Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben

SchulenThüringer Koalitionsfraktionen für Testpflicht nach Sommerferien

von MDR THÜRINGEN

Stand: 18. August 2021, 19:25 Uhr

Die rot-rot-grüne Koalition will einige Nachbesserungen bei den Corona-Regeln, die ab dem 24. August in Thüringen und nach den Sommerferien in Schulen und Kitas gelten sollen.

Die Thüringer Koalitionsfraktionen Linke, SPD und Grüne im Landtag drängen Bildungsminister Helmut Holter (Linke) zu einer Testpflicht an den Schulen für mindestens zwei Wochen nach Ende der Sommerferien.

Entgegen der bisher geregelten grundsätzlichen Freiwilligkeit sollte eine Pflicht zu zwei Tests pro Woche in dieser Zeit eingeführt werden, teilten die drei Fraktionen mit. Das sollte auch für das Personal in Kindertagesstätten gelten. "Die Lage muss dann kontinuierlich neu bewertet werden", heißt es weiter.

Corona-Tests auch in Unternehmen?

Seit Wochen wird in Thüringen über eine Testpflicht an den Schulen nach den Ferien diskutiert. Holter hatte sich bisher gegen eine längere Testpflicht ausgesprochen. Nach Bewertung der Lage werde voraussichtlich in der kommenden Woche eine Entscheidung fallen, wie Tests an Schulen gehandhabt werden sollen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums.

Die Koalitionsfraktionen, die den Entwurf der neuen Corona-Verordnung unter die Lupe genommen haben, verlangten Test-Vorgaben auch für die Wirtschaft - mit verpflichtenden Tests in Unternehmen. Selbsttests seien "kein adäquater Ersatz für durch geschultes Personal durchgeführte Testungen und können nicht als Zugangsvoraussetzungen im Sinne der 3G-Regelung (getestet, geimpft, genesen) gelten", heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Corona-Regeln für Internate und Wohnheime

Die drei Fraktionen verlangen außerdem für Internate und Wohnheime verbindliche Regelungen zu Infektionsschutzmaßnahmen - dazu gehört die Einzelunterbringung von Schülern oder die Nutzung von Gruppenräumen. Begrüßt wurde, dass es in medizinischen, Behinderten- und Pflegeeinrichtungen sowie Bildungseinrichtungen weiterhin kostenlose Testangebote geben solle.

Thüringen plant mit der neuen Verordnung, die nach bisherigen Angaben ab 24. August gelten soll, ein Corona-Frühwarnsystem. Es soll neben Schwellenwerten für die Sieben-Tage-Inzidenz auch die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern sowie auf Intensivstationen einschließen. Bei Überschreiten der Werte sind regionale Einschränkungen vorgesehen. "Wir wollen landesweite Einschränkungen vermeiden", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

CDU wirft Holter "Planlosigkeit" vor

Auch die CDU-Fraktion fordert eine Testpflicht und wirft Holter Planlosigkeit zum Schulstart vor. Freiwillige Tests aber gleichzeitige Drohungen, dass nichtgetestete Schüler in Sonderklassen müssen, seien unverständlich, hieß es. Im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview hatte Fraktionschef Mario Voigt am Dienstag gesagt: "Wir fordern eine klare Testpflicht, damit die Kinder auch ohne Maske weiterhin im Unterricht sitzen können. Wenn unsere Schulen im Herbst wieder zumachen müssen, weil die Landesregierung geschlafen hat, dann muss dieser Bildungsminister gehen." Die AfD lehnt Corona-Tests in Schulen gänzlich ab.

Mehr zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. August 2021 | 19:00 Uhr