Unwetter Zahlreiche Unfälle bei Schnee und Eisregen in Thüringen

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremem Schnee, Schneeverwehungen und gefrierendem Regen in Teilen Thüringens. THW und Feuerwehren bereiten sich vor. Die Polizei verzeichnet erste Unfälle. Auch auf den Bahnverkehr wird sich die Wetterlage auswirken.

Beschädigtes Auto nach einem Unfall
Bei Schneeglätte kam ein Autofahrer bei Waltershausen von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug prallte gegen einen Baum. Die drei Insassen konnten das Fahrzeug verlassen und erlitten leichte Verletzungen. Bildrechte: MDR/News5

Warnung vor extremem Schneefall

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremem Schneefall und Schneeverwehungen. Von Samstag 18 Uhr bis Sonntag 21 Uhr können bis zu 40 Zentimeter Neuschnee fallen.

Die Warnung gilt für: Landkreis Eichsfeld, Landkreis Nordhausen, Landkreis Unstrut-Hainich-Kreis, Landkreis Kyffhäuserkreis.

Warnung vor Schneeverwehungen

Der böige Ostwind kann den Schnee bis über einen Meter hoch verwehen. Da der Wind später einsetzt als der Schneefall, warnt der Deutsche Wetterdienst von Sonntagnacht 3 Uhr bis Sonntagabend 21 Uhr vor starken Schneeverwehungen.

Die Warnung gilt für: Kreis Altenburger Land, Kreis Eichsfeld, Kreis Gotha, Kreis Nordhausen, Kreis Sömmerda, Kreis Weimarer Land, Kyffhäuserkreis, Saale-Holzland-Kreis, Stadt Erfurt, Stadt Jena, Stadt Weimar, Unstrut-Hainich-Kreis, Wartburgkreis.

Vermeiden Sie grundsätzlich Autofahrten. Müssen Sie unbedingt los, achten Sie auf Winterbereifung und Schneeketten.

Warnung vor gefrierendem Regen

Im südlichen Thüringen kann örtlich gefrierender Regen fallen. Eine detaillierte Karte hat der Deutsche Wetter-Dienst in einem Video auf seinem eigenen Youtube-Kanal veröffentlicht:

Zahlreiche Unfälle auf glatten Straßen

Seit dem Mittag registrierte die Landeseinsatzzentrale deutlich mehr Unfälle als sonst. In den meisten Fällen blieb es bis zum frühen Abend bei Blechschäden. Bei einem Unfall wurden drei Menschen leicht und einer schwer verletzt. Laut Polizei kam der Wagen aufgrund von Straßenglätte in der Nähe von Schleusingen von der Straße ab. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

Zuvor kam es auf der A71 zwischen Ilmenau West und Gräfenroda zu einem Unfall. Verletzt wurde niemand. Den Angaben nach waren die Autofahrer auf den schneeglatten Straßen oft zu schnell unterwegs. Daher appelierte die Polizei an die Autofahrer, sich den Witterungsverhältnissen anzupassen.

Starker Schneefall auf einer Straße.
Rund um Suhl fiel am Nachmittag sowohl Schnee als auch Eisregen. Bildrechte: MDR/Bernd März

Bei Schneeglätte kam ein Autofahrer auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Waltershausen und der Ausfahrt A4 von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug prallte gegen einen Baum. Die drei Insassen konnten das Fahrzeug verlassen und erlitten leichte Verletzungen.

Wernigerode: Harz meiden

Wegen der angekündigten Wetterextreme hat die Harzer Nationalparkverwaltung davor gewarnt, die Wälder zu betreten. Ein Waldbesuch könne lebensgefährlich werden, teilte die Verwaltung auf der Internetseite mit. Es drohten nicht nur Gefahren durch abbrechende oder umstürzende Bäume, es könne auch zu Erfrierungen, Erschöpfung und Orientierungslosigkeit kommen.

Die in Wernigerode ansässige Nationalparkverwaltung appellierte an die Harzbesucher, sich und andere nicht in Gefahr zu bringen. 

Gera: Friedhöfe geschlossen

Wegen des angekündigten Extremwetters wurden in Gera die kommunalen Friedhöfe geschlossen. Von Samstagfrüh bis voraussichtlich Montagfrüh bleiben die Friedhöfe zu.

Verschneite Parklandschaft mit Fluß
Spaziergänger im Park an der Ilm in Weimar. Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

THW und Feuerwehren bereiten sich vor

Das Technische Hilfswerk (THW) stellt sich wegen der starken Schneefälle auf Einsätze ein. Andrea Wirth vom THW-Landesverband Sachsen-Thüringen sagte MDR THÜRINGEN, die Einsatzbereitschaft der rund 2.000 ehrenamtlichen Helfer sei erhöht worden.

Auch die Feuerwehren stehen in Bereitschaft. Auf Fahrzeuge der Wehren im Kyffhäuserkreis, Erfurt und Weimar seien bereits Schneeketten aufgezogen worden. Personal werde aber nicht in Bereitschaft gehalten, da noch unklar sei, was auf die Feuerwehren zukomme, sagte Jonas Weller, Kreisbrandinspektor im Kyffhäuserkreis, MDR THÜRINGEN.

Die Deutsche Bahn teilt auf ihrer Internetseite mit, dass das extreme Unwetter Auswirkungen auf den Bahnverkehr in weiten Teilen Deutschlands haben wird. Im Norden wird der Fernverkehr größtenteils eingestellt.

Das macht die Wetterlage gefährlich

Durch die Tiefdruckgebiete Reinhard und Siegbert herrscht weiterhin sehr unbeständiges Wetter in Mitteldeutschland. Nordmeerhoch Gisela führt kalte Polarluft aus der Arktis in den Nordosten Deutschlands.

Da gleichzeitig feucht-milde Luft aus den Subtropen über Süddeutschland hängt, wird es an der Luftmassengrenze ab Sonntagnacht vor allem vom Harz bis in die Lausitz heftig schneien. In einem Streifen südlich davon besteht Glatteisgefahr.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa, dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Februar 2021 | 12:30 Uhr

13 Kommentare

Nico Walter vor 37 Wochen

Im Winter 78/79 sind in der Bundesrepublik mindestens 12, in der DDR mindestens 5 Menschen wetterbedingt ums Leben gekommen. (Verkehrsunfälle nicht mitgezählt.) Einige hat man erst im Frühjahr nach der Schneeschmelze gefunden. Wenn das Ihrer Vorstellung von „gemeistert“ entspricht, dann liegen Ihre Maßstäbe sehr niedrig und ich hoffe inständig, dass die Menschen in verantwortungsvollen Position höhere Maßstäbe anlegen als Sie.

kleinerfrontkaempfer vor 37 Wochen

5.KW 2021 => Februar + Winter.....
da muß man erst die App oder "Social Media" fragen, bei YouTube kramen bevor die Psyche darauf eingestellt ist. Viele Menschen sind da unbedarft und hilflos. Kein gutes Zeichen für den Fortbestand menschlichen Lebens.

peter1 vor 37 Wochen

Ich will es nicht verharmlosen. Aber, das verstehe wer will! Was soll die Panikmache der Wettermenschen? Ich habe 1978 live im Einsatz miterlebt und wir haben das gemeistert. Die heutige Gesellschaft ist mit Weicheiern gefüllt!!! Es wird ja schon von bitter kalt, bei minus 5 Grad gesprochen. Lachhaft!

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