Pandemie Corona-Testpflicht an Schulen in ersten zwei Wochen nach Ferien geplant

Zunächst unabhängig von Inzidenz und Warnstufe sollen Kinder und Jugendliche an Thüringer Schulen nach den Sommerferien auf das Coronavirus getestet werden. Das Bildungsministerium plant eine Testpflicht für die ersten zwei Schulwochen.

Schülerinnen und Schüler in Thüringen müssen sich offenbar doch auf eine allgemeine Corona-Testpflicht in den ersten zwei Schulwochen einstellen. Das Bildungsministerium korrigierte am Dienstag eine Agentur-Meldung, der zufolge eine Testpflicht nur bei der höchsten Warnstufe gelten soll.

Ein Ministeriumssprecher sagte MDR THÜRINGEN am späten Dienstagnachmittag, der Vorschlag des Bildungsministeriums sehe für die ersten zwei Wochen eine allgemeine Testpflicht vor - unabhängig von der Inzidenz. Erst im weiteren Verlauf des Schuljahres soll die Testpflicht an die Warnstufe 3 gekoppelt werden.

Bei Ordnungswidrigkeit kann Bußgeld fällig werden

Käme es zu der Testpflicht, würden Eltern, deren Schulkinder nicht genesen, nicht geimpft und nicht getestet sind, eine Ordnungswidrigkeit begehen und mit einem Bußgeld rechnen müssen. Die Kinder sollen den Plänen zufolge aber nicht vom Unterricht ausgeschlossen werden. Eine endgültige Entscheidung der Landesregierung wird in der kommenden Woche erwartet.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 23.08.2021 19:00Uhr 02:01 min

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Der Unterricht in Thüringen startet am 6. September wieder. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Thüringen am Dienstag bei 14 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Im Wartburgkreis lag der Wert mit 29,8 thüringenweit am höchsten.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Beitrags hieß es, das Thüringer Bildungsministerium prüfe, "eine zweiwöchige Corona-Testpflicht an Schulen nur dann einzuführen, wenn eine Region die höchste Warnstufe beim Infektionsgeschehen erreicht hat". Diese Angabe wurde später korrigiert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. August 2021 | 19:00 Uhr

29 Kommentare

DermbacherIn vor 14 Wochen

In letzter Zeit sind in Israel die Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner unter doppelt Geimpften fast genauso stark angestiegen wie unter Ungeimpften. Mit Auffrischungsimpfungen versucht man einen neuen Lockdown abzuwenden, nachdem die Effektivität der Corona-Impfungen nachlässt.
Quelle Financial Times

DermbacherIn vor 14 Wochen

Immunologe Dr. Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin:
Aufhebung der Testpflicht für Geimpfte ist ein Fehler.

"Was wir in Island, aber übrigens auch in Israel oder Großbritannien sehen, überrascht Immunologen nicht. Keine Impfung ist zu 100 Prozent sicher. Und auch die Konsequenz, die in Island gezogen wird, ist absolut richtig: Auch Geimpfte und Genesene sollten weiter getestet werden."

"Ich denke, die Regierung wird da über kurz oder lang zurückrudern müssen, wenn sie die Ausbreitung des Virus denn überhaupt stoppen will. Durch Testen und die Isolierung Infizierter wird die Virusausbreitung effektiv gestoppt, das zeigen die Studien", so der Immunologe."
Quelle: T-Online

DermbacherIn vor 14 Wochen

Noch eine kleine Ergänzung dazu im Vorgriff auf die künftigen Ausweisungen des Hospitalisierungsindex: In dessen Berechnungen gehen sowohl Hospitalisierungen „wegen" als auch „mit Covid-19" ein. Das heißt, und das wird auch vom RKI eingeräumt, das dadurch die Zahl der Covid-19 bedingten Hospitalisierungen überschätzt wird, da in den Meldezahlen eben nicht zwischen einer stationären Aufnahme aufgrund oder mit Covid-19 differenziert wird. Man fragt sich hier wirklich manchmal, auf welcher wackeligen Datenbasis über die Gewährung von Grund- und Freiheitsrechten entschieden wird.

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