Zehn Fragen an... Christiane Weber

Unsere Moderatorin Christiane Weber können Sie immer am Freitagabend bei MDR THÜRINGEN - Das Radio hören. Dann spricht sie mit Singles, die sich neu verlieben möchten und über die "Single Time" einen neuen Partner suchen. Als begeisterte Kinogängerin bespricht sie zudem die aktuellen Filme für MDR THÜRINGEN. Sonntagvormittags, zur besten Frühstückszeit, plaudert sie über Promis, Stars und Sternchen. Regelmäßig moderiert sie außerdem die sonntägliche Kultursendung "Marlene". Und hier stellt sie sich kurz vor.

Porträt von MDR THÜRINGEN-Moderatorin Christiane Weber
On the Air - Was ist für Sie das Schönste am Moderatorenberuf?
Christiane Weber: "Es passiert oft etwas Überraschendes und es gibt viel zu lachen."
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Take it easy - Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Es kommt nicht darauf an, was dir passiert, sondern was du daraus machst.

Music was my first love – Was hat Sie zum Moderatorenberuf inspiriert?

Ein Freund hat zu mir in einer beruflich komplizierten Zeit gesagt. "Bei dir dudelt immer das Radio, du kennst alle Moderatoren beim Namen, die Songs sowieso, willst du da nicht arbeiten?" Für mich war das eine größenwahnsinnige Idee, aber es war der Anstoß.

The Working Man - Astronaut oder Eisverkäufer: Was wäre ihr Plan B zum Moderatorenberuf gewesen?

Ich hatte noch nicht mal einen Plan A. (Siehe oben). Während des Studiums habe ich viele Jobs gemacht. Unter anderem bin ich mehrere Sommer lang als Eisverkäuferin mit dem Eisauto über Land gefahren. Im Herbst hatte ich Hornhaut an den Händen und habe von der Frage "Waffel oder Becher?" geträumt. Das "Eisgeld" habe ich in ein Motorrad investiert.

Hölle, Hölle, Hölle – Erwischen Sie sich auch manchmal dabei, ein Lied mitzusingen, das Sie eigentlich gar nicht mögen?

Mitsingen ist immer gut. Da wird nicht geurteilt.

Unbelievable - Was war für Sie die bisher kurioseste Berichterstattung?

Kurios trifft es nicht ganz. Es war ein wahr gewordener Alptraum, als während einer Sendung plötzlich der Computer mit den Musiktiteln nicht mehr reagiert hat. Stille im Radio geht gar nicht und ich musste immer weiter reden, bis ein Techniker eine gefühlte Ewigkeit später irgendeine CD eingelegt hat.

Perfect Day - Was tun Sie am liebsten, wenn Sie gerade nicht moderieren?

Am allerliebsten Zeit mit Menschen verbringen, die ich liebe. Wir reden, wandern, trinken Kaffee und/oder Prosecco, gehen ins Kino, kochen zusammen, verreisen.

Roll over Beethoven - Welche Musiker und Songs haben Sie geprägt?

Das ist eine lange Geschichte. Hier nur der Anfang:

Schon meine Eltern haben oft Musik gehört. Gilbert Bécaud, Catarina Valente, Elvis Presley - Mitsingen war erwünscht.

Meine erste selbst aufgenommene Kassette mit eigenem Kassetten-Rekorder bestand aus der Singlesammlung der Nachbarn (CCR/Van Morrison/Rod Stewart/Bob Dylan/Joan Baez usw). Erster Rolling Stones-Kontakt bei meiner acht Jahre älteren Cousine. Noch nichts verstanden (Grundschule), nur gefühlt: Hier passiert gerade etwas Bedeutendes.

Stundenlang mit dem Mikro vorm Radio gesessen und gewartet, bis der aktuelle Lieblingssong kommt. (Oft mit Moderationen der Moderatoren, die meine Schwester und ich dann mitsprechen konnten oder mit Staubsaugeräuschen im Hintergrund oder Zwischenrufen meiner Mutter: "Macht jetzt endlich mal Hausgaben!")

Erste eigene LP von meiner Brieffreundin mit elf Jahren: Elton John. Erste Ahnung davon, dass es auch schräger zugehen kann als in meiner kleinen Welt. Mein Vater war enttäuscht: "Jetzt hörst Du auch so ne 'Hotten-Totten-Musik'."

Sehr früh angefangen das ganze Taschengeld für Platten und Konzerte auszugeben. David Bowie, Lou Reed, Roxy Musik, Iggy Pop, Thin Lizzy, usw.

Mit einer Freundin angefangen, bei Parties Platten aufzulegen (und kistenweise Platten zu schleppen). Viel gefeiert. Irgendwann mal unsere ganze Musik in einem kleinen Smartphone zu haben, wäre uns damals wie das Paradies vorgekommen.

River deep, Mountain high - Was macht Thüringen für Sie aus?

Leidenschaftlich gern zu wandern (hat mich selbst überrascht). Schuld sind die herrlichen Wanderwege und mein Mann (Wanderkind). Aktueller Lieblingsweg ist die Saale-Horizontale rund um Jena. Ich bin ein Autokind. Wir haben früher mit meinen Eltern mit dem Auto Ausflüge gemacht, haben uns ein bisschen die Beine vertreten und sind dann Essen gegangen. Meistens noch mit Kaffee und Kuchen. Einkehren war sehr wichtig. Bis heute finde ich Wandern ohne Pause in einer Gaststätte ein bisschen enttäuschend.

Pork and Beans - Was ist Ihr Thüringer Leibgericht?

Das ist schwer zu beantworten. Lange habe ich mich nicht getraut zu sagen, dass ich nicht gerne Fleisch esse. Im Sommer gibt es kaum eine Einladung, wo der Gastgeber nicht mit strahlenden Augen den Rost anwirft und glücklich seine Bratwürste grillt. Ich war in dieser Beziehung immer ein enttäuschender Gast. Mittlerweile bekomme ich oft eine Extrawurst und es wird Gemüse auf den Rost gelegt.

You can't judge a book by its cover - Welche Bücher oder Filme empfehlen Sie gerne weiter?

Bücher: "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris, "Die trinkende Frau" von Elisabeth Raether

Serie: "Transparent" (4 Staffeln), "Goliath" (Nur die erste Staffel), "You, me her" (3 Staffeln)

Filme:  Alle Filme von Regisseur Wes Anderson, viele von Woody Allen. "Friends with Money" von Nicole Holofcener, "Little Miss Sunshine" von Jonathan Dayton und Valerie Faris. Für alle, die beim Radio arbeiten: "Private Parts" mit Howard Stern.