Explizite Gewaltdarstellungen Thüringer Ministerium warnt vor Netflix-Serie "Squid Game"

Die Netflix-Serie "Squid Game" ist nicht nur äußerst erfolgreich, sondern auch sehr brutal. Das Thüringer Bildungsministerium warnt davor, dass Kinder die Serieinhalte nachspielen könnten.

Menschen posieren in Kostümen aus der Serie Squid Game
In der Netflix-Serie "Squid Game" tragen die Aufseher rote Anzüge mit schwarzen Masken. Das Kostüm erfreut sich zu Halloween bereits einer großen Nachfrage. Bildrechte: dpa

Das Thüringer Bildungsministerium warnt Eltern vor der Serie "Squid Game" auf der Streamingplattform Netflix. Wie ein Sprecher auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mitteilte, seien die Spielverläufe in der Serie für Kinder und Jugendliche unter 16 nicht geeignet.

Explizite Gewaltdarstellungen Netflix-Serie "Squid Game"

Die südkoreanische Erfolgsserie gilt als äußert brutal. In der Serie treten Erwachsene in scheinbar harmlosen Kinderspielen gegeneinander an. Die Verlierer werden getötet. Die explizit dargestellte Gewalt lasse befürchten, dass Kinder verrohen und in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden, warnt das Bildungsministerium. "Squid Game" hat mit 111 Millionen Abrufen in den ersten vier Wochen den erfolgreichster Serienstart aller Zeiten hingelegt. Die Filme von etwa 30 bis 60 Minuten Länge sind ab 16 Jahren freigegeben.

Kinder spielen Serie nach

In anderen Bundesländern sind laut Medienberichten Spiele aus der Serie auf Schulhöfen von Minderjährigen nachgespielt und Kinder geschlagen, bespuckt und gedemütigt worden. Laut Bildungsministerium hat es solche extremen Vorfälle in Thüringen noch nicht gegeben. Man nehme aber aus dem privaten Umfeld wahr, dass Kinder und Jugendliche vereinzelt auch in Thüringen die Spiele der Serie nachempfinden, so der Sprecher.

Netflix bietet Kindersicherung an

Das Ministerium empfiehlt, die Serie erst Jugendlichen ab 16 Jahren zugänglich zu machen, wie von Netflix vorgesehen. Da die jungen Menschen die Serie im privaten Raum zu Hause schauen, seien die Sanktionsmöglichkeiten begrenzt. Es bedürfe einer Sensibilisierung der Eltern und Erzieher, um dem Phänomen problembewusst zu begegnen. Wenn Kinder doch mit den Inhalten der Serie in Kontakt kommen, sollte dies nach Ansicht des Ministeriumssprechers aufgearbeitet und kritisch diskutiert werden. Der Serien-Anbieter biete zudem die Möglichkeit, eine Art Kindersicherung in den Accounts einzurichten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. Oktober 2021 | 09:00 Uhr

24 Kommentare

Monazit vor 3 Wochen

Ist mein Eindruck nach dem Sehen der Hälfte der ersten Staffel. (Wie auch weiter unten berschrieben.)

Wenn sie sich die Handlung mal grob durchgelesen haben, um informiert zu sein, dann muss ich mich natürlich getäuscht haben.

Jan vor 3 Wochen

Sehr geehrte Atheist, können Sie mir bitte die Farge beantworten, warum Sie trotz des Grolls, den Sie gegen den öffentlich rechlichen Rundfunk hegen, diesen dann trotzdem nutzen (wie hier die kommentarfunktionen)? Wenn ich ein Problem mit jemanden und mit eatwas habe, dann bin ich frei genug, mich davon abzuwenden, es sei denn ich kann mit meiner Art und Weise etwas ändern. Das ist vor allem auch gut für das Gemüt, wenn man sich nicht dauernd aufregen muss.

Bria21 vor 3 Wochen

Ich bin kein Fan von brutalen Filmen und frage mich manchmal wieso man bestimmte Sachen überhaupt produziert. Wo will man aber die Grenze ziehen? Es gibt sogar Trickfilme, wo die Figuren aufeinander schießen und dann wieder „auferstehen“. Was sollen Kinder daraus für Schlüsse ziehen? Würde man alles Böse verbieten, müsste man auch Alkohol und Zigaretten verbieten oder was ist mit brutalen Kriminalbüchern, die keiner FSK unterliegen? In den USA haben viele ganz legal eine Waffe im Haus. Wenn dann was passiert, wer ist schuld?
Da sind schon die Eltern mit in der Verantwortung. Sicher kann Niemand seine Kinder zu 100 Prozent kontrollieren und gerade was verboten ist, macht erst recht neugierig. Wer hat nicht schon mal heimlich ne Zigarette probiert. Vielleicht hilft es bestimmte Sendungen gemeinsam anzusehen und den Kindern den Unterschied von Recht und Unrecht und von Fiktion und Realität begreiflich zu machen ,damit sie damit umgehen können, wenn sie doch mal den PINCode knacken

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