schnee

In Thüringen behindern die massiven Schneefälle seit Sonntagabend auch am Montagnachmittag noch den Verkehr auf Schienen und Straßen. Nur vereinzelte Eisenbahnzüge fahren, vielerorts rollen keine Busse und Straßenbahnen. Der private Autoverkehr rollt an vielen Stellen nur leidlich.

Räumfahrzeug hinter einer Straßenbahn in Erfurt, die sich in der Johannesstraße im Schnee festgefahren hat.
Räumfahrzeug hinter einer Straßenbahn in Erfurt, die sich in der Johannesstraße im Schnee festgefahren hat. Bildrechte: MDR/Christoph Falkenhahn

Bahn-Fernverkehr rollt wieder an

Nach stundenlangem Stillstand rollt der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Thüringen wieder an. Nach Angaben des Elektronischen Fahrplans auf bahn.de verließ gegen 14:30 Uhr ein erster ICE Erfurt und fuhr in Richtung München. Auch ein IC aus Köln fuhr kurz vor 16 Uhr auf Gera zu. Seit Betriebsbeginn am Montagmorgen waren zwischen Berlin und München sowie zwischen Dresden und Frankfurt jeweils über Erfurt keine Züge gefahren. Die Bahn riet allen Reisenden, ihre Verbindung rechtzeitig vor dem geplanten Fahrtantritt auf bahn.de/aktuell oder im DB Navigator zu überprüfen

Sechs Signale der Deutschen Bahn stehen auf Rot, während Schnee die Gleise bedeckt.
Gleisanlagen und Signale auf dem Vorfeld des Hauptbahnhofs von Gera am Montag. Bildrechte: dpa

Erste Regionalzüge unterwegs

Auch der Regionalverkehr auf der Schiene in Thüringen rollte am frühen Montagnachmittag wieder an, nachdem stundenlang nur die Südthüringenbahn von Erfurt in den Süden des Landes verkehrte. Auch wenn viele Verbindungen weiterhin ausfallen, fahren einzelne Züge etwa von Abellio wieder. Das Unternehmen erklärte, zwischen Halle/Leipzig und Erfurt sowie zwischen Naumburg und Saalfeld könnten Reisende fahren, allerdings müssten sie mit Verspätungen und Abweichungen vom Fahrplan rechnen.

Die Erfurter Bahn erklärte dagegen, ihre Triebwagen stünden still. Auch die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio teilte auf ihrer Website mit, dass ihre Regionalzüge in Thüringen derzeit nicht fahren.

Ein Winter wie er früher einmal war ... Schnee satt: Der "Flockdown" in Thüringen in Bildern

Über Nacht hat sich Thüringen in ein "Winter-Wonderland" verwandelt: Vielerorts liegt der Schnee selbst im Flachland kniehoch und behindert das öffentliche Leben.

Ein eingeschneites Fahrrad an einer Straßenlaterne in Erfurt.
In Erfurt bleibt dieses Fahrrad vermutlich noch länger stehen: Selbst die Hauptstraßen waren am Montagmorgen kaum passierbar, nachdem es über Nacht massiv geschneit hatte. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder
Ein eingeschneites Fahrrad an einer Straßenlaterne in Erfurt.
In Erfurt bleibt dieses Fahrrad vermutlich noch länger stehen: Selbst die Hauptstraßen waren am Montagmorgen kaum passierbar, nachdem es über Nacht massiv geschneit hatte. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder
In Erfurt hat sich nach heftigen Schneefällen ein Auto festgefahren und wird angeschoben.
Wer sich wie hier in Erfurt mit dem Auto auf die Straße wagte, riskierte es, dass sich der Wagen festfuhr. Hier wird ein Kombi mit vereinten Kräften wieder in Fahrt gesetzt. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Eine verschneite Straße in Erfurt.
Hier scheint zumindest einmal ein Räumfahrzeug vorbeigeschneit zu sein. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder
Eine zugeschneite Haltestelle der Straßenbahn in Erfurt.
Zugeschneite Gleise der Erfurter Straßenbahn: Laut Verkehrsbetrieb fuhren Trams und Busse am Montagmorgen nur eingeschränkt. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder
Wegen massiver Schneefälle stehende Straßenbahnen in Erfurt
Zwangspause: Die Straßenbahnen in Erfurt stehen wegen des Winterwetters still. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Schnee in Erfurt
Zu Fuß funktionierte das Fortkommen in Erfurt noch am besten. Hier laufen Passanten auf den Gleisen der Straßenbahn am Brühler Garten. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder
Passanten mit Langlauf-Skiern auf dem Gera-Radweg in Erfurt
Glücklich kann sich schätzen, wer in Erfurt Langlaufski besitzt und sie zu benutzen weiß - damit ist das Fortkommen komfortabler als zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Auto möglich. Bildrechte: MDR/Christoph Falkenhahn
Schnee in Erfurt
Die viel befahrene Kreuzung Gothaer Platz in Erfurt wird freigeschippt. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder
Anwohner in Gera-Debschwitz räumen Schnee auf der Straße.
Gemeinschaftliches Schneeräumen in Gera-Debschwitz: Weil noch kein Schneepflug gesichtet wurde, haben Anwohnerinnen und Anwohner selber zum Schneeschieber gegriffen und machen ihre Anliegerstraße frei. Bildrechte: MDR/Veronika Lewandrowski-Lenk
Ein zugeschneites Dorf in Thüringen.
Auch in Südthüringen hat es geschneit. In Ilmenau im Ortsteil liegt der Schnee auf einer Höhe von etwa 600 m. Bildrechte: MDR/ Dörthe Gromes
Eine zugeschneite Straße in Thüringen.
Leider kommt der Winterdienst nicht wirklich hinterher, sodass manche Anwohner mit dem Auto nicht mehr an ihre Grundstücke erreichen. Bildrechte: MDR/ Dörthe Gromes
Blick von einer Brücke auf die verschneite Autobahn
Entschleunigung: Auf den Autobahnen wie hier auf der A4 zwischen Weimar und Jena empfiehlt sich am Montagmorgen eine umsichtige Fahrweise bei mäßigem Tempo. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem
Bäckerei liefert Brot in Heiligenstadt mit dem Schlitten aus.
In Heiligenstadt lieferte eine Bäckerei Brot und Brötchen mit dem Schlitten an Seniorenheime statt mit dem Lieferwagen - weil der auf den verschneiten Straßen nicht durchkam. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
40 cm Schnee gemessen
Fast 40 Zentimeter Schnee - gemessen am Montagmorgen in Weimar. Bildrechte: MDR/Regina Lang
Fußgänger laufen über die verschneite Steubenstraße in Weimar
Kurz vor Tagesanbruch in Weimar: Die Steubenstraße ist geräumt, die Gehwege nicht - Passanten laufen deswegen auf der Fahrbahn. Bildrechte: MDR/Sebastian Großert
Verschneite Autos in der Lisztstraße in Weimar
Wer findet hier in Weimar sein Auto wohl zuerst wieder? Bildrechte: MDR/Sebastian Großert
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Februar 2021 | 08:00 Uhr

Kommunaler Nahverkehr

Wegen des heftigen Wintereinbruchs haben mehrere Städte und Kreise in Thüringen den Nahverkehr am Montag komplett eingestellt - etwa der Kreis Gotha, der Wartburgkreis und die Städte Weimar und Jena. Der Linienverkehr im Weimarer Land ist ebenfalls zum Erliegen gekommen.

Erfurt hat den Straßenbahnverkehr am Montagmittag eingestellt. Wie die Erfurter Verkehrsbetriebe mitteilten, ist der Stadtbahnverkehr kaum möglich. Lediglich zwischen dem Stadion und dem Wiesenhügel und dem Urbicher Kreuz fahren seit 14:15 Uhr wieder Bahnen auf der geräumten Strecke. Zwischen dem Gothaer Platz und dem Flughafen pendeln derzeit zwei Busse. Zudem kommt es auf allen Buslinien zu erheblichen Behinderungen. Aktuell werden sieben von 27 Strecken bedient.

In Nordhausen fahren keine Busse und keine Straßenbahnen. Die Regionalbus GmbH im Unstrut-Hainich-Kreis und im Kyffhäuserkreis hat ihren Linienverkehr im Regionalverkehr ebenfalls eingestellt. Lediglich die Stadtbusse in Sondershausen, Mühlhausen und Bad Langensalza rollen.

In Gera fahren die Straßenbahnen, aber keine Busse. Im Altenburger Land ist der Busverkehr ebenfalls eingestellt.

Straßenverkehr: Zäh rollen die Fahrzeuge

Auch auf den Autobahnen und Bundes- und Landesstraßen behindern Schneeglätte, Schneeverwehungen und querstehende Fahrzeuge den Verkehr. Staus wurden am Montagnachmittag etwa von der A4 bei Gera und bei Eisenach sowie von der A9 am Hermsdorfer Kreus gemeldet. Probleme gibt es weiterhin innerorts, weil die Räumfahrzeuge das Straßennetz nur nach und nach vom Schnee befreien können.

Blick von einer Brücke auf die verschneite Autobahn
Vereinzelte Fahrzeuge am Montagmorgen auf der verschneiten A4 zwischen Jena und Weimar. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Auf der A9 bei Schleiz rollte der Verkehr am Montagnachmittag wieder an. Wie ein Sprecher der Autobahnpolizei MDR THÜRINGEN sagte, ist die Autobahn zwischen Triptis und Dittersdorf wieder in beide Richtungen befahrbar. Zurzeit werden demnach die Autobahnauffahrten geräumt. Diese seien am Montagmorgen zunächst gesperrt worden, um zu verhindern, dass Autofahrer auf die Autobahn auffahren. Am Morgen hatten sich am Wolschenberg bei Triptis mehrere LKW festgefahren.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee seit Sonntagabend

Thüringen war seit Sonntagabend beinahe landesweit knietief im Schnee versunken. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, fielen im Freistaat bis Montagmittag vielerorts zwischen 20 und 30 Zentimeter Neuschnee. Einzige Ausnahme sei das Werratal gewesen, wo nur 10 bis 15 Zentimeter zusammenkamen. Auf der Thüringer Seite des Unstruttales seien dagegen Spitzenwerte von 40 bis 50 Zentimetern Schnee gemessen worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Februar 2021 | 19:00 Uhr

69 Kommentare

Saxe vor 42 Wochen

" außer zu geschobene Gullys sehe ich nur Schneehaufen.
-> Sie würden was mit dem Schnee machen? Verdampfen? Aufessen?
Der Schnee ist da. Egal, ob geräumt oder nicht. Die Überraschung bei rasch einsetzendem Tauwetter kommt auf jeden Fall. Dank der zunehmend versiegelten Flächen.

knarf2 vor 42 Wochen

REXt:Guter Witz,meinen Sie nicht daß die Verantwortlichen
selbst die Notwendigkeit des Schneeräumens kennen?Daß
bei solch extremen Wetterlagen
mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen ist und nicht alles nach den Besserwissern ruck zuck gehen kann,müßte sogar dieser Spezies einleuchten.Aber
vielleicht übersteigt das auch deren Denkvermögen!

Ritter Runkel vor 42 Wochen

Angst und Panik verbreiten, kann er auch noch gut, aber ja nicht mit der Uniklinik zusammenarbeiten.
@REXt
Wie wenig die Uniklinik wert ist, sieht man bei Schneefall, wie mangelhaft die direkte Zufahrtsstraße und Zufahrt geräumt ist und auch am Nahverkehr.
Dies ist schon seit Jahren so.

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