Aktionswoche Sucht der Eltern hilflos ausgeliefert: Kinder-Schicksale sollen in den Blick rücken

Mit Plakaten und Foto-Collagen soll die Thüringer Öffentlichkeit in dieser Woche für Kinder aus suchtbelasteten Familien sensibilisiert werden. Drogenkonsum, von Zigaretten verqualmte Wohnungen, keine regelmäßigen Mahlzeiten, keine Umarmungen, wechselnde Bezugspersonen, kein geregelter Tagesablauf, fehlende Bindungen - all das würden Kinder erfahren, die in Familien aufwachsen, in denen die Eltern Drogen konsumieren oder anderweitig suchtkrank sind, teilte das Thüringer Familienministerium am Sonntag in Erfurt mit.

Kinder der Sucht ihrer Eltern oft hilflos ausgeliefert

Die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien lenke jährlich in der Woche um den Valentinstag (14. Februar) die Aufmerksamkeit auf diese Kinder. Diese seien den Auswirkungen der Sucht ihrer Eltern oft hilflos ausgeliefert und brauchten besondere Unterstützung.

Eine Mann sitzt an einem Tisch mit Weinflasche und Glas im Hintergrund ein Mädchen.
Alkoholismus beeinflusst immer auch andere Familienmitglieder. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO

Unter dem Slogan "Schau hin!" sollen in Erfurt unter anderem Plakate an Bus- und Straßenbahnhaltestellen auf das Thema aufmerksam machen. Die "SiT - Suchthilfe in Thüringen" hat zudem gemeinsam mit der Thüringer Sozialministerin Heike Werner (Linke) und sieben Kommunen eine Foto-Collage zum Thema erstellt.

Drei Millionen Kinder und Jugendliche betroffen

Nach Angaben des Ministeriums wachsen in Deutschland etwa drei Millionen Kinder und Jugendliche in suchtbelasteten Familien auf. Die Gefahr sei groß, dass sie selbst eine Abhängigkeit sowie psychische oder soziale Störungen entwickeln, hieß es. Die jährliche Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien (COA-Aktionswoche) stammt ursprünglich von der National Association for Children of Alcoholics (NACOA) in den USA und wurde unter anderem auch in Deutschland übernommen.

Quelle: epd/MDR(maf)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 14. Februar 2022 | 06:00 Uhr

1 Kommentar

Sozialberuflerin vor 20 Wochen

"Nach Angaben des Ministeriums wachsen in Deutschland etwa drei Millionen Kinder und Jugendliche in suchtbelasteten Familien auf."

Die Dunkelziffer liegt weitaus höher!

Man darf hier auch den exorbitant ansteigenden Medienkonsum der heutigen Eltern nicht vergessen!
Auch Handys, Videospiele und Fernseher vergiften mittlerweile die Kindheit unserer jüngsten von heute!
Ob als eigener Konsum der Erwachsenen oder elektronisches Kindermädchen für die kleinsten!

Solange aber Gelder gestrichen bzw. an den Stellen eingespart werden, die für genau diese Kinder und Familien wichtig sind...
Nunja... Manchen nennen das Jammern auf hohem Niveau!!

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