Bildung Thüringer Schulen entscheiden sich für Präsenzunterricht

Als einziges Bundesland startete Thüringen nach den Ferien mit zwei Tagen Distanzunterricht ins neue Jahr. Ab Mittwoch dürfen die Schulen selbst entscheiden. Nahezu alle kehren in den regulären Präsenzunterricht zurück.

Schülerinnen und Schüler sitzen in einem Klassenraum.
Nahezu alle Thüringer Schulen kehren in den regulären Präsenzunterricht zurück. Bildrechte: dpa

Drei Tage nach dem offiziellen Ende der Weihnachtsferien starten nahezu alle rund 900 Thüringer Schulen im Präsenzunterricht. Das hat eine Umfrage von MDR-THÜRINGEN bei den fünf Schulämtern und beim Bildungsministerium ergeben. Damit sind laut eines Ministeriumssprechers Distanzunterricht und Schulschließungen vorerst abgewendet.

Allerdings bieten einige wenige Schulen - das Ministerium spricht von einer niedrigen zweistelligen Zahl - sogenannten "abgestuften" Präsenzunterricht an. Das heißt, die Schülerinnen und Schüler werden in Lerngruppen oder im Wechselmodell unterrichtet. In der Regel sind davon laut Ministerium nur einzelne Klassenstufen oder Klassen betroffen. Der Grund dafür sei vor allem der Krankenstand unter der Lehrerschaft.

Schulen sollen selbst über Unterricht entscheiden

Eine Schule in Südthüringen hatte den Angaben zufolge Distanzunterricht beantragt, das Ansinnen sei aber vom Schulamt zurückgewiesen worden. Gründe für den Antrag und die Ablehnung nannte der Sprecher nicht.

Nach dem offiziellen Ende der Weihnachtsferien am Montag waren die Schulen aufgefordert worden, je nach Krankenstand und Infektionslage selbst zu entscheiden, ob und in welcher Form sie den Unterricht fortführen. Die Entscheidung für einen Distanzunterricht bedurfte dabei allerdings der Zustimmung durch das zuständige Schulamt.

Wie lang die Schulen weitgehend geöffnet bleiben, ist angesichts der drohenden Ausbreitung der ansteckenden Omikron-Virusvariante allerdings unklar. Schon am Donnerstag wollen sich Schulleiter und Behörden erneut zusammensetzen und beraten, wie es an ihren Schulen in der kommenden Woche weitergeht.

Weiter zwei Tests pro Woche geplant

Kritik an diesem "Auf-Sicht-Fahren" gibt es von Seiten der Opposition im Landtag. So will die AfD einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Präsenzunterricht vom Verfassungsgericht festlegen lassen. Die CDU fordert mehr und häufigere Tests, damit die Familien und Lehrer mehr Planungssicherheit bekommen.

Der Sprecher des Bildungsministeriums sagte auf Anfrage, das Ministerium wolle an der derzeitigen Frequenz von zwei Tests pro Woche in den Schulen vorerst festhalten - trotz der infektiöseren Omikron-Variante. Gebe es eine anderslautende Empfehlung von Seiten der Ministerpräsidentenkonferenz oder des Expertenrats der Bundesregierung, werde Thüringen diese Praxis ändern. Derzeit sind laut Ministerium rund eine Million Schnelltest-Kits verfügbar, weitere sind bestellt worden.

Quelle: MDR(sar)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 04. Januar 2022 | 18:00 Uhr

47 Kommentare

Sozialberuflerin vor 25 Wochen

In D ist sehr vieles Widersprüchlich
Die Familien- und Bildungspolitik ist da nur die Spitze des Eisbergs

Manches wird aber seit Jahren versucht zu verbessern und umzulenken!
Für einiges kommt es zu spät, für andere Dinge geht es zu schnell!
Seit Beginn der 90er hat sich einiges getan. Jedoch geht nicht alles in die richtige Richtung oder kommt nicht da an, wo es wirklich nötig ist!

Solange Gesundheit, Soziales und Bildung nur mit Geld aufgewogen werden, wird sich das auch nicht ändern!

Prinzipiell hat sich viel Gutes getan!
Aber es gibt eben auch noch viele Stellen an denen es klemmt.

Dann können wir nur hoffen, es gibt weiterhin und mehr solche Menschen mit Enthusiasmus und dahingehender Kenntnisse, die sich stark machen.

Denn...
Nicht jeder Bauwesen-Ingenieur sollte politische Entscheidungen treffen und nicht jede päd. Fachkraft eine OP am offenen Herzen führen!

Sie verstehen schon...

Sigrun vor 25 Wochen

@Sozialberuflerin:
Ich bin mir ganz sicher, dass die Kinder von heute in der Lage sein wird, künftige Probleme zu lösen. Mag sein, dass sie nicht die von Ihnen favorisierte Lösung wählen. Das ist aber auch ok, weil es ihr Leben ist.

Sozialberuflerin vor 25 Wochen

In diesem Land geht es in vielerlei Hinsicht nicht um Prävention oder Aufklärung!
Im sozialen und gesundheitlichen, sowie auch im strafrechtlichen Bereich könnte soviel verhindert, abgewendet oder abgeschwächt werden, wenn man das Problem an der Wurzel packen würde!

Das ist aber in den meisten Fällen nicht gewollt und würde so manchem seine Daseins-Berechtigung absprechen!

Schulbildung ist ein Grundstein der Entwicklung eines Menschen, einer Gesellschaft, eines Forschung und deren Entwicklung!

Was von den Pandemie-Kindern zu erwarten ist, wird sich in einigen Jahren zeigen!!
Auch dann entsteht eine Generation, die sich mit Problemen beschäftigen muss, von denen wir jetzt nur ahnen können!
Aber schwant uns da was gutes....?

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