Corona-Pandemie Schwierigkeiten bei Thüringer Schul-Cloud

Die Thüringer Schul-Cloud funktioniert neun Monate nach ihrem Start immer noch nicht zuverlässig. Probleme gibt es vor allem beim Download von Aufgabenblättern und Hausaufgaben. Das Bildungsministerium verteidigt sich.

Auf einem Computermonitor ist eine Grafik und ein Hinweis zu sehen, dass die Schulcloud nicht funktioniert.
Bisher wurden rund eine Million Euro Bundesmittel aus dem Digitalpakt in die Schulcloud investiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch neun Monate nach dem Start - und damit zu Beginn des neuen Lockdows - gibt es noch immer Schwierigkeiten bei der Thüringer Schul-Cloud. Wie Landesschulsprecher Leon Schwalbe MDR THÜRINGEN sagte, funktionieren vor allem die Videokonferenzen nicht verlässlich. So habe es vor allem in den vergangenen Wochen immer wieder Probleme dabei gegeben, Hausaufgaben oder Aufgabenblätter herunterzuladen. Etliche Schüler hatten vermehrt auf die Cloud zugegriffen, weil sie bereits im Wechselunterricht waren.

Schul-Cloud hat sich bereits weiterentwickelt

Laut Landeselternsprecher Roul Rommeiß hat sich die Cloud allerdings deutlich weiterentwickelt. Er vermisse aber einen Hinweis auf dem Bildschirm, wenn die Schul-Cloud mal wieder nicht läuft. Niemand wisse dann, ob es Wartungsarbeiten sind oder auf einen neuen größeren Server umgestellt wird. Das frustriere Schüler und Lehrer gleichermaßen. Dennoch habe sich die Schul-Cloud durchgesetzt, erklärt Rommeiß.

Thüringen investierte bisher eine Million Euro

Das Bildungsministerium verteidigt sich: Man sei schließlich von 0 auf 500 durchgestartet. Aus dem geplanten Pilotbetrieb in 25 Schulen sei seit März kurzerhand ein flächendeckender Großversuch geworden. Thüringen hat bisher rund eine Million Euro Bundesmittel aus dem Digitalpakt in die Schul-Cloud investiert.

Die Schul-Cloud ermöglicht Videokonferenzen und Videochats im datensicheren Raum. Lehrer können über sie Materialien zur Verfügung stellen und ihren Schülern individuelles Feedback geben.   

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 16. Dezember 2020 | 10:30 Uhr

18 Kommentare

martin vor 39 Wochen

Wenn mir das richtig erzählt wurde, handelt es sich bei der Videokonferenz-Komponente um 'BigBlueButton' - einem auch bei sog. Digitalen Lernen bewährten und verbreiteten Werkzeug.

Wenn allerdings die Lehrer erwarten, dass 25 Schüler ihre Webcam anschalten, dann ist auf der Leitung zum Server schon ganz schön was los und der Server selbst hat dann ja auch noch reichlich zu tun. Und wenn dann nicht nur eine Klasse ....

Möglicherweise sind die Serverfarmen selbst sogar hinreichend dimensioniert, aber auf dem Weg dorthin werden schon zu viele Pakete verworfen. Oder die Loadbalancer sind überlastet. Oder
... In so einem Umfeld gibt es viele Fehlermöglichkeiten. Die Infrastruktur hätte im Sommer aufgebaut und harten Lasttests unterzogen werden müssen. Das hat das Ministerium verpennt oder nicht vehement genug voran getrieben. Das passt aber überhaupt nicht zu den Sonntagsreden von höchster Priorität für Bildung.

Anita L. vor 39 Wochen

Sie missbrauchen das Kennwort Ihres Enkels, der sich im Vertrauen auf seinen Opa mit der Bitte um Hilfe an Sie gewendet hat, um heimlich den Unterricht zu spannen? Und darüber lachen Sie dann noch?
Anstatt Ihrem Enkel einen Vortrag übers Gendern in der Sprache zu halten - und keine Angst, ich halte von unnötigen Gendern ebenfalls nichts - sollten Sie mal ernsthaft über Schutzbefohlene, Vertrauen und kriminelle Energie nachdenken. Noch dazu, da Sie, wenn Sie das möchten, auch ganz offen den Videokonferenzen oder Unterrichtschats beiwohnen können. Ihr Enkel muss nur Bescheid geben, dass der Opa neben ihm sitzt, weil er mal neugierig ist, was das Enkel so macht.

Insomnia vor 39 Wochen

Ich verstehe auch nicht, warum man nicht vorhandene und funktionierende Programme nutzt bzw. warum unter den gegebenen Umständen (zur Erinnerung, liebes Bildungsministerium: Pandemie, Schulschließungen...) erst dann die Serverkapazitäten erhöht werden, wenn die Schüler in den Wechsel- oder Distanzunterricht wechseln. Als wüsste man nicht, wieviele Schüler und Lehrer es gäbe.

Nun haben die Kinder ständig Probleme mit der Schulcloud und die Eltern fragen doch wieder nach Mail und Telefonat statt Kursen und Konferenzen in der Cloud. Ist mir während der Arbeit mit Moodle nie passiert.

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