Corona-Pandemie Holter: Schüler sollen nach Ferien nicht in die Schule kommen

Thüringer Schüler sollen in den ersten beiden Tagen nach den Weihnachtsferien nicht in die Schule gehen. Das teilte Bildungsminister Helmut Holter mit. So sollen Kontakte auch in Schulen reduziert werden. Einen entsprechenden Vorschlag will der Minister am Mittwoch mit dem Kabinett diskutieren. Auch die Landeselternvertretung spricht sich für Distanzunterricht in den Tagen nach Silvester aus.

Eine Lehrerin sitzt 2021 mit ihren drei Kindern im Wohnzimmer, unterrichtet ihre Schüler einer Berufsschule im Distanzunterricht und hilft ihren Kindern bei ihren Aufgaben für die Schule.
Nach den Ferien müssen sich Eltern und Schüler in Thüringen möglicherweise wieder auf Unterricht zu Hause einstellen. Die Landesregierung soll entsprechende Überlegungen des Bildungsministers Holter beraten. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Thüringer Schüler sollen in den ersten beiden Tagen nach den Weihnachtsferien nicht in die Schule gehen. Das teilte Bildungsminister Helmut Holter mit. Grund sei die Omikron-Variante. Die Warnungen der Experten vor einer Omikron-Infektionswelle müssten sehr ernst genommen werden und Thüringen müsse sich darauf vorbereiten. Er plane daher, den regulären Unterricht an den Schulen an den ersten beiden Schultagen des neuen Jahres auszusetzen, um nach den Weihnachtsferien Kontakte zu minimieren, sagte Holter.

Weitere Schritte solle das Kabinett am Mittwoch im Einklang mit der Ministerpräsidentenkonferenz beschließen. Laut Holter werden die Schulen an beiden Tagen eine Betreuung für Schüler bis zur Klasse sechs anbieten. In Förderschulen und -zentren sollten alle Jahrgänge beaufsichtigt werden. Eltern sollten von dieser Möglichkeit aber nur in dringenden Fällen Gebrauch machen. Für die Zeit danach sprach sich der Bildungsminister gegenüber der Deutschen Presse-Agentur für Wechselunterricht aus.

Helmut Holter (Die Linke), Minister für Bildung, Jugend und Sport von Thüringen, spricht im Plenarsaal des Thüringer Landtags.
Am Mittwoch will Holter mit dem Kabinett über Distanzunterricht beraten. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Kontaktreduzierung in Thüringen auch an Schulen

Zugleich forderte Holter mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz eine "Gesamtstrategie" in Deutschland. "Omikron macht mir sehr große Sorgen", sagte Holter. Schulen müssten einen Beitrag dazu leisten, die Kontakte zu reduzieren. Zudem vermittele die Wissenschaft, dass diese Coronavirus-Variante keinen Unterschied zwischen Erwachsenen und Jugendlichen mache. "Alle werden betroffen sein", so Holter.

Omikron macht mir sehr große Sorgen.

Helmut Holter Thüringer Bildungsminister

Daher müsse überlegt werden, wie der Gesundheitsschutz und die Bildung "unter diesen neuen Bedingungen" in Einklang zu bringen sind.

Verbände befürworten Distanzunterricht

Die Landeselternvertretung plädiert für Distanzunterricht nach den Weihnachtsferien. Wegen der drohenden Omikron-Welle müssten Kontakte reduziert werden, sagte Landessprecherin Claudia Koch. Von der Ministerpräsidentenkonferenz werde daher ein klares Signal erwartet. Außerdem, so Koch, brauchen Familien mehr Unterstützung: "Homeoffice-Zeit ist keine Kinderbetreuungszeit."

Ebenso begrüßte die Evangelische Schulstiftung die Pläne des Bildungsministers. Es sei richtig, angesichts der nahenden Omikronwelle frühzeitig zu reagieren, um Bildungsangebote abzusichern, sagte der Vorstandsvorsitzende Marco Eberl. Künftig müssten aber auch längerfristig Perspektiven aufgezeigt werden, wie mögliche Unterrichtsausfälle und Lernrückstände kompensiert werden können. Dabei dürften auch Eingriffe in die Ferien kein Tabuthema sein, so Eberl. Die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland ist Trägerin von 24 Bildungseinrichtungen in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

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Quelle: MDR(cfr)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Dezember 2021 | 15:00 Uhr

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