Wirtschaftsminister Tiefensee: Kein Geld mehr für Bau von Logistikzentren in Thüringen

Für die Ansiedlung von Logistikern in Thüringen soll es zukünftig keine staatlichen Finanzhilfen mehr geben. Wie Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte, ist dies anderen Branchen vorbehalten. Thüringen gehöre mittlerweile zu den führenden Logstikstandorten in Deutschland.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)
Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee: Zuschüsse aus Förderprogrammen von Bund und Länder sind zukünftig anderen Branchen vorbehalten. Bildrechte: dpa

Thüringen will für den Bau von Logistikzentren keine staatlichen Finanzspritzen mehr gewähren. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte, Zuschüsse aus einem Förderprogramm von Bund und Land seien künftig anderen Branchen vorbehalten.

Bau von weiteren Logistik-Zentren geplant

Tiefensee ist davon überzeugt, dass die Logistikbranche auch ohne staatliche Hilfe wächst. So sei zum Beispiel das Logistikzentrum von Amazon in Gera ohne Investitionszuschüsse des Landes ausgekommen. Auch in die Erweiterungspläne des Unternehmens in Erfurt sei das Ministerium nicht einbezogen gewesen. Sein Ministerium habe weder bei der Standortsuche geholfen und noch Fördermittel für das Projekt bereitgestellt. Für ein zweites Logistikzentrum von Amazon in Erfurt hatte die Stadt einen Bauantrag erhalten. Bei Erfurt unterhält unter anderem auch der Internethändler Zalando einen großen und wachsenden Logistikstandort.

Der Logistik-Dienstleister Zeitfracht investiert ebenfalls in Thüringen und baut ein zweites Logistik-Zentrum bei Erfurt. Dieses soll bis März 2023 fertiggestellt sein und voraussichtlich bis zu 280 neue Arbeitsplätze bieten.

Die Logistikbranche habe in den beiden vergangenen Corona-Jahren einen zusätzlichen Schub erfahren und kräftig in neue Standorte, Lager und Verteilzentren investiert. Sie bleibe damit eine Wachstumsbranche für Thüringen, so Tiefensee.

Finanzhilfen für Optik- und Energiebranchen vorgesehen

Laut Landesamt für Statistik gibt es in Thüringen 2.600 Logistik-Unternehmen mit etwa 34.000 Beschäftigten. Damit habe sich Thüringen zu einem der führenden Logistikstandorte in Deutschland entwickelt. Der Gesamtumsatz der Branche wurde mit rund 2,8 Milliarden Euro veranschlagt.

Neuer Schwerpunkt der Förderpolitik sind nach Angaben des Wirtschaftsministers in die Zukunft gerichtete Wachstumsbranchen. Konkret nennt Tiefensee die Bereich Optik und Photonik, Mobilität und Energietechnologien.

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MDR(jml)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. März 2022 | 12:00 Uhr

5 Kommentare

Matthi vor 22 Wochen

Endlich findet ein umdenken im Wirtschaftsministerium statt. Wir brauchen keine Billiglohn Arbeitgeber die mit Steuergeldern für noch mehr Profit Subventioniert werden.

Ralf G vor 22 Wochen

Offenbar schafft es die Thüringer Politik nur in Ausnahmefällen wertschöpfende Industrie ins Land zu holen. Noch immer sind wir das Zentrum des Billiglohnsektors. Weder Merkel noch ihre Ostbeauftragten haben sich ernsthaft bemüht, daran etwas zu ändern.

Frau K. vor 22 Wochen

Sehr gute Entscheidung, lieber in Branchen mit Wachstum zu investieren als nur Umschlagsplatz zu sein.
Außerdem ist Investition in erneuerbare Energien dringend notwendig. Blutiges Gas aus Russland will ja wohl fast niemand mehr.

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