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Die Thüringer Schulcloud soll vom Land weiterentwickelt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bildung

Thüringen will Schulcloud weiterführen

von MDR THÜRINGEN

Stand: 15. Juni 2021, 15:53 Uhr

Das vom Bund geförderte Projekt der Schulcloud wird ab Ende Juli nicht mehr länger unterstützt. Thüringen will die digitale Lernplattform nun mit zwei anderen Bundesländern - Niedersachsen und Brandenburg - weiterführen.

Thüringen hat zugestimmt, die digitale Lernplattform Schulcloud zusammen mit zwei anderen Bundesländern weiterzuführen. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Thüringer Kabinett am Dienstag in Erfurt. Sowohl Niedersachsen als auch Brandeburg hatten bereits grünes Licht für die Fortführung des Projektes gegeben.

Die vom Bund geförderte Schulcloud des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) wird ab Ende Juli 2021 nicht mehr unterstützt. Seit 2018 haben die drei Bundesländer unabhängig voneinander auf Basis der "HPI Schul-Cloud" eigene Landeslösungen aufgebaut - die "Schul-Cloud Brandenburg", die "Niedersächsische Bildungscloud" und die "Thüringer Schulcloud". Mit dem jetzigen Abkommen vereinbaren die drei Länder, das bisherige Forschungsprojekt gemeinsam zu übernehmen und für die schulische sowie berufliche Bildung weiterzuentwickeln.

Thüringen will Schulcloud zusammen mit Niedersachsen und Brandeburg weiterentwickeln

Ministeriumssprecher Felix Knothe sagte MDR THÜRINGEN, es bleibe bei einer gemeinsamen technischen Struktur der drei Länder für die Schulcloud. Gleichzeitig solle jedes Bundesland die Möglichkeit bekommen, "länderspezifische Eigenheiten weiterzuentwickeln." Auf der Thüringer Schulcloud ist es laut Knothe beispielsweise schon jetzt für Lehrerinnen und Lehrer möglich, sich schulübergreifend anzumelden. Das Projekt werde in Zukunft von den drei Ländern finanziert, man rechne außerdem damit, Mittel aus dem Digitalpakt zu erhalten, einem Förderprogramm des Bundes.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) erklärt dazu: "Die Thüringer Schulcloud ist eine Erfolgsgeschichte, die wir unbedingt fortsetzen wollen. Wie erfolgreich die Schulcloud ist, haben auf dem Höhepunkt der Pandemie zehntausende Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrerinnen und Lehrer täglich erfahren. Heute können wir sagen: Mit der Schulcloud ist Thüringen bisher sehr gut gefahren."

Hackerangriffe und Datenschutzlücken: Kritik an digitaler Lernplattform

In Thüringen war die Schulcloud bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie an den Start gegangen. Als wegen der Ausbreitung des Virus Schulen teils oder ganz geschlossen werden mussten, wurde die Plattform deutlich früher als geplant für alle Schulen geöffnet, um im Lockdown digitalen Unterricht zu erleichtern.

Allerdings gab es auch immer wieder Kritik an der Leistungsstärke der Lernplattform. Nach Ansicht der CDU-Landtagsfraktion versagt die Landesregierung bei der Digitalisierung der Thüringer Schulen. Bildungsexperte Christian Tischner sagte, warum die rot-rot-grüne Regierung die wartungsanfällige Schulcloud selbst betreiben und entwickeln will, erschließe sich weder pädagogisch, technisch noch finanziell. "Mit Blick auf die unbestreitbaren Defizite der Plattform hätten wir eine Beteiligung des Parlamentes und die Möglichkeit zur Diskussion über Alternativen erwartet - und zwar bevor langfristige Verträge für das Land eingegangen werden."

Zustimmung kam dagegen von der FDP-Landtagsfraktion. Deren bildungspolitische Sprecherin, Franziska Baum, sagte, die FDP freue sich, dass aus der Notlösung ein Zukunftsmodell werden solle. Lernplattformen machten sich nicht nur in Pandemiezeiten bezahlt. Sie schafften Transparenz und ermöglichten die Teilhabe am Unterricht trotz Krankheit.

Aufgrund von Hackerangriffen war die Schulcloud in der Vergangenheit immer wieder ausgefallen. Auch Datenschutzlücken und Sicherheitsprobleme wurden bekannt, die nach Angaben des Hasso-Plattner-Instituts aber behoben wurden. Laut Bildungsminister Holter soll ein entsprechender Vertrag zur Weiterführung des Projekts am 2. Juli unterzeichnet werden.

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Video: Schulcloud soll verbessert werden

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/fno

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | THÜRINGEN JOURNAL | 15. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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