Thüringer Landesamt für Statistik Vor allem Hotels und Pensionen leiden unter der Pandemie

Das Thüringer Gastgewerbe verzeichnet im ersten Quartal des Jahres einen deutlichen Umsatzeinbruch. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Geschäfte um 16 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Landesamt mit. Es veröffentlicht während der Corona-Krise monatlich Zahlen zur Lage der Wirtschaft.

Hotelzimmer mit Bett.
Auch die Zahl der Beschäftigten im Hotelgewerebe sank. Bildrechte: Colourbox

Vor allem Hotels und Pensionen leiden unter der Pandemie. Sie verzeichneten im ersten Quartal einen Umsatzrückgang um gut 26 Prozent. Bei Restaurants lag das Minus bei zehn Prozent. Und das, obwohl im Monat März nur der Beginn der Corona-Krise in der Statistik zu Buche schlägt.

Die Zahlen im Detail

Die Unternehmen des Thüringer Gastgewerbes setzten im 1. Quartal 2020 real (preisbereinigt) 16,0 Prozent weniger um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nominal (in jeweiligen Preisen) lagen die Umsätze mit einem Minus von 13,8 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Niveau des 1. Quartals 2019.

Die Beschäftigtenzahl sank um 0,5 Prozent, wobei die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 3,0 Prozent zunahm. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten sank hingegen im Vergleich zum 1. Quartal 2019 um 2,9 Prozent.

Beherbergungsgewerbe

Hier wurde im 1. Quartal 2020 real 26,4 Prozent weniger und nominal 24,8 Prozent weniger umgesetzt als im Vergleichszeitraum. Bedingt durch einen deutlichen Anstieg an Teilzeitbeschäftigten um 8,2 Prozent stieg die Zahl der im Beherbergungsgewerbe insgesamt Beschäftigten um 2,1 Prozent. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ging im gleichen Zeitraum jedoch um 2,5 Prozent zurück. Im Thüringer Beherbergungsgewerbe arbeiteten reichlich 40 Prozent aller Beschäftigten in Teilzeit.

Gastronomie

Sie hatte im 1. Quartal 2020 einen realen Umsatzrückgang um 10,6 Prozent zu verbuchen. Im Gegensatz zur Entwicklung im Bereich der Beherbergung sank die Zahl der in der Thüringer Gastronomie Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,4 Prozent. Dabei stieg auf der einen Seite die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 6,1 Prozent an, während auf der anderen Seite die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 5,7 Prozent zurückging. In der Thüringer Gastronomie arbeiten ca. 60 Prozent aller Beschäftigten in Teilzeit.

März besonders schlimm

Im März 2020 war sowohl im Bereich der Beherbergung als auch in der Thüringer Gastronomie ein erheblicher Umsatzrückgang zu verzeichnen. So sanken die realen Umsätze im Thüringer Beherbergungsgewerbe im Vergleich zum März 2019 um 51,5 Prozent. Besonders betroffen war hier der Bereich der Ferienunterkünfte mit Umsatzeinbußen in Höhe von 60,3 Prozent.

In der Thüringer Gastronomie waren mit -33,5 Prozent ebenfalls sehr deutliche Rückgänge der realen Umsätze zu beobachten. Hier wurden die stärksten Umsatzrückgänge im Bereich "Ausschank von Getränken" (Schankwirtschaften, Diskotheken, Bars etc.) registriert mit -61,7 Prozent im Vergleich zum März 2019.

Massiver Rückgang der Gäste- und Übernachtungszahlen

Im März 2020 wurden in den Thüringer Beherbergungsstätten und auf Campingplätzen (ohne Dauercamping) insgesamt 101.000 Gäste gezählt. Das waren 62,7 Prozent weniger als im März 2019. Die Zahl der Übernachtungen sank um 50,2 Prozent auf 336.000. Die Verweildauer pro Gast lag mit durchschnittlich 3,3 Tagen deutlich über dem im März 2019 gemessenen Niveau (2,5 Tage).

Die Zahl der ausländischen Gäste sank im März 2020 mit einem Minus von 72 Prozent ebenfalls massiv. Die Gäste aus dem Ausland buchten insgesamt 1.380 Übernachtungen (-63,8 Prozent). Die im Vergleich geringsten, aber dennoch nicht weniger dramatischen Rückgänge waren mit -17 Prozent im Bereich der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken zu verzeichnen.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Erstellung der Statistik

Alle hier genannten Zahlen stammen vom Thüringer Landesamt für Statistik. Das Thüringer Landesamt für Statistik verzichtet allerdings in der gegenwärtig angespannten Lage auf eine Durchsetzung der Meldepflicht. Daher sind für den Berichtsmonat März bis zum jetzigen Zeitpunkt weniger Meldungen eingegangen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Dennoch arbeitet das Amt an der Bereitstellung von Statistiken, insbesondere möglichst aktueller Konjunkturdaten. Diese sind in der momentanen Situation deshalb von Bedeutung, da Schätzverfahren aufgrund der Sondersituation keine belastbaren Ergebnisse liefern können.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Mai 2020 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

Critica vor 45 Wochen

Wen wunderts? Die Hürden sind zu groß. Wollte gestern in einem Café (kein Gast hielt sich dort auf, Getränke, Eis, Kuchen etc. wurde durch das Fenster gereicht!!) einen Kaffee auf der menschenleeren Terasse trinken. Sollte dafür auf einem Zettel meine Kontaktdaten angeben. Na, da habe ich dann doch auf den Kaffee verzichtet und meine persönlichen Daten für mich behalten.
Schaut mal genau: Für einen Kaffee, den man selbstverständlich bezahlt, gibt man seine Daten preis und weiß nicht, was damit (abgesehen von Corona) geschieht. Oder glaubt jemand wirklich, dass diese Zettel ordnungsgemäß vernichtet werden? Dann müssten die Gastronomen Papierschredder kaufen - und die kosten Geld... Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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