Sparkassen Verband: Thüringer Sparkassen schließen Filialen und SB-Stellen

Die 16 Thüringer Sparkassen haben im vergangenen Jahr jede neunte Filiale und jede zwölfte SB-Stelle geschlossen. Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen begründet das mit einer "extrem hohen Filialdichte" in Thüringen im Vergleich zu Hessen. Langsam werde das auf Normalmaß zurückgefahren, sagte der geschäftsführende Verbandspräsident Stefan Reuß am Dienstag in Erfurt. Gründe seien Kostendruck, die sinkende Bevölkerung und das Online-Banking, das durch die Pandemie beschleunigt wurde. Ende 2021 hatten die Thüringer Sparkassen noch 188 Filialen und 138 SB-Standorte.

Symbolbild Online-Banking am Computer
Online-Banking wird laut Sparkassen-Verband immer wichtiger. Immer mehr Kunden nutzen diese Möglichkeit zur Erledigung ihrer Bankgeschäfte. Treiber dieser Entwicklung war laut Verband auch die Corona-Pandemie. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Besonders würden die Sparkassen laut Reuß mit dem wachsenden Sparguthaben der Kunden kämpfen. Mit denen könnten die Sparkassen nur wenig verdienen. Das liege unter anderem an den niedrigen Zinsen. Dennoch konnten die Sparkassen in Hessen und Thüringen ihre Gewinne im Vorjahr deutlich steigern. Der Sparkassen-Giroverband hofft nun auf schrittweise steigende Zinsen. Laut Reuß könnten die Thüringer Sparkassen dann auch wieder darüber nachdenken, Gebühren und Verwahrentgelte für die Kunden zu senken oder abzuschaffen.

MDR (dr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JOURNAL | 08. März 2022 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

Tschingis1 vor 47 Wochen

@Steffi69
Nun die Kunden meiden nicht die Sparkassen, sondern die Geldautomaten, weil diese, wie der Bericht mitteilt, mehr auf Onlinebanking setzen.
Und, ich denke auch, dass die Sparkassen bestimmt in der Lage sind, die Geldautomaten auf deren Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Und wenn die Automaten nicht ausgelastet sind, dann kosten die nur. Jeder Unternehmer würde das gleiche tun.
Und bei den Gebühren. Ich weiß ja nicht. Bekannte von mir, die genau wegen der Gebühren, die sich um die 12 Euro pro Monat beliefen und freie Kontoauszüge sich holen konnten, ohne dies extra zu bezahlen, haben sich nun auch beschwert, dass ihre Direktbank nun auch Gebühren verlangt.
Und zum meiden der Sparkassen noch soviel. Die Kreise und kreisfreien Städte erhalten einen nicht geringen Anteil der Gewinne, da diese den Aufsichtsrat stellen und somit "Eigentümer" der jeweiligen Sparkasse sind. Hieraus werden dann auch die freiwilligen Aufgaben, wie Bibliotheken udgl. finanziert.

Thueringer Original vor 47 Wochen

Diese Frage wollte ich auch stellen. Schwach vom MDR, dass er sich die Aussage des Sparkassen-Sprechers durch die Überschrift zu eigen macht, da Normalmaß nicht mal in Anführungszeichen geschrieben wurde.

Steffen69 vor 47 Wochen

Das ist dich eine ganz normale Entwicklung im Kapitalismus..Wer die Menschen über Jahre mit hohen Gebühren abzockt, obwohl ein hoher Gewinn eingefahren wird, muss sich nicht wundern, wenn die Menschen die Sparkassen meiden. Eine gute Entwicklung. Weiter so.

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